Re: Wer ist schon mal ausgestiegen?

Posted by: macrusher

Re: Wer ist schon mal ausgestiegen? - 03/24/09 10:21 AM

Hallo,

bin gerade dabei eine mehrjährige Auszeit zu beenden (oder sie evtl. doch fortzusetzen?)

Ich persönlich mag den Begriff "Aussteigen" nicht. Ich persönlich will nicht aussteigen, sondern möglichst selbstbestimmt das tun was ich will. Dazu zählt auch arbeiten. Allerdings wird "Erwerbstätigkeit" meistens pauschal mit dem Begriff "Arbeit" gleichgesetzt. Der Unterschied ist, dass Arbeit im Sinne von "kreativer Selbstverwirklichung" nicht unbedingt die Rechnungen bezahlt, und Erwerbstätigkeit oft (in mehrfacher Hinsicht) unbefriedigend ist.

In unserer Gesellschaft hat man m.E. meist leider nur die Wahl gesellschaftlich integriert zu bleiben, mit ein paar Wochen unzusammenhängendem Urlaub im Jahr, oder so eine Art Nestbeschmutzer zu sein. Nestbeschmutzer ist man dann für Behörden, Versicherungen und potentielle Arbeitgeber, als auch für die Herdentiere, die es nicht nachvollziehen können, daß es auch noch andere Bedürfnisse gibt, als die die von ihnen als erstrebenswert eingestuft werden. Oft ist es aber auch nur subtiler Neid.

Das Problem mit dem "austeigen/auswandern auf Zeit" ist letzlich ein Finanzielles: kann ich mich aus dem System ausklinken, sprich unabhängig davon sein/werden, oder muß/will ich wieder zurück und mich integrieren (evtl. auch aus sozialen Gründen)?

Und das ist der Haken daran: die meisten sind eben finanziell nicht so unabhängig, daß sie diese Wahl haben. Also müssen Sie sich entscheiden. Klar kann man auch im Ausland mal was dazu verdienen, ist aber doch keine Dauerlösung, außerdem kommen wenige Länder in Frage und selbst dort ist es dann meist noch illegal (ok, würde mich auch nicht abhalten).

Auch wird es mit zunehmendem Alter auch nicht leichter - einem Studenten von Anfang 20 gesteht man sowas eher zu als einem Enddreißiger der beruflich und familiär integriert sein sollte.

Ist natürlich nur meine persönliche Sicht der Dinge...