Re: Euer skurrilstes Erlebniss auf Radreisen

Posted by: mille1

Re: Euer skurrilstes Erlebniss auf Radreisen - 02/06/09 06:38 PM

Hallo
In Südfrankreich vor vielen Jahren. Es kam vieles zusammen. In Port Grimaud am Cp.Fünf Sterne. Eigentlich wollten wir drei Wochen bleiben. Der Platzzuweiser wirr wies uns einen Platz unter Bäumen nahe dem Zaun an. Sehr schön, schattig und die Nachbarn waren lauter M-Biker. Nachdem einer von denen erzählt hatte, letzte Woche ist dort ein Touri durch Messerstichen ums Leben gekommen, kam wir ins Grübeln. Die Fünf Sterne hatte dieser CP eigentlich nur durch seine schattige Lage verdient gehabt. Alles andere war damals miserabel..... Wir sind am nächsten Tag wieder weg. Richtung Marseilles.
Vorher haben wir noch im Supermarkt in Port Grimaud eingekauft. Klare Arbeitseinteilung.
Einer kaufte ein und einer paßte auf die Räder auf. Ich ging einkaufen, kam wieder und keiner bei den Rädern. Nanu??? Matze nicht da, wo ist er denn? Ich hörte dann seine Stimme hinter irgendeinen PKW. Ich solle mich hinlegen. Hier wird geschossen. HaHa. Doch dann fiel ein Schuß und ich lag auch unter einem Auto.
Es stellte sich hinterher heraus, daß ein Geldtransporter vom Supermarkt überfallen wurde.
Noch ein Grund, weg vom Großraum St. Tropez.
Wir landeten in La Ciotat. Dort blieben wir zwei Wochen. Wir wollten mit dem Fahrrad bis nach Montelimar, um von dort aus mit dem Zug zurückzufahren.
Anfangs lief alles gut. Die Einfahrt nach Marseilles, alles locker. Dann mussten wir uns entscheiden zwischen recht und links. Wir entschieden uns für links und rollten in das berüchtigte Araberviertel ein.....
Das Araberviertel gut überstanden, doch wir kamen nicht aus diesem Moloch Marseilles hinaus. Alles war angeschrieben. Wie man nach Aix, nach Cannes, nach Lyon kam, aber leider nur per Autobahnen und Schnellstraßen. Aber nicht wie ich in das nächste Kaff kommen konnte.
In Frankreich wird generell eine Verbotstafel aufgestellt, wo man nicht mit dem Fahrrad fahren darf, also Autobahnen, Schnellstraßen.
Endlich ein regionales weißes Schild. Das Ende vom Lied, trotz kein Verbotsschildes landeten wir auf der achtspurigen Stadtautobahn teuflisch
Später in Montelimar gaben wir unsere Räder auf(So was gab es damals noch....es gab keine Mitnahme von Fahrrädern im gleichem Zug)und sind mit unserem Gerödel in den Nachtzug nach Straßburg gestiegen. Der Zug so voll wie die S-Bahn in Stuttgart während der Rushour vor Weihnachten.Also noch nichtmals Stehplätze.
Wir bekamen einen Stehplatz, direkt hinter der Lok. Kein Fenster, kein Klo. Der Weg aufs Klo war ca eine viertel Stunde weit, bis Du Dich durch die Massen durchgeschoben hattest.
Auf dem Rückweg durch das Gedränge ging eine Abteiltür auf und ein langhgaariger Freak trat mir auf den Fuß.Ich beschwerte mich lauthals auf deutsch und siehe da, er sprach deutsch. Er lud mich anschließend in sein Abteil ein und es kam mir sehr spanisch vor, daß er ein eigenes Abteil allein hatte, wo doch der Zug mehr als überfüllt war. Es kam eine unglaubliche Erklärung. Er wäre Drogenfahnder und hätte ein Deal mit einem Großhändler aus Frankreich. ?????Ich war skeptisch und glaubte ihm nicht. Er zeigte mir seine Papier vom BKA und zeigte mir anschließend das präparierte Abteil. Drogen in vielen Verstecken und zum Schluß zog er seine Knarre raus.
Mir war das eigentlich egal.....ich hatte endlich meinen Schlafpaltz gefunden. Ob die Geschichte mit den Deal echt war, keine Ahnung es hatte nicht stattgefunden. Wir hatten wenigstens einen Schlafplatz im überfüllten Zug.(Dieses ist kein Radlerlatain!!!Es war wirklich so)
Mille