Posted by: Sasa
Suedamerika - Sasa on Tour... - 06/05/03 08:22 PM
Hallo Ihr!
Nun, ich habe es noch ohne Probleme vom Edersee bis zum Frankfurter Flughafen geschafft (abgesehen davon, dass ich meinen linken Schuh vor Frankfurt veloren habe und auf der Suche danach 20 Kilometer zurueckfahren musste. Hatte ihn als Gepaeck an die Seite des Lowrider geschnuert gehabt).
Zum Fahrradtransport und der ganzen Flughafengeschichte:
- Mit Lufthansa war es kein grosses Problem. Das Poblem war nur, dass ich meine Taschen alle in eine Plane schnueren musste und die zienlich durchgewuehlt in Santiago ankam. Ausserdem habe ich am Flughafen Frankfurt noch gefragt, wo ich meine Benzinflasche mit den Resten entleeren koennte. Das wusste der Befragte nicht so genau und hat dann gesagt, dass ich es doch einfach ins Klo kippen soll.
- "Und wenn da jemand auf dem Klo nach mir raucht?"
- "Ich habe ihnen das ja nicht gesagt"
- "Ok, und koennen sie dann mal kurz auf mein Fahrrad aufpassen?"
- "N..nn...n...nein! Das geht nicht! Da kommt die Polizei und sperrt hier alles ab! Das Fahrrad muss in der Zeit raus.
Draussen frage ich dann noch einmal einen LH-Angestellten, dr mir sagt, dass ich es fuer meinen Gang zur Toilette erst vom Flughafen wegschieben muss. Wir einigen uns dann darauf, dass er nichts gesehen hat...
In Santiago gabĀ“s dann tatsaechlich Probleme mit der LanChile. Die wollten, dass ich mein Fahrrad verpacke und die Reifen abnehme, sonst wuerde das erheblich teurer werden, als mit Komplettem Rad. Also habe ich das Rad in meine gruene Plane verpackt und die Ortlieb-Taschen einzeln aufgegeben. Das war dann aber auch nicht umsonst und ich durfte rund 40 Dollar mit Kreditkarte bezahlen.
Ach ja, beim verlassen des Gepaeckbandes stuerzen sich gleich alle Taxifahrer und sonstige auf einen: "Nececitas Transporte?" Ein freundlicher Gepaecktraeger vom Flughafen boxt mich dadurch, moechte aber danach auch ungern ohne "Tip" dagelassen werden...
In Antofagasta angekommen, war dann mein teures Ruecklicht teilweise zerbrochen UND meine Handtuecher (!) in den Taschen waren weg. Nun gut, da habe ich dann ueber eine Stunde verbraucht, um das Rad zusammenzubauen und fuer die 30 Kilometer Fahrt in die Stadt fertigzumachen.
War schon sehr interessant, da zu fahren. Der Flughafen liegt wie alles hier in einer totalen Kuestenwueste und es war fuer mich total beeindruckend hier zu fahren. Ich war nicht begsiert, es ist aben alles so verdammt neu und man kommt sich schon ziemlich verlassen vor. Meine erste Feststellung: Kleine Autos weichen den Radfahrern aus. Ganz so schlimm ist es hier als doch nicht. Und ausserdem gibt es auf dem ganzen Weg vom Flughafen nach Antofagasta eine asphaltierte Strasse mit Seitenstreifen. Die Sonne ging dann so langsam unter und die Landschaft war echt beeindruckend (oede) mit tollem Licht.
Die ersten zwei Menschen am Strassenrand waren zwei Anhalter. Die sind fast hintenruebergefallen, wie sie mich gesehen haben.
Setsam, da ich hier doch sicher nicht der erste Reiseradler bin.
Problematisch wurde es dann, wie sich mein linker Schuh (welcher auch sonst, hatte ihn wieder als Gepaeck angeschnuert und die Sandalen zum Fahren benutzt), in den Speichen verfangen hat. Mein Rad ist sofort zum Stehen gekommen und ich bin in einem tollen Action-Sprung ueber den Lenker gehuepft. Das Ganze hat allerdings nur so gut funktioniert, weil meine Gabel alles aufgefangen hat.
Die Folge war naemlich eine ordendliche Delle, die sie komplet verbogen hat. Ich konnte auch nicht mehr schieben, da der Reifen gegen den Rahmen gestossen ist und ich auch nicht mehr lenken konnte. Ihr glaubt gar nicht, wie entfervend das war. Die Sonne ging gerade unter und ich war in einer Slum-aehnlichen Vorstadt, in denen die Hunde nur zu gerne Radfahrer angreifen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mein Pfefferspray das erste Mal griffbereit. Mit ein paar kraeftigen Tritten habe ich die Gabel wieder in eine solche Position gebracht, dass ich wieder schieben und teilweise sogar fahren konnte. Vor der Innenstadt (der Weg wollte gar kein Ende nehmen) war die Gabel dann von den Tritten so ausgeleiert, dass auch nicht mehr an Fahren zu denken war. Da war ich dann echt am Tiefpunkt angelangt und dachte auch bis heute morgen, dass ich meine Reise nicht mehr mit dem Rad fortsetzen kann. So ein Sch....!!!!
Irgendwie habe ich es dann noch bis zu einem netten Hostal geschafft und bin mit einigen Problemen in der Bank mit meiner normalen EC-Karte (Maestro) sogar an Geld gekommen.
Heute morgen habe nach laengerem auskundschaften die einzige Fahrradwerkstatt hier ausfindig machen koennen. Da habe ich dann sicher ein paar Sunden verbracht, da hier sowieso nich alles so schnell vonstatten geht. Es ist eben Suedamerika...
Nach einigem Telefonieren ist man dann zu dem Schluss gekommen, dass es in ganz Chile keine Gabel fuer mein 28er-Rad gibt.
Doch eine einzige gaebe es immerhin in der anderen Filiale des Ladens - angeblich sogar mit Oesen fuer den Lowrider.
Die zwei Lungs im Radladen kamen dann aber noch auf die glaenzende Idee, dass man die GAbel ja wieder gerade biegen konnte. Das haben sie dann auch mit ein Stahlrohren gemacht und das Ergebnis ist entsprechend: Ein paar neue defekte und ein leierndes Vorderrad. Da habe ich dann gedacht, dass gar nichts mehr geht...
Doch immerhin haben die beiden Jungs das so hinbekommen, dass das Rad wieder fast genauso faehrt, wie vorher. Und bezahlt habe ich auch nicht dafuer. Mir sind in diesem Laden sicher ein paar Nervenstraenge gerissen, aber ueber das Ergebnis bin ich dann doch ganz zufrieden. Das Rad faehrt wieder. Und nach einstimmiger Aussage soll ich es damit sogar bis ins rund 200 Kilometer entfernte Calama schaffen, wo ich sowieso hinwollte. Wenn die Gabel bis dahin alles gut durchhaelt, werde ich sie evtl. sogar weiter benutzen. Ausserdem ist auch nicht gesagt, dass die Gabel im Radladen in Calama wirklich allen Kriterien entsprechen wird.
Soviel ist bis gerade eben alles passiert - und das war die totale Kurzform...
Ich danke den "Ederseelern" noch mal fuer ihre Motivation. Und ohne das positive Denken, das mir Tine gestern per E-Mail geschickt hat, waere das sicher alles nicht so gut gelaufen. Das positive Denken ist mir naemlich erst in der Werkstatt wieder in den Sinn gekommen, nachdem ich es gestern (verstaendlicherweise?) doch ziemlich verflucht habe...
Bis denne und liebe Gruesse aus Antofagasta in Nord-Chile
Sasa
Nun, ich habe es noch ohne Probleme vom Edersee bis zum Frankfurter Flughafen geschafft (abgesehen davon, dass ich meinen linken Schuh vor Frankfurt veloren habe und auf der Suche danach 20 Kilometer zurueckfahren musste. Hatte ihn als Gepaeck an die Seite des Lowrider geschnuert gehabt).
Zum Fahrradtransport und der ganzen Flughafengeschichte:
- Mit Lufthansa war es kein grosses Problem. Das Poblem war nur, dass ich meine Taschen alle in eine Plane schnueren musste und die zienlich durchgewuehlt in Santiago ankam. Ausserdem habe ich am Flughafen Frankfurt noch gefragt, wo ich meine Benzinflasche mit den Resten entleeren koennte. Das wusste der Befragte nicht so genau und hat dann gesagt, dass ich es doch einfach ins Klo kippen soll.
- "Und wenn da jemand auf dem Klo nach mir raucht?"
- "Ich habe ihnen das ja nicht gesagt"
- "Ok, und koennen sie dann mal kurz auf mein Fahrrad aufpassen?"
- "N..nn...n...nein! Das geht nicht! Da kommt die Polizei und sperrt hier alles ab! Das Fahrrad muss in der Zeit raus.
Draussen frage ich dann noch einmal einen LH-Angestellten, dr mir sagt, dass ich es fuer meinen Gang zur Toilette erst vom Flughafen wegschieben muss. Wir einigen uns dann darauf, dass er nichts gesehen hat...
In Santiago gabĀ“s dann tatsaechlich Probleme mit der LanChile. Die wollten, dass ich mein Fahrrad verpacke und die Reifen abnehme, sonst wuerde das erheblich teurer werden, als mit Komplettem Rad. Also habe ich das Rad in meine gruene Plane verpackt und die Ortlieb-Taschen einzeln aufgegeben. Das war dann aber auch nicht umsonst und ich durfte rund 40 Dollar mit Kreditkarte bezahlen.
Ach ja, beim verlassen des Gepaeckbandes stuerzen sich gleich alle Taxifahrer und sonstige auf einen: "Nececitas Transporte?" Ein freundlicher Gepaecktraeger vom Flughafen boxt mich dadurch, moechte aber danach auch ungern ohne "Tip" dagelassen werden...
In Antofagasta angekommen, war dann mein teures Ruecklicht teilweise zerbrochen UND meine Handtuecher (!) in den Taschen waren weg. Nun gut, da habe ich dann ueber eine Stunde verbraucht, um das Rad zusammenzubauen und fuer die 30 Kilometer Fahrt in die Stadt fertigzumachen.
War schon sehr interessant, da zu fahren. Der Flughafen liegt wie alles hier in einer totalen Kuestenwueste und es war fuer mich total beeindruckend hier zu fahren. Ich war nicht begsiert, es ist aben alles so verdammt neu und man kommt sich schon ziemlich verlassen vor. Meine erste Feststellung: Kleine Autos weichen den Radfahrern aus. Ganz so schlimm ist es hier als doch nicht. Und ausserdem gibt es auf dem ganzen Weg vom Flughafen nach Antofagasta eine asphaltierte Strasse mit Seitenstreifen. Die Sonne ging dann so langsam unter und die Landschaft war echt beeindruckend (oede) mit tollem Licht.
Die ersten zwei Menschen am Strassenrand waren zwei Anhalter. Die sind fast hintenruebergefallen, wie sie mich gesehen haben.

Problematisch wurde es dann, wie sich mein linker Schuh (welcher auch sonst, hatte ihn wieder als Gepaeck angeschnuert und die Sandalen zum Fahren benutzt), in den Speichen verfangen hat. Mein Rad ist sofort zum Stehen gekommen und ich bin in einem tollen Action-Sprung ueber den Lenker gehuepft. Das Ganze hat allerdings nur so gut funktioniert, weil meine Gabel alles aufgefangen hat.

Die Folge war naemlich eine ordendliche Delle, die sie komplet verbogen hat. Ich konnte auch nicht mehr schieben, da der Reifen gegen den Rahmen gestossen ist und ich auch nicht mehr lenken konnte. Ihr glaubt gar nicht, wie entfervend das war. Die Sonne ging gerade unter und ich war in einer Slum-aehnlichen Vorstadt, in denen die Hunde nur zu gerne Radfahrer angreifen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mein Pfefferspray das erste Mal griffbereit. Mit ein paar kraeftigen Tritten habe ich die Gabel wieder in eine solche Position gebracht, dass ich wieder schieben und teilweise sogar fahren konnte. Vor der Innenstadt (der Weg wollte gar kein Ende nehmen) war die Gabel dann von den Tritten so ausgeleiert, dass auch nicht mehr an Fahren zu denken war. Da war ich dann echt am Tiefpunkt angelangt und dachte auch bis heute morgen, dass ich meine Reise nicht mehr mit dem Rad fortsetzen kann. So ein Sch....!!!!
Irgendwie habe ich es dann noch bis zu einem netten Hostal geschafft und bin mit einigen Problemen in der Bank mit meiner normalen EC-Karte (Maestro) sogar an Geld gekommen.
Heute morgen habe nach laengerem auskundschaften die einzige Fahrradwerkstatt hier ausfindig machen koennen. Da habe ich dann sicher ein paar Sunden verbracht, da hier sowieso nich alles so schnell vonstatten geht. Es ist eben Suedamerika...
Nach einigem Telefonieren ist man dann zu dem Schluss gekommen, dass es in ganz Chile keine Gabel fuer mein 28er-Rad gibt.



Die zwei Lungs im Radladen kamen dann aber noch auf die glaenzende Idee, dass man die GAbel ja wieder gerade biegen konnte. Das haben sie dann auch mit ein Stahlrohren gemacht und das Ergebnis ist entsprechend: Ein paar neue defekte und ein leierndes Vorderrad. Da habe ich dann gedacht, dass gar nichts mehr geht...

Doch immerhin haben die beiden Jungs das so hinbekommen, dass das Rad wieder fast genauso faehrt, wie vorher. Und bezahlt habe ich auch nicht dafuer. Mir sind in diesem Laden sicher ein paar Nervenstraenge gerissen, aber ueber das Ergebnis bin ich dann doch ganz zufrieden. Das Rad faehrt wieder. Und nach einstimmiger Aussage soll ich es damit sogar bis ins rund 200 Kilometer entfernte Calama schaffen, wo ich sowieso hinwollte. Wenn die Gabel bis dahin alles gut durchhaelt, werde ich sie evtl. sogar weiter benutzen. Ausserdem ist auch nicht gesagt, dass die Gabel im Radladen in Calama wirklich allen Kriterien entsprechen wird.
Soviel ist bis gerade eben alles passiert - und das war die totale Kurzform...

Ich danke den "Ederseelern" noch mal fuer ihre Motivation. Und ohne das positive Denken, das mir Tine gestern per E-Mail geschickt hat, waere das sicher alles nicht so gut gelaufen. Das positive Denken ist mir naemlich erst in der Werkstatt wieder in den Sinn gekommen, nachdem ich es gestern (verstaendlicherweise?) doch ziemlich verflucht habe...
Bis denne und liebe Gruesse aus Antofagasta in Nord-Chile
Sasa