Posted by: iassu
Re: Was bedeutet Euch Eure Heimat? - 02/01/08 11:02 PM
Zuhause ist für mich punktuelles Zentrum, meine Wohnung. Heimat das Drumrum. Zuhause ist Basisstation meines jetzigen Lebenspunkt, in Richtung davor und danach werden die Bäume der Lebensallee kleiner und kleiner. Hier kann ich loslassen und zur Ruhe kommen, ganz in dem, was ich mir als mein Reich aufgebaut habe, aufgehen, jede Art von Benimm nach externen Richtlinien weglassen. Hier werde ich gesund, hier sammle ich Kraft, hier bin ich am meisten in mir. Bin ich müde und erschöpft, so bringt allein schon das Heimkommen Erfrischung.
Das nimmt sternförmig ab, je weiter ich mich vom Mittelpunkt entferne. Das Zuhausegefühl ist sehr relativ. Entferne ich mich von zuhause, empfinde ich eine mittlere Entfernung als weit, die dortige Umgebung als fremd. Komme ich von weit her zurück, fühle ich mich an derselben Stelle schon ein Stück weit zuhause. Ich ziehe ein großes Stück meiner Selbstidentifikation aus meinen Erinnerungen. Diese sind teilweise direkt an Örtlichkeit gebunden. So gesehen ist Heimat = ich. Aber Ich bin nicht erschöpfend beschreibbar durch das Merkmal Heimat. Denn ein Umzug bewirkt nicht völlige Entfremdung, ein Stück Identität ist direkt mit mir selber verbunden, das trage ich in mir und nehme es überall hin mit. So kann auch ein wiederholter Aufenthalt an fremdem Ort diesen zu einer Relativheimat machen, oder bei einem Umzug nach einer Zeit der Gewöhnung der neue Ort die neue Heimat werden. Dieses scheint mir aber bei den verschiedenen Menschen sehr verschieden ausgeprägt zu sein und in den verschiedenen Lebensaltern erst recht.
In der Heimat lasse ich auch meine konkreten Lebensumstände zurück, wenn ich verreise und treffe sie wieder an, wenn ich heimkehre. Das kann im einzelnen Fall sein wie Flucht, notwendiges Scheitern in der Framde und bedrückender Wiederaufnahme des Hinterlassenen bis hin zu sorglosem Zurücklassen des Wohlgeordneten und freudigem Willkommen danach.
Andreas
Das nimmt sternförmig ab, je weiter ich mich vom Mittelpunkt entferne. Das Zuhausegefühl ist sehr relativ. Entferne ich mich von zuhause, empfinde ich eine mittlere Entfernung als weit, die dortige Umgebung als fremd. Komme ich von weit her zurück, fühle ich mich an derselben Stelle schon ein Stück weit zuhause. Ich ziehe ein großes Stück meiner Selbstidentifikation aus meinen Erinnerungen. Diese sind teilweise direkt an Örtlichkeit gebunden. So gesehen ist Heimat = ich. Aber Ich bin nicht erschöpfend beschreibbar durch das Merkmal Heimat. Denn ein Umzug bewirkt nicht völlige Entfremdung, ein Stück Identität ist direkt mit mir selber verbunden, das trage ich in mir und nehme es überall hin mit. So kann auch ein wiederholter Aufenthalt an fremdem Ort diesen zu einer Relativheimat machen, oder bei einem Umzug nach einer Zeit der Gewöhnung der neue Ort die neue Heimat werden. Dieses scheint mir aber bei den verschiedenen Menschen sehr verschieden ausgeprägt zu sein und in den verschiedenen Lebensaltern erst recht.
In der Heimat lasse ich auch meine konkreten Lebensumstände zurück, wenn ich verreise und treffe sie wieder an, wenn ich heimkehre. Das kann im einzelnen Fall sein wie Flucht, notwendiges Scheitern in der Framde und bedrückender Wiederaufnahme des Hinterlassenen bis hin zu sorglosem Zurücklassen des Wohlgeordneten und freudigem Willkommen danach.
Andreas