Re: Guten Tag zusammen...

Posted by: ulamm

Re: Guten Tag zusammen... - 06/10/06 04:43 PM

Hallo Abdu,

Stichwort Rucksack: Zum Komfort des Verkehrsmittels Fahrrad zählt für mich , dass man nichts zu tragen braucht, weil man alles auf dem Rad von Tür zu Tür bringen kann.

Stichwort Sitzbeschwerden: Ich stelle die Sattelnase so weit nach unten, dass ich nicht freihändig fahren kann. Außer bei meinem Eis-und-Schnee-Rad habe ich immer noch einen Baumwollbezug auf dem schlanken Ledersattel.

Taube Hand: Rennlenker brauchst du ja nicht erst zu lernen. Auflagefläche vergrößern, entweder mit Hartschaum-Muffen ("grab on" , Gibt's leider kaum mehr in guter Qualität) oder mit mehreren Lagen Korkband. Achtung beim Wickeln: Die erste Lage muss vollständig auf dem Metall kleben, die zweite vollständig auf der ersten usw. (Wenn Windungen der selben Schicht aufeinander kleben, kommt das ganze über kurz oder lang ins Rutschen.)
Fahr entweder mit normalen Handschuhen oder auch ohne, oder mit modernen (nicht modischen) Fahrradhandschuhen. Etwaige Polster sollen unter Daumen- und Kleinfingerballen liegen, aber keinesfalls in den Karpaltunnel zwischen den Ballen ragen.

Kniebeschwerden:
- Ich bin ja sehr für Rennhaken mit Riemen (Wenn du keine Riemen zu kaufen bekommst, tun es auch gekürzte Packriemen aus dem Outdoorshop. Du kannst rund treten und die Belastung der Knie einzeln dosieren wie bei Klick-Pedalen, aber da du etwas "Spiel" hast, bekommen deine Knieknorpel nicht jede Fahrbahnunebenheit 1:1 ab.
- Auf unebenem Belag entweder aufstehen oder - besser - sitzend nur noch vor und zurück treten(mit "hängenden" Fußspitzen). Im ersten Fall setzt du die Muskelfederung ein , im anderen sorgst du dafür, dass Vortriebskraft und Körpergewicht sich nicht addieren.
- Bei beginnenden Beschwerden weder unbeirrt weiterstrampeln noch abbrechen, sondern den Bewegungsablauf verbessern:
Bei zu langsamer Trittfrequenz ist die Druckbelastung der Knorpel zu hoch, wie allgemein bekannt. Bei zu hoher Trittfrequenz kannst du die Bewegung nicht ausreichend bewusst variieren. Wenn du dir Einzelheiten bewusst machst, kannst du nämlich beobachten, bei welcher Modifikation Knieschmerzen auftreten oder zunehmen, bei welcher sie abnehmen, am besten verschwinden. Das kann X- oder O-Bein-Stellung von Knie- u/o Sprunggelenken sein. Durch unterschiedliches Anspannen der verschiedenen Teile des Quadriceps (großer "vierköpfiger" vorderer Oberschenkelmuskel), kannst du die Kniescheibe weiter innen oder weiter außen auf- und abwandern lassen.

Last not least, du stehst nicht im Wettkampf! Mit niedrigerer Durchschnittgeschwindigkeit kostet die gleiche Strecke weniger Kraft. Du solltest akzeptieren, wenn du bergauf langsam wirst. Du gönnst dir eine kleine Pause, ohne anzuhalten, wenn du bergab aufhörst zu treten, sobald die Schwerkraft für eine Geschwindigkeit sorgt, mit der du in der Waagerechten zufrieden wärst.

Mit so einem Fahrstil ist ein Schnitt von 200 km pro Tag mit Reisegepäck zu schaffen, solange du nicht quer zu den Tälern durch ein Gebirge fährst.

Wenn du Ironman das sowieso schon so machst , bitte ich, mir meine Schlaubergerei zu verzeichen.

Gruß

UL