Re: Ausdauerleistung nur von Sohnemännern?

Posted by: Anonymous

Re: Ausdauerleistung nur von Sohnemännern? - 11/02/05 05:06 PM

In Antwort auf: Wolfrad

Zitat:
... und dann öffnet sie im bademantel ...

... wenn es wenigstens eine Eislaufmutti wäre, hätten wir den Bezug zum Thema wiedergefunden.

Interessant, daß sich niemand mit den Erscheinungen "Eislaufmutter" und "Marathonvater", so im Eingangsbeitrag erwähnt, auseinandergesetzt hat.

WdA


Na ja, ein bißchen was habe ich ja in meinem Beitrag dazu angedeutet. Bis zur Pubertät hin sind doch im allgemeinen Mama und Papa ( sofern beide vorhanden ) noch die Größten.
Wenn diese dann, egal welche(r), ihre eigenen unerfüllten Karrierewünsche bewußt oder unbewußt aufs Kind übertragen, kann es zu den berüchtigten überfordernden Eisllaufmuttis und Tennispapis kommen. Ist dann beim Kind noch ein gewisses Talent vorhanden, landet es womöglich in der eisenharten Mühle des Hochleistungssports , mit den bekannten Folgen:
Verlust eines Teils der Kindheit und der Jugend, nicht wiedergutzumachende psychische und körperliche Schäden.
Im übrigen übertragen alle Eltern unerfüllte Wünsche auf die Kinder, wer wollte nicht erfolgreichen, zufriedenen, eventuell berühmten Nachwuchs. Ein(e) Physiknobelpreisträger(In) oder Schachweltmeister(in) z.B. in der Familie wär doch so übel nicht. Vernünftigerweise zügeln sich die meisten Eltern, weil sie nicht hartherzig sind, sondern ihre Kinder lieben und ihnen Kindheit und Jugend gönnen. Desweiteren sind Kinder erstaunlich robust und wissen sich in den meisten Fällen gegen absurde Leistungsansprüche erfolgreich zu wehren.
Hochleistungssport oder auch Drill im rein kognitiven Bereich ist meiner Ansicht nach Kindesmißbrauch.
Die "Eltern" Graf oder auch "Vater" Polgar sind Beispiele dafür.
Ein psychologisches Rätsel ist mir der Axel Merckx. Kinder versuchen ja ihre Eltern zu übertreffen und in der Pubertät lernen sie auch, die Chancen dafür realistisch einzuschätzen. Bei Graf und Polgar kein Problem, nur warum ist der gute Axel Merckx nicht sofort zum Hobbyfahrer geworden, als ihm klar wurde, daß er seinen Vater unmöglich übertreffen kann?
Vielleicht weil er nichts anderes gelernt hat?

Gruß

Theodor