Posted by: BikeZombie
Re: Ausdauerleistung von Kindern - 10/31/05 06:19 PM
Hallo, Theodor!
Ich fand als Fünfjähriger zu meinem (elternunabhängigen) Hobby, dem Radfahren. Zwar war meine Mutter damals die eigentliche ''treibende Kraft'', doch man musste mich wirklich nicht auf´s Rad zwingen. Sondern eher ´runter. . .
Erst als ich ca. neun Jahre alt war, legte sich auch mein Vater ein billiges 28er ''Tourenrad'' zu (mit Torpedo-Jet-Eingang-Rücktrittnabe, die Muffen waren imitiert - Baumarktschrott würde man heute sagen). Ich hatte inzwischen ein 20''-Klapprad, mit dem ich direkt am ersten ''Tacho-Tag'' 43km nur in unserer Straße fuhr.
Es folgten viele 30-40km-(Nachmit-)Tagestouren - mit Vati als ''Tour-Guide''. Als ich mit elf einen der in den 70ern angesagten ''Halbrenner'' (26'', leider nur 5-Gang-Kettenschaltung) bekam, wurden die Touren länger (70-90km), obwohl sie mir oft nicht lang genug waren. Papa war ziemlicher Kettenraucher, und so sah ich´s ihm nach.
Zwischenzeitlich hatte ich mit drei Schulkollegen einen ''Fahrrad-Touren-Club'' gegründet, und als ich mit 14 Jahren meinen Traum (3-Gang-Hollandrad) erfüllt bekam, ging es richtig los. Anfang Juli ´78 forderte ich Papa auf, mit mir doch mal eine richtig lange Tagestour zu fahren. Es ging Duisburg - Roermond (NL) - Duisburg, das waren 161km. Ich erinnere mich daran, dass ich zum Ende der Tour noch den Kilometer voll fuhr, denn es waren ''nur'' 160, noch was km. Und auch daran, dass Vater auf den letzten 30-40km ein Bein beim Treten immer durch Drücken mit der Hand unterstützen musste, weil er Knieprobleme hatte.
Eine Woche später fuhren wir zu Verwandten nach Holland - einen Tag hin (123km), ein Ruhetag, dann zurück (121km). Und danach hatte Vater ''keinen Bock mehr''. Allein durfte ich solche Exkursionen nicht unternehmen. Mit meinen Kumpels veranstaltete ich kleine Trials (mit Hollandrädern
!!!), Slow-Races und ''Bergtraining'' am steilsten Hügel (9% auf ca. 500m) der Gegend. Als die längeren Touren (ich war inzwischen 16) gerade wieder aufzuleben begannen, begann ich meine Ausbildung und andere Interessen standen im Vordergrund. . .
Die Liebe zum Fahrrad war latent immer noch vorhanden, aber es fanden sich keine Mitstreiter. Worauf ich hinaus will?!? Wäre meine unbändige Fahrrad-Gier in jungen Jahren entsprechend gestillt worden, hätte. . .wäre. . .wenn. . . Es gibt also auch Kinder, die drillen sich irgendwie selbst - ohne dadurch ein Elternteil vom ''Autoritätsthron'' stoßen zu wollen. Mein Vater genoss schon allein deshalb meinen vollen Respekt, weil er mein Rad immer wieder repariert bekam. . .
Gruß, Paule
Ich fand als Fünfjähriger zu meinem (elternunabhängigen) Hobby, dem Radfahren. Zwar war meine Mutter damals die eigentliche ''treibende Kraft'', doch man musste mich wirklich nicht auf´s Rad zwingen. Sondern eher ´runter. . .
Erst als ich ca. neun Jahre alt war, legte sich auch mein Vater ein billiges 28er ''Tourenrad'' zu (mit Torpedo-Jet-Eingang-Rücktrittnabe, die Muffen waren imitiert - Baumarktschrott würde man heute sagen). Ich hatte inzwischen ein 20''-Klapprad, mit dem ich direkt am ersten ''Tacho-Tag'' 43km nur in unserer Straße fuhr.
Es folgten viele 30-40km-(Nachmit-)Tagestouren - mit Vati als ''Tour-Guide''. Als ich mit elf einen der in den 70ern angesagten ''Halbrenner'' (26'', leider nur 5-Gang-Kettenschaltung) bekam, wurden die Touren länger (70-90km), obwohl sie mir oft nicht lang genug waren. Papa war ziemlicher Kettenraucher, und so sah ich´s ihm nach.
Zwischenzeitlich hatte ich mit drei Schulkollegen einen ''Fahrrad-Touren-Club'' gegründet, und als ich mit 14 Jahren meinen Traum (3-Gang-Hollandrad) erfüllt bekam, ging es richtig los. Anfang Juli ´78 forderte ich Papa auf, mit mir doch mal eine richtig lange Tagestour zu fahren. Es ging Duisburg - Roermond (NL) - Duisburg, das waren 161km. Ich erinnere mich daran, dass ich zum Ende der Tour noch den Kilometer voll fuhr, denn es waren ''nur'' 160, noch was km. Und auch daran, dass Vater auf den letzten 30-40km ein Bein beim Treten immer durch Drücken mit der Hand unterstützen musste, weil er Knieprobleme hatte.
Eine Woche später fuhren wir zu Verwandten nach Holland - einen Tag hin (123km), ein Ruhetag, dann zurück (121km). Und danach hatte Vater ''keinen Bock mehr''. Allein durfte ich solche Exkursionen nicht unternehmen. Mit meinen Kumpels veranstaltete ich kleine Trials (mit Hollandrädern

Die Liebe zum Fahrrad war latent immer noch vorhanden, aber es fanden sich keine Mitstreiter. Worauf ich hinaus will?!? Wäre meine unbändige Fahrrad-Gier in jungen Jahren entsprechend gestillt worden, hätte. . .wäre. . .wenn. . . Es gibt also auch Kinder, die drillen sich irgendwie selbst - ohne dadurch ein Elternteil vom ''Autoritätsthron'' stoßen zu wollen. Mein Vater genoss schon allein deshalb meinen vollen Respekt, weil er mein Rad immer wieder repariert bekam. . .

Gruß, Paule