Posted by: MarieLu
Re: was bringt die codierung? - 07/04/05 09:34 PM
In Antwort auf: malamut
Hallo Tina,
obwohl Du selbst Deine Fahrräder codieren lässt, finde ich, dass Du den Nutzen der Codierung etwas zu pessmistisch beurteilst.

Hallo Wolfgang!
Oh, das ist da wohl etwas missverständlich rüber gekommen.
Ich befürworte Codierungen absolut! Ich meine aber auch, dass es nicht reicht, das Fahrrad codieren zu lassen und dann im Falle eines Diebstahls keine Anzeige zu erstatten. Das kommt tatsächlich vor.
Ich halte es für zwingend erforderlich, möglichst die Rahmennummer und den Code im Falle eines Diebstahls speichern zu lassen und zwar mit Angabe der genauen Stelle, wo sich die entsprechende Nummer befindet.
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In Antwort auf: MarieLu
1. Voraussetzung: Den Polizeibeamten, die das Fahrrad "bearbeiten", ist die Bedeutung dieses Codes bekannt (was leider längst nicht immer und schon gar nicht überall der Fall ist)
Hm... man soll ja niemals 'nie' sagen, aber glaubst Du wirklich, dass das vorkommt? Ich meine, dass ein Polizist den Polizei-Aufkleber 'mein Rad ist codiert' mit Polizei-Symbol sieht, keine Ahnung von der Bedeutung hat und auch nicht nachforscht, was das denn bedeuten könnte? Vielleicht liegt's daran, dass ich persönlich ein paar Polizisten kenne, aber so ein negatives Polizisten-Bild habe ich einfach nicht.

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Ja, das kommt leider vor! Wir haben uns mal spaßeshalber erkundigt und festgestellt, dass tatsächlich einige Polizisten nichts mit der genauen Bedeutung des Codes anfangen konnten.
Sicherlich kann man herausfinden, ob etwas und wenn ja, was dahinter steckt. Das hängt allerdings von der zur Verfügung stehenden Zeit, dem vorhandenen Fachwissen und der Motivationslage ab.
Bis vor einigen Jahren gab es in Hannover eine Dienststelle, die zentral alle Fahrraddiebstähle in der Stadt bearbeitet hat. Das waren Leute, die nicht nur im Dienst, sondern meistens auch in ihrer Freizeit freiwillig auf dem Rad gesessen haben. Eine ziemlich kompetente Truppe. Da wäre so etwas sicherlich nicht vorgekommen. Diese Gruppe wurde aber leider aufgelöst. Jetzt ist es grundsätzlich so, dass jede Dienststelle einen(!) "Fahrradsachbearbeiter" hat. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der sich auch so richtig mit der Materie auskennen muss. Und der kümmert sich meistens auch nicht nur um Fahrraddiebstähle. Aus den unterschiedlichsten Gründen werden auch diese Straftaten häufig nur noch "verwaltet". Erschreckend finde ich immer wieder Aussagen wie "...ist doch nur ein Fahrrad...!"
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In Antwort auf: MarieLu
2. Voraussetzung: Derjenige, der das Fahrrad codieren ließ, wohnt dort überhaupt noch... und hinter der "vercodierten" Anschrift verbirgt sich nicht eine riesige Mehrfamilienwohnanlage. Dieses könnte eine Zuordnung leider auch erschweren.
Codiert ist ja nicht nur die Adresse, sondern auch die Initialen. Dem geht man dann über das Einwohnermeldeamt nach. Und über die Diebstahlsdatei, die ja lokal am alten Wohnort durchaus vorliegt, wenn der bearbeitende Polizist aufgepasst hat. Noch einfacher ist es natürlich, mit Etikett statt Gravur zu codieren und beim Umzug einfach ein neues Etikett überzukleben.
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Das ist grundsätzlich richtig. Aber jetzt stell Dir mal vor, Du hast ein Hochhaus und Initialien. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Initialien mehrfach dort verzeichnet sind, ist hoch. Aber das wäre noch in den Griff zu kriegen. Spannender wird es aber, wenn derjenige, der den Code hat anbringen lassen, seitdem bereits mehrfach verzogen ist.
Auch das könnte man natürlich rauskriegen. Problematisch aber ist, dass die Anzahl der zu bearbeitenden Vorgänge in keinem Verhältnis zur zur Verfügung stehenden Zeit steht.
Aus dem Grund wird Dir der Code allein unter Umständen dann nicht viel nützen. Das ist leider so.
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In Antwort auf: MarieLu
Grundsätzlich würde es also reichen, wenn man die Rahmennummer seines Fahrrades angeben kann.
Aber: Oftmals ist diese schlecht lesbar - oder unter dem Tretlager - verdeckt durch die Schaltzugführung - angebracht.
...oder nicht eindeutig oder gar nicht erst vorhanden. Gibt es alles. Leider.
Und hinzu kommt, dass Polizei Ländersache ist - Wenn Dir in Hamburg das Rad geklaut wird, Du das dort meldest und das Teil dann in Niedersachsen der Polizei in die Hände fällt, können die rein anhand der Rahmennummer nicht feststellen, dass das geklaut wurde. Mag man kaum glauben, aber so ist es leider tatsächlich. Zweifellos einer der gröberen Auswüchse unseres föderalistischen Systems.
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Das stimmt so aber nicht! Wenn es entsprechend gespeichert wurde, kann es nicht nur landesweit abgefragt werden.
Woher hast Du denn diese Info überhaupt? Das scheint ein verbreiteter Irrglaube zu sein.
Ich frage mich immer wieder, warum man der Polizei die Arbeit nicht erleichtert, indem man mindestens die Rahmennummer (und die Stelle wo sie angebracht ist) nennt. Wenn dann zusätzlich noch der Code mit in die EDV gespeichert wird, sind das beste Voraussetzungen, sein Fahrrad vielleicht tatsächlich zurück zu bekommen.
Liebe Grüße,
Wolfgang