Posted by: Anonymous
Re: Angst ? - 05/11/05 08:03 AM
Hallo Martin,
ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Da steckt sehr viel Wahrheit drin! Wirklich sehr gut beschrieben. Ich musste ihn mehrmals lesen, da steckt viel Inhalt drin und berührt mich. Nun will ich auch mein Senf dazu geben, aber keine Diskussion auslösen. Aber manches muss ich einfach los werden!
Das Leben ist ein Kampf. Abenteuer macht Spaß, Abenteuer möchte ich nicht vermissen. Schlafen im 1000-Sterne-Hotel bedeutet für mich Freiheit. Das Schlimmste was beim Wildcampen passieren kann sind Mücken, die Geräusche sind Naturgeräusche. Campingpläzte kosten Geld und das hasse ich! Fürs Schlafen soll ich auch noch bezahlen? Schlafen ist wie Luft für mich, das muss frei und möglichst wenig kosten. Ich träume davon auf große Fahrt mit dem Fahrrad zu gehen, was andere auch schon längst tun! Bislang haben mich aber immer Frauen oder familiare Verpflichtungen zurück gehalten, z.B. Unterhalt. Im Sommer 2004 war ich 7 Wochen unterwegs mit einem 1 1/2 Zelt, davon nur eine Nacht bei einem Freund in Berlin in seiner Wohnung übernachtet. Ich musste das Fenster ganz weit offen machen, sonst hätte ich mich eingeschlossen gefühlt. Ein Leben ohne Freundin oder Ehefrau kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Ich habe schon öfters geheiratet als eine Zigarette geraucht (an José). Muss ich mich zwischen Geld oder Abenteuer entscheiden, wähle ich Abenteuer. Ich will ein interessantes Leben haben. Sicherheit, was ist das? No fun, no risk! Kein Spaß ohne Risiko. Ich will fun (Abenteuer) haben.
Radreiseberichte interessieren mich, die lese ich auch hier im rad-forum. Vor allem die Polarität der Einstellung der Schreiber ist interessant, die einen fahren Rad und übernachten in Luxusherbergen, sind gewissermaßen am Frühstücksbuffet Exoten, weil sie anschließend "nur" mit einem Fahrrad weiter reißen, die anderen fliegen zu "wilden" Gegenden, wie Corbien nach Kirgisien oder die weibliche MTBiker nach Tunesien und Sibirien, um eben weit weg von der westlichen Zivilisation zu kommen, um dort zu radeln. Welch ein Gegensatz! Alle haben interessante Stories, auch wenn völlig verschiedene.
Ich habe auch eine (gute, bewiesene) Erklärung, warum ich so bin. Im sehr jungen Alter von 14, in einem Alter, wo das spätere Leben geprägt wird, war ich Pfadfinder in USA. An für sich nichts besonderes. Aber wir hatten einen besonderen Scout Master als Führer. Er war Ex-Militär und hatte im Koreakrieg gekämpft, anderseits auch ein Outdoor Mann. Er liebte die Natur über alles und war Experte im Überleben in der Natur. Mit ihm haben wir Seilbrücken gebaut, um Flüsse zu überqueren, auf Wildtiere Jagd gemacht, Schlangen gefangen und gebraten (wir haben auch die größten Klapperschlagen der USA-Ostküste gefangen und zum Bronx-Zoo gebracht), das Morsen und Flaggenschwenken gelernt, um von einem Berggipfel zum anderen Berggipfel Nachrichten auszutauschen. Flaggeschwenken kann ich immmer noch. Wie ernährt man sich in der Natur, ohne Lebensmittel zu haben, Erste Hilfe gelernt usw. Lange Rede - kurzer Sinn, wenn ich nicht unter diesem Scout Master so viel gelernt hätte, dann wäre mein Leben auch ganz bestimmt anders verlaufen. Entscheidend ist, welche Erfahrungen man als junger Mensch im zarten Alter macht. Das ist oft ausschlaggebend, wer man später wird. Durch ihn bin ich zum Wildzelten gekommen usw.
Das Leben ist ein Selbstfindungsprozess, alles will gelernt sein, auch das Wildzelten, wenn du Angst davor hast, dann hast du vielleicht zu viele böse Kindermärchen in Kindesalter gehört? Im Wald sind die Räuber hilie hilo usw!
zu Wildzelten:
PS: Wenn der Boden mal zu hart ist und die Zeltnägel (Heringe) sich nicht in den Boden hämmern lassen, dann an der Stelle Wasser auf den harten Boden gießen. Du wirst sehen, wie der Boden sich an der Stelle aufweicht und der Hering läßt sich dann in den Boden drücken. Tipp von einem alten Camper.
Wenn Du mit dem Rad auf dem Land unterwegs bist und eine (ziemliche) zuverlässige Wettervorhersage machen willst, ob es regen wird oder nicht, dann Ausschau für Kühe halten. Stehen die Kühe dann wird es in Kürze nicht regen, liegen die Kühe bereits, dann regnet es bald. Das ist die "weather-cow-rule" (Kuh-Wettervorhersage). Das habe ich bei den Pfadfinder in USA gelernt. Diese Methode ist erstaunlich zuverlässig.
Ich bin ein alter Radindiander, der die Freiheit in der wilden Natur schätzt, sei es auch nur unter deutschem oder europäischem Himmel (zur Zeit).
Gruss,
Bernd & Barbie - Happy (Rad)trails..!
PS: Kurze Anekdote: ein englischer Radreisender, der von einer Radreise durch Tunesien zurück kam, hörte von Freunden, wie tapfer er sein muss. Er sagte, der gefährlichste Teil der Strecke war vom Flughafen Manchester während der "rush hour" (Feierabendverkehr) in die Innenstadt von Manchester zu radeln. Das sei viel gefährlicher als in den Oasen von Tunesien zu radeln.
Matthias aus Heidelberg, der von Heidelberg nach Ägypten radelte, meinte so viele Glassscherben auf dem Radweg wie in Heidelberg hatte er unterwegs nicht gesehen. Die Gefahr eines Platten oder einen Verkehrsunfall zu haben, sei in Heidelberg groß.
ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Da steckt sehr viel Wahrheit drin! Wirklich sehr gut beschrieben. Ich musste ihn mehrmals lesen, da steckt viel Inhalt drin und berührt mich. Nun will ich auch mein Senf dazu geben, aber keine Diskussion auslösen. Aber manches muss ich einfach los werden!
Das Leben ist ein Kampf. Abenteuer macht Spaß, Abenteuer möchte ich nicht vermissen. Schlafen im 1000-Sterne-Hotel bedeutet für mich Freiheit. Das Schlimmste was beim Wildcampen passieren kann sind Mücken, die Geräusche sind Naturgeräusche. Campingpläzte kosten Geld und das hasse ich! Fürs Schlafen soll ich auch noch bezahlen? Schlafen ist wie Luft für mich, das muss frei und möglichst wenig kosten. Ich träume davon auf große Fahrt mit dem Fahrrad zu gehen, was andere auch schon längst tun! Bislang haben mich aber immer Frauen oder familiare Verpflichtungen zurück gehalten, z.B. Unterhalt. Im Sommer 2004 war ich 7 Wochen unterwegs mit einem 1 1/2 Zelt, davon nur eine Nacht bei einem Freund in Berlin in seiner Wohnung übernachtet. Ich musste das Fenster ganz weit offen machen, sonst hätte ich mich eingeschlossen gefühlt. Ein Leben ohne Freundin oder Ehefrau kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Ich habe schon öfters geheiratet als eine Zigarette geraucht (an José). Muss ich mich zwischen Geld oder Abenteuer entscheiden, wähle ich Abenteuer. Ich will ein interessantes Leben haben. Sicherheit, was ist das? No fun, no risk! Kein Spaß ohne Risiko. Ich will fun (Abenteuer) haben.
Radreiseberichte interessieren mich, die lese ich auch hier im rad-forum. Vor allem die Polarität der Einstellung der Schreiber ist interessant, die einen fahren Rad und übernachten in Luxusherbergen, sind gewissermaßen am Frühstücksbuffet Exoten, weil sie anschließend "nur" mit einem Fahrrad weiter reißen, die anderen fliegen zu "wilden" Gegenden, wie Corbien nach Kirgisien oder die weibliche MTBiker nach Tunesien und Sibirien, um eben weit weg von der westlichen Zivilisation zu kommen, um dort zu radeln. Welch ein Gegensatz! Alle haben interessante Stories, auch wenn völlig verschiedene.
Ich habe auch eine (gute, bewiesene) Erklärung, warum ich so bin. Im sehr jungen Alter von 14, in einem Alter, wo das spätere Leben geprägt wird, war ich Pfadfinder in USA. An für sich nichts besonderes. Aber wir hatten einen besonderen Scout Master als Führer. Er war Ex-Militär und hatte im Koreakrieg gekämpft, anderseits auch ein Outdoor Mann. Er liebte die Natur über alles und war Experte im Überleben in der Natur. Mit ihm haben wir Seilbrücken gebaut, um Flüsse zu überqueren, auf Wildtiere Jagd gemacht, Schlangen gefangen und gebraten (wir haben auch die größten Klapperschlagen der USA-Ostküste gefangen und zum Bronx-Zoo gebracht), das Morsen und Flaggenschwenken gelernt, um von einem Berggipfel zum anderen Berggipfel Nachrichten auszutauschen. Flaggeschwenken kann ich immmer noch. Wie ernährt man sich in der Natur, ohne Lebensmittel zu haben, Erste Hilfe gelernt usw. Lange Rede - kurzer Sinn, wenn ich nicht unter diesem Scout Master so viel gelernt hätte, dann wäre mein Leben auch ganz bestimmt anders verlaufen. Entscheidend ist, welche Erfahrungen man als junger Mensch im zarten Alter macht. Das ist oft ausschlaggebend, wer man später wird. Durch ihn bin ich zum Wildzelten gekommen usw.
Das Leben ist ein Selbstfindungsprozess, alles will gelernt sein, auch das Wildzelten, wenn du Angst davor hast, dann hast du vielleicht zu viele böse Kindermärchen in Kindesalter gehört? Im Wald sind die Räuber hilie hilo usw!
zu Wildzelten:
PS: Wenn der Boden mal zu hart ist und die Zeltnägel (Heringe) sich nicht in den Boden hämmern lassen, dann an der Stelle Wasser auf den harten Boden gießen. Du wirst sehen, wie der Boden sich an der Stelle aufweicht und der Hering läßt sich dann in den Boden drücken. Tipp von einem alten Camper.
Wenn Du mit dem Rad auf dem Land unterwegs bist und eine (ziemliche) zuverlässige Wettervorhersage machen willst, ob es regen wird oder nicht, dann Ausschau für Kühe halten. Stehen die Kühe dann wird es in Kürze nicht regen, liegen die Kühe bereits, dann regnet es bald. Das ist die "weather-cow-rule" (Kuh-Wettervorhersage). Das habe ich bei den Pfadfinder in USA gelernt. Diese Methode ist erstaunlich zuverlässig.
Ich bin ein alter Radindiander, der die Freiheit in der wilden Natur schätzt, sei es auch nur unter deutschem oder europäischem Himmel (zur Zeit).
Gruss,
Bernd & Barbie - Happy (Rad)trails..!
PS: Kurze Anekdote: ein englischer Radreisender, der von einer Radreise durch Tunesien zurück kam, hörte von Freunden, wie tapfer er sein muss. Er sagte, der gefährlichste Teil der Strecke war vom Flughafen Manchester während der "rush hour" (Feierabendverkehr) in die Innenstadt von Manchester zu radeln. Das sei viel gefährlicher als in den Oasen von Tunesien zu radeln.
Matthias aus Heidelberg, der von Heidelberg nach Ägypten radelte, meinte so viele Glassscherben auf dem Radweg wie in Heidelberg hatte er unterwegs nicht gesehen. Die Gefahr eines Platten oder einen Verkehrsunfall zu haben, sei in Heidelberg groß.