Re: Öffentliche Aktionen "Überholabstand halten"

Posted by: Anonymous

Re: Öffentliche Aktionen "Überholabstand halten" - 12/13/20 08:29 AM

In Antwort auf: ta7h12
Als bei uns in Esslingen eine Radfahrerin umgefahren wurde, hat einer der Polizisten bedauert, dass sie gar keine Geräte hätten, den Abstand zu messen und dass sich eine Anschaffung solcher Geräte für die Stadt nicht lohne, weil Überholen mit zu geringem Abstand nicht ordentlich geahndet werde.
Ist bei vielen Verkehrsthemen so, der Verfolgungs- und Beweisaufwand für die Polizei wurde durch die Gesetzgebung wissentlich und absichtlich so aufwendig gemacht, dass hier nichts mehr passiert. Noch verschlimmert durch viel zu umfangreiche Einspruchmöglichleiten. D.h. glasklar aufgenommene Tatbestände können noch durch formale Tricks (angeblich möglicherweise vielleicht .... fehlerhafte Messung) hinterher gekippt werden, weil sich offensichtlich dazu willige Richter immer finden. Das Problem hat zwei klare Verantwortungen, die das Problem wissentlich und vorsätzlich erzeugen: Die Gesetzgebung mit der Verweigerung, dass der einzelne Polizeibeamte effektiv und effizient arbeiten kann und Richtern, die ihren Ermessungsspielraum in die falsche Richtung nutzen.
In Antwort auf: ta7h12
Mal abgesehen davon, dass die Durchsetzung von Gesetzen keiner wirtschaftlichen Logik folgen kann, halte ich beides für einen eher hilflosen Versuch, einer sichtbar lädierten Radlerin ein paar nette Worte zukommen zu lassen.
Doch, das muss auch wirtschaftlicher Logik gehorchen, die Gesetzgebung muss den Verwaltungs- und Kostenaufwand für die Verfolgung senken und die Bussgeldsätze erhöhen. Beides hat sie in der Hand und beides wird je nach Parteizugehörigkeit bewusst rauf oder runter bewertet.
In Antwort auf: ta7h12
Überhöhte Geschwindigkeit wird nur mühsam verfolgt, illegales Parken interessiert die Behörden nicht, es würde mich überraschen, wenn sie plötzlich bei Überholabständen aktiv werden würden.
Siehe oben, man kann noch die Rotlichtverstöße ergänzen.
In Antwort auf: ta7h12
Sie begreifen leider nicht, dass es beim Touchieren am Lenker mit nur 5 km/h Geschwindigkeitsdifferenz (=1,39 m/s !) um Leben und Tod geht, aber eben nur von einem der Verkehrsteilnehmer.
Es interessiert die meisten auch nicht, weil die Knochen der Radler unwichtig sind, es zählt nur der Lack und wer die Kratzer bezahlt.
In Antwort auf: ta7h12
Wir sind hier gerne mit Aktionen dabei, wenn jemand eine gute Idee hat, da macht's sicher auch die Gesamtbewegung an Publicity.
Den Spruch "Vermeiden Sie Kratzer am Auto" finde ich super, aber keine Behörde hier im Land des "Heilix Blechle" würde sowas aufhängen (lassen). Thomas
Die Poolnudelaktion funktioniert immer und ist für Meldungen in Zeitungen, Lokalradio, Facebook u. Co. gut. Bringt ein bißchen Bewußtsein. Nicht viel, aber etwas, deshalb immer mal die Aktion wiederholen. Für statistische Belege, welche Straßen und in welchem Ausmaß gefährliches Überholen provozieren, helfen Meßfahrten mit der GoPro. Das vordere Rad filmt (getarnt) nach hinten, das nachfolgende Rad mit genügend Abstand (wegen der Verzerrung, ca. 10m, bzw. ausprobieren) wird permanent aufgenommen und damit jeder Überholvorhgang. Das ganze muss aus Sicht der überholenden KFZ völlig alltäglich aussehen, weder besonders auffällige Räder, noch Leute, noch Kleidung. Man braucht kein Abstandsmeßgerät, sondern es reicht, wenn der hintere Fahrer gut sichtbare Handschuhe hat, die im Film erkennbar sind. Der Abstand (Lenkerbreite) reicht als Vergleichsmaßstab für die spätere Videoauswertung völlig aus. Man hat Material für die statistische Auswertung, man hat Anschauungsmaterial für eine Vorführung bei den Behörden, wenn ein extrem krasser Fall darunter ist, auch für eine Anzeige. Dazu kann man auch gleich die Anwendung des neuen VZ277.1 diskutieren.