Posted by: Keine Ahnung
Re: FAHRRADZUKUNFT 30 erschienen! - 11/16/20 09:29 AM
In Antwort auf: Juergen
Ich habe noch selten einen Artikel gelesen, in dem so kategorisch, humorlos und mit dem Finger auf andere zeigend behauptet wird, dass JEDER kein Pedelec benötigt.
Auch wenn ich das nicht ganz so drastisch ausdrücken mochte, war genau diese eher kompromisslose Verurteilung des Pedelecs für mich ein wesentlicher Kritikpunkt. Der Autor setzt ausschließlich seine eigenen Vorlieben als Maßstab an. Ich selber teile zwar wohl zum Teil diese Vorlieben, sehe aber dennoch viele Gründe, warum "normale Radfahrer" auch gerne Pedelecs nutzen. Wenn ich mich in meiner Bekanntschaft so umsehe, gibt es so einige, die dank des Pedelecs nun recht häufig größere Radtouren am Wochenende oder im Urlaub unternehmen, die ihnen zuvor einfach zu anstrengend waren. Man kann die Fitness in vielen Fällen sicherlich erwerben und dann auch 100 km fahren, wie der Autor schreibt. Aber wer hat diesen Ehrgeiz und muss man diesen Ehrgeiz denn haben? Somit ist der Artikel eigentlich nicht wirklich für den "Durchschnittsradfahrer" geschrieben. Von Situationen, wo die Kondition aufgrund Alters oder gesundheitlicher Einschränkung einfach nicht vorhanden ist, möchte ich hier gar nicht erst reden, allerdings schließt der Autor diese Fälle ja eher aus.
Dennoch ist natürlich auch ein Stückchen Wahrheit in dem Geschriebenen. Bequemlichkeit spielt eine große Rolle und so einige würden von der Nutzung eines "normalen Fahrrads" durchaus gesundheitlich profitieren. Es wird zwar von vielen Pedelec-Nutzern immer wieder betont, dass man ja die Unterstützung auch ausschalten könne, aber der innere Schweinehund wird dem in den meisten Fällen entgegenstehen. Wer also etwas für Fitness und Gesundheit tun will, wäre wohl doch häufig besser auf dem muskelbetriebenen Zweirad aufgehoben. Ganz besonders kritisch sehe ich die (zunehmende) Nutzung von Pedelecs bei Kindern und Jugendlichen, wo ich persönlich denke, dass das Strampeln auf dem Rad ein guter Ausgleich zu den vielen Stunden vor Handy und Computer wäre, insbesondere wenn man sich die bedenklichen Speckpolster bei leider immer mehr Kindern und Jugendlichen ansieht.