Re: Radfahrphilosopie? Tourplanung? Schweinehund?

Posted by: veloträumer

Re: Radfahrphilosopie? Tourplanung? Schweinehund? - 01/03/17 12:07 PM

In Antwort auf: hopi
In Antwort auf: Sickgirl
Mir wäre eine Städtereise mit dem Rad zu stressig, alleine schon die Parkerei und das man dann wieder zum Rad zurücklaufen muß
wenn der Hauptzweck der Besuch einer bestimmten Stadt ist, dann würde auch ich ein für die Anreise gut geeignetes Verkehrsmittel (beispielsweise die Bahn) wählen. Aber wenn eine solche Stadt irgendwie auf oder recht nahe am geplanten Weg einer Radreise liegt, sieht das für mich anders aus. Dann sehe ich keine grundsätzlichen Schwierigkeiten, solche Städte mit dem Rad anzusteuern.

Größere Städte haben sich häufiger als unproblematisch erwiesen. Mit Lyon und Genua hatte ich weniger Schwierigkeiten als mit Montpellier oder gar Rottweil (zumindest beim den zwei ersten Besuchen). Die Innenstädte sind oft sehr entspannt - viele sind heute eh Fußgängerzone (ich denke etwa an Catania: außen die Hölle, innen Ruhe). Probleme gibt es eher bei den Ein- oder Ausfahrten durch die Speckgürtel. Daher ist manchmal die nahe Umfahrung auch die schlechtere Wahl als direkt durch die City zu radeln.

Zu echten Städtereisen hätte ich gar keine Lust. Auf Radreise ließe sich aber Städtebesichtung gut einrichten, wenn sich etwa Ruhetag(e) nehmen würde. Dann kann man ggf. auch ohne Rad in die Stadt, evtl. hat man sogar ein Domizil mitten in der Stadt. Bewusst für eine Stadt(besichtigung) habe ich das bisher aber nur in Granada gemacht. Kann aber auch eine Strategie sein, z.B. Städte mit dem Rad zu verbinden und jeweils ein oder mehrere Tage dort zu verbringen. Städte kann man übrigens auch als Erholungs- oder Faulenzorte nutzen - das habe ich z.B. in Wien gemacht, sprich: Bade- statt Kultururlaub (kannte aber das Kultur-Wien bereits ein wenig). Im heißen Andalusien (nicht nur dort) sind übrigens Städte oft die einzige Möglichkeit angenehme Kühle und Grün zu finden, allso für die Siesta.


In Antwort auf: hopi
Und wenn ich die Gurkentruppen Touristengruppen sehe, die eiernderweise ein größeren Horden die Straßen und Wege in Berlin bevölkern, dann weiß ich, warum ich das nicht will. wirr Das ist auch nicht so ganz mein Ding, aber manchmal landet man halt in solchen "Hotspots".

Ja, versuche ich auch zu meiden, aber es ist auch wieder eine übertriebene Allergie. In großen Städten ist man eben Teil der Horden. Man kann auch Leute beobachten, dazu sind Horden durchaus geeignet. Ich fand z.B. die Staumauerbesichtigung als einzelner Exot mit einer Busreisegruppe im Maltatal recht lustig. Es kommt auch darauf an, ob man sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt. Mit Rad durch Horden fahren ist natürlich der Horror, begibt man sich selbst auf die Plattfüße, wird es erträglich. Es sind alles Menschen wie ich auch - der bessere Tourist sein zu wollen ist immer schon der Anfang von Arroganz. Die Alhambra war jedenfalls ein Genuss, die "Horden" haben mich nicht gestört. Anders war es bei König Ludwig - da wollte ich aber auch kein Plüsch anschauen und vom Schloss (nur Außenansicht) schnell wieder zurück - da waren die Japaner aber schon da, die Morgenstund zu weit fortgeschritten. Muss man sich eben auch mal etwas zurückhalten, Radfahrt dort war eh verboten. Der Spuk ist aber auch schnell vorbei, eben weil sich ja alles auf einen Ort fokussiert.

In Antwort auf: hopi
Aber allein der Anblick der Warteschlange hat mich zur sofortigen Weiterfahrt veranlasst. Ich kann für mich auch keinen Sinn darin erkennen, vor einer Reise nachzufragen, was man denn "gesehen haben muß". Wenn man seine Fahrt danach ausrichtet, ist doch das Zusammentreffen mit großen Gruppen anderer Reisender (auch häufig abwertend als "Touris" bezeichnet) vorprogrammiert.

Das kommt darauf an, wie gut man informiert ist, wie gut geplant. Je weniger ich vorab plane, desto mehr bin auf Infos unterwegs angewiesen. Zuweilen kann das "Muss" auch eine unerwartet gewollte Empfehlung sein. Entscheiden kann ich ja immer noch, nach den Hauptattraktionen fragen ist aber nicht verkehrt. Noch besser natpürlich, man weiß nach den versteckten Sehenswürdigkeiten zu fragen. Da ich mich mich viel in Naturräumen fern großer Städte aufhalte, ist das "Muss" nicht selten ein Open-Air-Platz, z.B. ein Wasserfall, ein Skulturengarten, eine Wanderroute etc., wo es nicht mal großen Andrang geben muss oder sich die Masse gut verteilt. Manchmal schützt sogar schlechtes Wetter vor zu großem Andrang, anderfalls frühe oder späte Stunden. listig