Posted by: Martina
Re: Radfahrphilosopie? Tourplanung? Schweinehund? - 01/02/17 10:07 AM
In Antwort auf: Uli
Zitat:
der überwiegende Großteil von tausenden schönen Reiseeindrücken und -erinnerungen stammen genau von Rad- (und Wander-) Touren
Aber ist es nicht so, dass die Eindrücke von Rad- und Wandertouren unterschiedlich sind?
Kommt drauf an. Ich habe schon Wandertouren gemacht, in denen ich die ganze Zeit konzentriert auf den Weg starren musste, um nicht daneben zu treten und hinterher das Gefühl hatte, ich hätte den Tag genausogut auf dem Laufband verbringen können.

Insgesamt finde *ich* persönlich, dass das Tempo beim Radfahren genau den richtigen Kompromiss für eine Reise darstellt. Mit dem Auto übersieht man zu viel, zu Fuß gibts zu viele Längen. Das muss aber nicht heißen, dass das für alle anderen auch gilt.
Einen weiteren Nachteil gibt es m.E. beim Wandern: man muss viel sorgfältiger planen, wie man den Tag einteilt und wo man übernachtet, denn 10 zusätzliche Kilometer sind mit dem Rad im Normalfall kein Thema (wenn nicht gerade ein Alpenpass dazwischen liegt), zu Fuß aber richtig viel. Und nicht groß vorplanen zu müssen ist ebenfalls wieder für mich auch ein wichtiger Aspekt am Urlaub. Deshalb habe ich auch kein großes Interesse daran, eine Tagesetappe unbedingt 'schaffen' zu müssen. Für mich wäre das Stress. Wer aber genau daran Freude empfindet, ist zwar anders als ich aber deswegen noch lange nicht irre. Problematisch wird es dann, wenn auch der Urlaub keinen Spaß mehr macht, sondern eine Verpflichtung darstellt. Das kann ich ganz ehrlich nicht verstehen.
Martina