Posted by: Holger
Re: Radfahrphilosopie? Tourplanung? Schweinehund? - 12/29/16 12:36 PM
In Antwort auf: Yogibaer
[…]Meine Frau meint dazu, dass es für mich eigentlich egal ist, wo ich fahre, da ich ja sowieso nichts sehe und nur im Sattel sitze. Am Ende einer Tour neige ich inzwischen dazu ihr recht zu geben.[…]
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen - für mich ist es der wichtigste Grund, auf Radreise zu gehen, dass ich eben was sehe, während ich im Sattel sitze.
Ansonsten plane ich sehr wenig. Einschränkend muss ich sagen, dass ich meine Radreisen in einem ziemlich eingeschränkten Gebiet veranstalte, Frankreich und Schweiz. Also kenn ich mich in der Reiseregion meist einigermaßen aus. Wenn ich ein völlig neues Land bereisen würde, würde ich vielleicht mehr planen.
In der Regel kenne ich Datum und Ort, wann und wo ich aus dem Zug steige und wann und wo ich wieder einsteige. Dazwischen ist es mehr oder weniger offen, geplant ist eine Region, die ich bereisen möchte. Manchmal ändert sich selbst dieser Plan wetterbedingt erheblich, wie hier : Eigentlich sollte das eine Zentralmassivreise werden, vor allem im nördlichen Zentralmassiv. Dort war jedoch sehr wechselhaftes Wetter mit sehr Regen vorhergesagt, so dass ich mich entschied, weiter im Süden zu fahren, Cevennen und PRovence. Fast ausschließlich Sonne, sogar auf dem Mont Aigual. Dann gibt es andere Touren, bei denen einige Pässe feststehen, die ich nochmal fahren wollte, und Termine sportlicher Art, hier: Tour de France. Doch auch dort reagierte ich flexibel aufs Wetter, als in den Alpen ständig ab nachmittag starke Gewitter aufzogen, bin ich einfach ans Meer gefahren und durch die Provence bis Marseille, dann per Zug zum Sportziel. Komplett durchgeplant hatte ich eine Reise: Frankfurt - Paris schnell und direkt (Reiseberichte) - aber selbst bei dieser waren die Übernachtungen nicht vorhergeplant.
Ich habe es lieber sehr flexibel, um auf Lust, Laune und Wetter reagieren zu können. Ich reise alleine, da ist das natürlich einfacher.
Viele Grüße,
Holger