Posted by: Salamander
Re: Fehlende Knautschzone = Lebensgefahr? - 10/25/04 09:10 AM
In Antwort auf: jdrunge
Ob ich diese Links angesichts der obigen Liste von Fahrradunfällen "belustigend" finde, das sei mal dahingestellt, aber angemerkt sei zumindest, dass es sich nicht (so sehr) um "Anti-Helm"-, sondern eher um "Anti-Helmpflicht"-Links handelt. Der zitierte ADFC zum Beispiel will nämlich trotz seiner Gegnerschaft der Helmpflicht "durch Aufklärung" das Helmtragen fördern!
Wer sich die Mühe macht, die beiden Anti-Helm-Links auch zu lesen wird zu dem Schluß kommen, daß Helme wohl nicht schaden, aber auch nichts nützen. Zitat: "80% der Getöteten trugen Helme, was ziemlich genau dem Anteil der Helm tragenden Radfahrer entspricht." Das deckt sich mit meinen Erfahrungen (bzw im Bekanntenkreis): entweder hat die Murmel garnix abgekriegt, oder die Kopfverletzungen waren so daß auch ein Helm nicht geholfen hätte (Kieferbereich oder immens hohe Gewalteinwirkung).
In dieser Liste sind 2 Fahrradunfälle, wo der Helm wahrscheinlich geholfen hätte, dem stehen 8 Fälle gegenüber wo mangels weiterer Information offen ist ob eine Fahrradhelm genutzt hätte, vielleicht sind einige dieser Unfälle auch mit Helm passiert. Wer frontal gegen eine Straßenbahn gerät hat jedenfalls auch mit Helm keine Chance. Dagen läßt sich aus dieser Liste leicht die Forderung erheben, getrennte Radwege abzulehnen oder wenigstens das bestehenede Konzept drastisch zu verbessern.
Was mich an dieser Helmbegeisterung nervt ist daß dadurch immer versucht wird, in unserer autozentrierten Welt dem Radfahrer eine Mitschuld zu geben: "Unfallbericht... der Radfahrer trug keinen Helm" - steht auch gerne bei Rumpf- oder Beinverletzungen wo ein Helm überhaupt nichts geholfen hätte. Aber irgendwie muß der ja Schuld sein.
Komisch, niemand käme auf die Idee, eine willkürliche Liste mit 20 Unfällen von Kindern zusammenzustellen und daraus zu folgern: "Kinder sind gefährlich"