Posted by: Keine Ahnung
Re: Petition gegen parkende Autos auf Radwegen - 10/04/14 09:53 AM
Wie zu erwarten, ist dieser Faden wieder zu einem Diskussionsforum pro und contra Radweg geworden. Und dass uns hier dieser Punkt so berührt (aufregt) liegt sicherlich daran, dass wir als "aktive" Radfahrer mit den Radwegen häufig oder täglich konfrontiert werden.
Ich habe schon geschrieben, dass ich eine etwas gespaltene Haltung zu Radwegen habe. Die Idee, nicht mehr mit den Autos den gleichen Weg teilen zu müssen, gefällt mir sehr gut. Wer meine hier jedes Jahr zur Diskussion gestellten Pläne für Radtouren kennt, weiß, dass ich aus diesem Grund auf einer Radreise auch durchaus die kleine Holperstraße abseits der größeren Verkehrswege wähle.
Die Situation ist aber anders, wenn ich im Alltag von A nach B kommen will. Hier möchte ich auch einigermaßen schnell und komfortabel und vor allem sicher fahren können. Solange das ein ausreichend breiter Radweg ermöglicht, ist das gut so. Nun habe ich das Glück (und ich schreibe dieses Wort ohne Anführungsstriche), dass ich für diese A-nach-B-Strecken meist im eher ländlichen Bereich und im verkehrsruhigeren Bremen-Nord unterwegs bin. Dort komme ich kaum in die Verlegenheit, dass der Radweg mich in Konflikt mit unvorhersehbaren Rechtsabbiegemanövern bringt - die Hauptgefahr bei Radwegnutzung.
Fahre ich aber im Bremer Zentrum oder in anderen belebteren Stadtgebieten oder Städten, so nimmt meine Freude an den Radwegen erheblich ab. Radfahrer, die auf der falschen Seite meinen Radweg nutzen, Fußgänger, die aus Rücksichtslosigkeit (seltener) oder Unaufmerksamkeit (häufig - passiert auch mir auf solchen geteilten Wegen leider immer wieder) auf den Radstreifen gehen oder plötzlich dorthin wechseln, Autos, die den Radweg versperren, Bauarbeiten, bei denen bestenfalls noch ein Schild "Radfahrer absteigen" angebracht wurde (wo ist das Schild "Autos schieben"?), schlechte Wegoberflächen usw. reduzieren ganz klar die Freude am Radfahren. Bedeutender ist aber, dass diese Dinge sowie insbesondere die gefährliche Rechtsabbiegesituation, der bei dem dichten Stadtverkehr nicht einfach durch vorausschauendes Fahren des Radfahrers begegnet werden kann, den Radfahrer gefährden. Und damit kehrt sich der positive Hintergedanke, den einige Verkehrsplaner vielleicht wirklich im Sinne der Radfahrer bei der Einrichtung von Radwegen gehabt hatten, in der Realität zu etwas, was die Situation der Radfahrer verschlechtert.
In so einem Fall ist es meist besser, den Radweg zu entfernen. Andererseits möchte man - gerade für die weniger routinierten und reaktionsschnellen Radfahrer Alternativen schaffen. Und es ist auch legitim, den Autofahrern möglichst unbehinderte Fahrt verschaffen zu wollen. Ich denke, dass auf längeren Teilstücken ein Radweg dann wohl doch die beste Option sein dürfte, wenn insbesondere das Problem des Rechtsabbiegens durch entsprechende Baumaßnahmen entschärft werden kann. Dort wo es der verfügbare Platz einfach nicht hergibt, müß die gemeinsame Nutzung von Verkehrswegen durch Autos und Radfahrer den Vorrang haben vor unzumutbaren "Pseudoradwegen", evtl. dann kombiniert mit Radspuren und/oder Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Es ist nicht sinnvoll, eine Diskussion über Radwege nur aus der Sicht einer Gruppe zu führen. Die meisten hier im Forum werden routinierte Radfahrer sein, die auch einmal flotter unterwegs sind und viel mit dem Fahrrad fahren (auch im Alltag). Es gibt aber auch die Gelegenheitsradfahrer, ältere und jüngere Radfahrer, die nicht mehr schnell reagieren können bzw. die die Verkehrssituation noch nicht überblicken können, Kurzsstreckenfahrer ("ich hole einmal schnell die Brötchen ...") usw. die einen schlechten Radweg selbst der besten Straße vorziehen würden. Ob die dann auf dem Radweg nur eine gefühlte Sicherheit haben oder sich tatsächlich dort sicherer bewegen, weil sie z. B. lieber an jeder Straßenquerung anhalten, als zügig voranzukommen, das sei dahingestellt. Es muss auch - selbst wenn das hier eher verpönt zu sein scheint - die Sicht der Autofahrer einbezogen werden. Wenn es denen erlaubt ist, mit 50 km/h durch die Stadt zu fahren, auf zum Teil mehrspurigen Wegen in zum Teil unbekannten Gefilden, so möchten sie nicht auch noch auf Radfahrer achten müssen bzw. können dies auch nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit tun.
Am Ende wird eine sinnvolle Lösung immer ein Kompromiss sein, in dem der Radfahrer in den Städten etwas langsamer - aber dafür hoffentlich sicher - vorankommt und auch der Autofahrer evtl. mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen oder verkehrsberuhigte Zonen hinnehmen muss. Es muss bei allen Überlegungen klar sein, dass alle Verkehrsteilnehmer gleiche Rechte und auch gleiche Pflichten haben. Besonders aber muss die Sicherheit die höchste Priorität haben.
Ich habe schon geschrieben, dass ich eine etwas gespaltene Haltung zu Radwegen habe. Die Idee, nicht mehr mit den Autos den gleichen Weg teilen zu müssen, gefällt mir sehr gut. Wer meine hier jedes Jahr zur Diskussion gestellten Pläne für Radtouren kennt, weiß, dass ich aus diesem Grund auf einer Radreise auch durchaus die kleine Holperstraße abseits der größeren Verkehrswege wähle.
Die Situation ist aber anders, wenn ich im Alltag von A nach B kommen will. Hier möchte ich auch einigermaßen schnell und komfortabel und vor allem sicher fahren können. Solange das ein ausreichend breiter Radweg ermöglicht, ist das gut so. Nun habe ich das Glück (und ich schreibe dieses Wort ohne Anführungsstriche), dass ich für diese A-nach-B-Strecken meist im eher ländlichen Bereich und im verkehrsruhigeren Bremen-Nord unterwegs bin. Dort komme ich kaum in die Verlegenheit, dass der Radweg mich in Konflikt mit unvorhersehbaren Rechtsabbiegemanövern bringt - die Hauptgefahr bei Radwegnutzung.
Fahre ich aber im Bremer Zentrum oder in anderen belebteren Stadtgebieten oder Städten, so nimmt meine Freude an den Radwegen erheblich ab. Radfahrer, die auf der falschen Seite meinen Radweg nutzen, Fußgänger, die aus Rücksichtslosigkeit (seltener) oder Unaufmerksamkeit (häufig - passiert auch mir auf solchen geteilten Wegen leider immer wieder) auf den Radstreifen gehen oder plötzlich dorthin wechseln, Autos, die den Radweg versperren, Bauarbeiten, bei denen bestenfalls noch ein Schild "Radfahrer absteigen" angebracht wurde (wo ist das Schild "Autos schieben"?), schlechte Wegoberflächen usw. reduzieren ganz klar die Freude am Radfahren. Bedeutender ist aber, dass diese Dinge sowie insbesondere die gefährliche Rechtsabbiegesituation, der bei dem dichten Stadtverkehr nicht einfach durch vorausschauendes Fahren des Radfahrers begegnet werden kann, den Radfahrer gefährden. Und damit kehrt sich der positive Hintergedanke, den einige Verkehrsplaner vielleicht wirklich im Sinne der Radfahrer bei der Einrichtung von Radwegen gehabt hatten, in der Realität zu etwas, was die Situation der Radfahrer verschlechtert.
In so einem Fall ist es meist besser, den Radweg zu entfernen. Andererseits möchte man - gerade für die weniger routinierten und reaktionsschnellen Radfahrer Alternativen schaffen. Und es ist auch legitim, den Autofahrern möglichst unbehinderte Fahrt verschaffen zu wollen. Ich denke, dass auf längeren Teilstücken ein Radweg dann wohl doch die beste Option sein dürfte, wenn insbesondere das Problem des Rechtsabbiegens durch entsprechende Baumaßnahmen entschärft werden kann. Dort wo es der verfügbare Platz einfach nicht hergibt, müß die gemeinsame Nutzung von Verkehrswegen durch Autos und Radfahrer den Vorrang haben vor unzumutbaren "Pseudoradwegen", evtl. dann kombiniert mit Radspuren und/oder Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Es ist nicht sinnvoll, eine Diskussion über Radwege nur aus der Sicht einer Gruppe zu führen. Die meisten hier im Forum werden routinierte Radfahrer sein, die auch einmal flotter unterwegs sind und viel mit dem Fahrrad fahren (auch im Alltag). Es gibt aber auch die Gelegenheitsradfahrer, ältere und jüngere Radfahrer, die nicht mehr schnell reagieren können bzw. die die Verkehrssituation noch nicht überblicken können, Kurzsstreckenfahrer ("ich hole einmal schnell die Brötchen ...") usw. die einen schlechten Radweg selbst der besten Straße vorziehen würden. Ob die dann auf dem Radweg nur eine gefühlte Sicherheit haben oder sich tatsächlich dort sicherer bewegen, weil sie z. B. lieber an jeder Straßenquerung anhalten, als zügig voranzukommen, das sei dahingestellt. Es muss auch - selbst wenn das hier eher verpönt zu sein scheint - die Sicht der Autofahrer einbezogen werden. Wenn es denen erlaubt ist, mit 50 km/h durch die Stadt zu fahren, auf zum Teil mehrspurigen Wegen in zum Teil unbekannten Gefilden, so möchten sie nicht auch noch auf Radfahrer achten müssen bzw. können dies auch nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit tun.
Am Ende wird eine sinnvolle Lösung immer ein Kompromiss sein, in dem der Radfahrer in den Städten etwas langsamer - aber dafür hoffentlich sicher - vorankommt und auch der Autofahrer evtl. mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen oder verkehrsberuhigte Zonen hinnehmen muss. Es muss bei allen Überlegungen klar sein, dass alle Verkehrsteilnehmer gleiche Rechte und auch gleiche Pflichten haben. Besonders aber muss die Sicherheit die höchste Priorität haben.