Posted by: Anonymous
Re: Kartenlesen - eine verschwindende Kunst? - 08/01/04 06:41 AM
Um noch mal vielleicht einen kleinen Beitrag zum Thema zu schreiben ...
Wir (also wir alle) sind ja in letzter Zeit stark kritisiert worden wg. chronischer Off-Topic-Threads
Du hast natuerlich recht, jemand, der sich mit dem Fahrrad in die Welt hinaus begibt, sollte eigentlich eine Landkarte lesen koennen, und vielleicht herrscht da bei manchen Leuten noch Lernbedarf
Allerdings ist die Frage, wie fahre ich am besten von A nach B nicht ganz illegitim, denn nicht immer gibt es gute Karten von der Region. Oder man kriegt sie nicht her oder man will sie einfach fuer ein einziges Mal durchfahren nicht unbedingt kaufen.
Auch kann man nicht alles aus der Karte ablesen. Du kennst vielleicht mein 'Lieblingsbeispiel', die Strecke von Langres nach Chatillon-sur-Seine, wo es auf 75 km keinen Hypermarche gibt. In der Michelin-Karte sind keine Hypermarches eingetragen, also ist z.B. die Frage: 'Wie durchfahre ich in Frankreich die Strecke von Basel bis zur Loire-Region?' durchaus legitim und da wuerde ich als 'Insider' auch gerne weiterhelfen. Oder auf die Suche verweisen
Auch die Steigungen kann ich bei Michelin oft nur aus den Flusslaeufen, der Untergrundfarbe etc. ablesen. Steigungspfeile vergibt Michelin nach Gutduenken, auf kleineren Strassen sind sie sparsam damit. Besonders kilometerlange Steigungen, die aber immer unter 5% bleiben, erhalten grundsaetzlich keinen Pfeil. Ich weiss nicht, ob es fuer F spezielle Radkarten gibt, aber die haetten in jedem Falle einen weiteren grossen Nachteil: Der Massstab. Die Michelins mit 1:200.000 sind bei einer groesseren Runde schon ein huebscher Stapel Papier, und bei genaueren Karten wird's noch mehr. Soviel jetzt zu Frankreich, in anderen Laendern mag es aehnlich sein.
Fuer Deutschland ist mir aufgefallen, dass die dort verfuegbaren Radkarten oft auf einem heillos veralteten Stand und nicht fuer alle Fahrradsorten brauchbar sind (*). Auch das ist kein gutes Argument fuer das Besorgen und Lesen von Karten ...
Um es kurz zusammenzufassen, halte ich die Frage nach einem Tipp fuer eine Route von A nach B in der Regel fuer legitim, als 'Default' anstatt sich selber Gedanken zu machen ist es natuerlich 'daneben'.
Das ist dann nichts anderes, als wie zu einem ausgelutschten Thema einen neuen Thread zu eroeffnen, anstatt per Suche das bereits niedergeschriebene Wissen anzuzapfen
Ciao ... Wolfi
(*) Vielleicht ist ja auch dieses ADFC Blatt 22, Achte Auflage von 2001, wo zwar schon ein Preis in Euro drauf ist, aber die A 92 noch als 'in Planung' eingezeichnet ist, eine unruehmliche Ausnahme ... auch die 'neue' B 15 im Regensburger Suedosten fehlt (**). Generell sind die ADFC-Karten (und wahrscheinlich andere Rad-Karten auch) mehr auf den gemuetlichen Radler mit Allzweck-Trekking-Muehle ausgelegt. Wenn ich mir meine Regensburg-Erlangen-Strecke anschaue, die ist auf der ADFC-Karte grundsaetzlich auf dem geschotterten Radweg auf dem anderen Flussufer der Naab bzw. Vils eingezeichnet, kommt nicht in Frage mit dem Rennrad und mit meinem Reiserad eigentlich auch eher nicht. Obendrein sind viele Strassen als gesperrt eingezeichnet, die ueberhaupt nicht gesperrt sind: B 2 rund um Weissenburg z.B. Das ist nicht die ideale Strasse zum Radeln, aber als ich unlaengst abends nach 20:00 Uhr (Geschaefte zu, also kaum mehr Verkehr) noch gar nach Osterdorf wollte, war die B 2 ideal ... Und sie ist nicht gesperrt! Davon hatte ich mich auch zuvor bereits mit dem Auto ueberzeugen koennen. Darueberhinaus sind auf den ADFC-Karten sehr gut geeignete Strassen oft nur farblos eingezeichnet.
Eine gute Strassenverbindung in DE von A nach B ist eine klassische Frage, die man an Insider richten kann / muss / darf, denn hier ist die Moeglichkeit, sich selbst zu informieren, sehr begrenzt!! Wg. siehe oben helfen Karten, auch Radkarten (!) nur begrenzt. Das ganze wird durch die katastrophale Beschilderung in DE (alle Wegweiser fuehren auf die naechstgelegene Autobahn oder noch schlimmer (weil nicht in blau kenntlich markiert), Kraftfahrstrasse) noch erschwert. Wenn ich z.B. von Osterdorf zurueck muss nach Regensburg, dann muss ich mich in Abensberg wohl offensichtlich gen Kehlheim orientieren, das ist zwar nicht das, wo ich hinwill, ich hoffe aber, dass mich diese Richtung auf die alte B 16 fuehrt - alle anderen Richtungen landen auf der neuen B 16 (dort Kraftfahrstrasse
) .- ich werd's naechste Saison sicher mal ausprobieren
(**) Aehm nein, ich sehe gerade im Beitrag von Cyclist-Markus, dass die ADFC-Karten auch anderswo in DE auf Stand anno Tobak sind



Du hast natuerlich recht, jemand, der sich mit dem Fahrrad in die Welt hinaus begibt, sollte eigentlich eine Landkarte lesen koennen, und vielleicht herrscht da bei manchen Leuten noch Lernbedarf

Allerdings ist die Frage, wie fahre ich am besten von A nach B nicht ganz illegitim, denn nicht immer gibt es gute Karten von der Region. Oder man kriegt sie nicht her oder man will sie einfach fuer ein einziges Mal durchfahren nicht unbedingt kaufen.
Auch kann man nicht alles aus der Karte ablesen. Du kennst vielleicht mein 'Lieblingsbeispiel', die Strecke von Langres nach Chatillon-sur-Seine, wo es auf 75 km keinen Hypermarche gibt. In der Michelin-Karte sind keine Hypermarches eingetragen, also ist z.B. die Frage: 'Wie durchfahre ich in Frankreich die Strecke von Basel bis zur Loire-Region?' durchaus legitim und da wuerde ich als 'Insider' auch gerne weiterhelfen. Oder auf die Suche verweisen


Auch die Steigungen kann ich bei Michelin oft nur aus den Flusslaeufen, der Untergrundfarbe etc. ablesen. Steigungspfeile vergibt Michelin nach Gutduenken, auf kleineren Strassen sind sie sparsam damit. Besonders kilometerlange Steigungen, die aber immer unter 5% bleiben, erhalten grundsaetzlich keinen Pfeil. Ich weiss nicht, ob es fuer F spezielle Radkarten gibt, aber die haetten in jedem Falle einen weiteren grossen Nachteil: Der Massstab. Die Michelins mit 1:200.000 sind bei einer groesseren Runde schon ein huebscher Stapel Papier, und bei genaueren Karten wird's noch mehr. Soviel jetzt zu Frankreich, in anderen Laendern mag es aehnlich sein.
Fuer Deutschland ist mir aufgefallen, dass die dort verfuegbaren Radkarten oft auf einem heillos veralteten Stand und nicht fuer alle Fahrradsorten brauchbar sind (*). Auch das ist kein gutes Argument fuer das Besorgen und Lesen von Karten ...
Um es kurz zusammenzufassen, halte ich die Frage nach einem Tipp fuer eine Route von A nach B in der Regel fuer legitim, als 'Default' anstatt sich selber Gedanken zu machen ist es natuerlich 'daneben'.
Das ist dann nichts anderes, als wie zu einem ausgelutschten Thema einen neuen Thread zu eroeffnen, anstatt per Suche das bereits niedergeschriebene Wissen anzuzapfen

Ciao ... Wolfi

(*) Vielleicht ist ja auch dieses ADFC Blatt 22, Achte Auflage von 2001, wo zwar schon ein Preis in Euro drauf ist, aber die A 92 noch als 'in Planung' eingezeichnet ist, eine unruehmliche Ausnahme ... auch die 'neue' B 15 im Regensburger Suedosten fehlt (**). Generell sind die ADFC-Karten (und wahrscheinlich andere Rad-Karten auch) mehr auf den gemuetlichen Radler mit Allzweck-Trekking-Muehle ausgelegt. Wenn ich mir meine Regensburg-Erlangen-Strecke anschaue, die ist auf der ADFC-Karte grundsaetzlich auf dem geschotterten Radweg auf dem anderen Flussufer der Naab bzw. Vils eingezeichnet, kommt nicht in Frage mit dem Rennrad und mit meinem Reiserad eigentlich auch eher nicht. Obendrein sind viele Strassen als gesperrt eingezeichnet, die ueberhaupt nicht gesperrt sind: B 2 rund um Weissenburg z.B. Das ist nicht die ideale Strasse zum Radeln, aber als ich unlaengst abends nach 20:00 Uhr (Geschaefte zu, also kaum mehr Verkehr) noch gar nach Osterdorf wollte, war die B 2 ideal ... Und sie ist nicht gesperrt! Davon hatte ich mich auch zuvor bereits mit dem Auto ueberzeugen koennen. Darueberhinaus sind auf den ADFC-Karten sehr gut geeignete Strassen oft nur farblos eingezeichnet.
Eine gute Strassenverbindung in DE von A nach B ist eine klassische Frage, die man an Insider richten kann / muss / darf, denn hier ist die Moeglichkeit, sich selbst zu informieren, sehr begrenzt!! Wg. siehe oben helfen Karten, auch Radkarten (!) nur begrenzt. Das ganze wird durch die katastrophale Beschilderung in DE (alle Wegweiser fuehren auf die naechstgelegene Autobahn oder noch schlimmer (weil nicht in blau kenntlich markiert), Kraftfahrstrasse) noch erschwert. Wenn ich z.B. von Osterdorf zurueck muss nach Regensburg, dann muss ich mich in Abensberg wohl offensichtlich gen Kehlheim orientieren, das ist zwar nicht das, wo ich hinwill, ich hoffe aber, dass mich diese Richtung auf die alte B 16 fuehrt - alle anderen Richtungen landen auf der neuen B 16 (dort Kraftfahrstrasse


(**) Aehm nein, ich sehe gerade im Beitrag von Cyclist-Markus, dass die ADFC-Karten auch anderswo in DE auf Stand anno Tobak sind


