Posted by: JB_Linnich
Der Feind im Wald - 07/21/04 01:47 PM
Hallo Leute,
an einem der vergangenen Wochenenden war im Magazin unsere Tageszeitung der folgende Artikel abgedruckt, der mir so gut gefallen hat, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten wollte:
Zitiert aus: Zeitungsverlag-Aachen, Magazin 10.07.2004
Der Feind im Wald
Von Jürgen Seyffert
Einmal in der Woche mindestens, besser wäre natürlich zweimal. T-Shirt, kurze Hose, Joggingschuhe an und ab in den Wald. Heute wird der innere Schweinehund überwunden. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, ich habe überhaupt nichts gegen Hunde. Ganz im Gegenteil, ich mag Hunde, sehr sogar. Bis auf ein paar Ausnahmen jedenfalls.
Die Rasse spielt dabei keine Rolle. Und wenn so ein kleiner Racker gleich mehrere in sich trägt, um so besser. Multi-Kulti ist doch in. Die Größe ist auch völlig egal, Dackel oder Dogge, alles kein Problem. Der alles entscheidende Punkt – ist mir der Vierbeiner sympathisch oder nicht – ist sein Name. Ob nun Heintje, Horst, Dagmar oder d’Artagnan – wie eine Schweizer Internetseite für Hundenamen vorschlägt – schöne Namen für einen Vierbeiner sind, sei mal dahingestellt. Als Jogger mag ich Heintje, Horst, Dagmar oder d’Artagnan. Die tollen wild herum, spielen mit Stöckchen oder pinkeln gegen Bäume. Meine Feinde im Wald machen das nicht. Die stehen immer mitten im Weg, als hätten sie die ganze Woche auf mich gewartet: die Ohren gespitzt, die Lefzen leicht nach oben gezogen, die Zähne dezent in Position gerückt. Und dann kommt’s, Herrchen ruft den Namen: "Der-tut-nix". Super. Ich mag aber "Der-tut-nix" nicht. Ich hab sogar richtig Schiss vor "Der-tut-nix". Weil "Der-tut-nix" nämlich gar nicht so aussieht, wie er aussehen sollte, wenn er "Der-tut-nix" heißt. Entweder drehe ich dann direkt um, entscheide mich kurzfristig für eine andere Route oder warte solange, bis bei Herrchen dann doch die Zweifel über den Namen gesiegt haben und "Der-tut-nix" an der Leine festgemacht ist.
Für all das ist es meistens schon zu spät, wenn ich auf einen entfernten Namens-Verwandten von "Der-tut-nix" treffe. Dann hat er mich schon, der Teufel, der auf den Namen "Der-will-nur-spielen" hört – respektive nicht hört. Mag ja sein, dass "Der-will-nur-spielen" tatsächlich nur spielen will. Aber warum ausgerechnet hier und heute, warum mit mir, warum mit seiner kalten Schnauze in meiner Kniekehle? Und dann dieses amüsierte Lächeln im Gesicht von Herrchen. Der hat Spaß. Klar, der muss ja auch nicht mitspielen.
Heil zuhause angekommen, muss ich dann immer an die Geschichte denken, die mir ein Freund einmal erzählt hat. Dem hat beim Joggen im Wald mal so ein kleiner Kläffer in die Wade gebissen. Und jetzt raten Sie mal, wie der hieß? "Das-hat-er-noch-nie-getan".
an einem der vergangenen Wochenenden war im Magazin unsere Tageszeitung der folgende Artikel abgedruckt, der mir so gut gefallen hat, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten wollte:
Zitiert aus: Zeitungsverlag-Aachen, Magazin 10.07.2004
Der Feind im Wald
Von Jürgen Seyffert
Einmal in der Woche mindestens, besser wäre natürlich zweimal. T-Shirt, kurze Hose, Joggingschuhe an und ab in den Wald. Heute wird der innere Schweinehund überwunden. Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, ich habe überhaupt nichts gegen Hunde. Ganz im Gegenteil, ich mag Hunde, sehr sogar. Bis auf ein paar Ausnahmen jedenfalls.
Die Rasse spielt dabei keine Rolle. Und wenn so ein kleiner Racker gleich mehrere in sich trägt, um so besser. Multi-Kulti ist doch in. Die Größe ist auch völlig egal, Dackel oder Dogge, alles kein Problem. Der alles entscheidende Punkt – ist mir der Vierbeiner sympathisch oder nicht – ist sein Name. Ob nun Heintje, Horst, Dagmar oder d’Artagnan – wie eine Schweizer Internetseite für Hundenamen vorschlägt – schöne Namen für einen Vierbeiner sind, sei mal dahingestellt. Als Jogger mag ich Heintje, Horst, Dagmar oder d’Artagnan. Die tollen wild herum, spielen mit Stöckchen oder pinkeln gegen Bäume. Meine Feinde im Wald machen das nicht. Die stehen immer mitten im Weg, als hätten sie die ganze Woche auf mich gewartet: die Ohren gespitzt, die Lefzen leicht nach oben gezogen, die Zähne dezent in Position gerückt. Und dann kommt’s, Herrchen ruft den Namen: "Der-tut-nix". Super. Ich mag aber "Der-tut-nix" nicht. Ich hab sogar richtig Schiss vor "Der-tut-nix". Weil "Der-tut-nix" nämlich gar nicht so aussieht, wie er aussehen sollte, wenn er "Der-tut-nix" heißt. Entweder drehe ich dann direkt um, entscheide mich kurzfristig für eine andere Route oder warte solange, bis bei Herrchen dann doch die Zweifel über den Namen gesiegt haben und "Der-tut-nix" an der Leine festgemacht ist.
Für all das ist es meistens schon zu spät, wenn ich auf einen entfernten Namens-Verwandten von "Der-tut-nix" treffe. Dann hat er mich schon, der Teufel, der auf den Namen "Der-will-nur-spielen" hört – respektive nicht hört. Mag ja sein, dass "Der-will-nur-spielen" tatsächlich nur spielen will. Aber warum ausgerechnet hier und heute, warum mit mir, warum mit seiner kalten Schnauze in meiner Kniekehle? Und dann dieses amüsierte Lächeln im Gesicht von Herrchen. Der hat Spaß. Klar, der muss ja auch nicht mitspielen.
Heil zuhause angekommen, muss ich dann immer an die Geschichte denken, die mir ein Freund einmal erzählt hat. Dem hat beim Joggen im Wald mal so ein kleiner Kläffer in die Wade gebissen. Und jetzt raten Sie mal, wie der hieß? "Das-hat-er-noch-nie-getan".