Hallo Markus,
Zunächst mal: die Kreiselkräfte sind nicht so entscheidend, wie außer mir auch noch andere versucht haben, klarzumachen.
Insofern war der Film in der "Sendung mit der Maus" nicht ganz richtig.
Andreas: diese ständigen Gegenbewegungen würden ja ein Ausmaß an Konzentration erfordern, das ich mir nie zutrauen würde
Diese Bewegungen geschehen unbewusst. Wenn man umzukippen beginnt, wirkt man dem entgegen, das macht man beim aufrechten Gang genau so.
Dass es leichter geht, wenn man fährt, liegt wahrscheinlich an zwei Gründen: zum einen an den oben erwähnten Fliehkräften, zum anderen kann man, wenn man fährt, nicht nur den Körperschwerpunkt über die (Verbindungslinie der) Auflagepunkte bringen, sondern auch die Auflagepunkte unter den Schwerpunkt. Das geht nicht, wenn das Fahrrad steht, ausser man hüpft damit.
Und nun zu den Kreiselkräften...
Ist etwas schwer zu erklären. Kreisel sind extrem kompliziert, auch wenn sie so einfach sind
Es ist dasselbe Phänomen, wie z.B. bei einem einfachen Holzkreisel. Wenn du ihn einfach so (ohne dass er sich dreht) auf die Spitze stellst, fällt er um. Wenn er sich (ausreichend schnell) dreht, fällt er nicht um. Rotierende Körper folgen einer Kraft nicht sondern weichen ihr aus. Ich kann die Gründe dafür jetzt leider nicht anschaulich erklären. Ich weiß, dass ich es mir mal anschaulich machen konnte... irgendwie muss man sich vorstellen, wie sich die Fliehkräfte der verschiedenen Teile des Kreisels ändern, wenn man ihn kippt. Vielleicht kann das ja einer der aktuellen Physikstudenten erklären, bei mir ist's zu lange her (und ich habe jetzt grad keine Lust, darüber nachzudenken

).
Gruß
Andreas