Re: frage an die navi-spezialisten

Posted by: derSammy

Re: frage an die navi-spezialisten - 03/05/13 03:15 PM

In Antwort auf: Gio

Alles keine guten Aussichten für das ermitteln von Höhendaten mit GPS-Geräten, ob die nun ein Barometer dabei haben, oder nicht. Wenn es tatsächlich nur um die Höhenmeter geht, könnte man zu einem nicht weniger falschen Ergebniss kommen, wenn man die Strecke auf einer Karte mit Höhendaten am PC nachmalt.

Da meine Glaskugel grade defekt ist, weiß ich nicht wirklich, wie die GPS-Geräte die Höhendaten ermitteln. Aber wenn man sich nur halbwegs clever dabei anstellt, dann hat ein barometrischer Höhenmesser schon sehr viel Sinn, da dessen relativer Fehler sehr klein ist (ein Meter rauf oder runter lässt sich ziemlich präzise ermitteln). Die wetterbedingt u.U. großen absoluten Fehler, lassen sich über das GPS-Signal sehr gut herauskalibrieren, zumindest auf sagen wir mal 5-10m genau, wobei dies bei der Berechnung der "Höhenmeter" nur dann ins Gewicht fällt, wenn mehrfach am Tag neu kalibriert werden müsste - ein Oszilieren der Luftdruckkurve ist aber eher untypisch.

Ein Rückgriff auf Kartenmaterial bei der Berechnung der Höhenmeter ist aus vielen Gründen unglücklich:
- Man verlagert den Fehler in einen anderen Bereich (die genaue Ermittlung des Kartenmaterials (die Ermittlung aller Höhenkoordinaten auf einer ganzen Fläche ist um Größenordnungen aufwändiger als die Höhenermittlung entlang einer Route) und kombiniert diesen dann noch mit dem Fehler der (un)genauen Ortsbestimmung.
- Man unterstellt, dass man sich immer auf dem "Boden der Karte" bewegt hat (man denke an Segelflug, (steile) Kletterstiege oder nur eine Seilbahnfahrt, wo diese Annahme schlicht falsch ist)
- Man handelt sich wohl kartenlizensrechtliche Probleme ein und schränkt die Funktionalität des GPS-Gerätes auf jene Karten ein, die Höhendaten (in einem wohl bisher nicht standarisierten Format) mitliefern. Man beachte, dass es dafür nicht reicht, das Wissen über den Verlauf von Höhenlinien zu haben (welcher häufig ungenau ist!), sondern man muss auch ermitteln, zwischen welchen Höhenlinien man sich zu jedem Zeitpunkt befindet. Ferner sind Höhenlinien oft nur in Abständen deutlich größer als die hier besprochene Genauigkeit verfügbar (sagen wir mal 10m aufwärts).


In Antwort auf: Gio

Schön wäre es, wenn es da einen Standard gäbe, z.B. eine bestimmte Karte.

Die gibt es aus oben genannten Gründen nicht.

@Toxxi: Der dein Vergleich mit der norwegischen Küste hinkt. Und zwar aus folgendem Grund: Umso weiter du bei der Küste "reinzoomst", umso länger wird sie. Und zwar um Größenordnungen! Das ist bei der Höhenprofilmessung nicht der Fall.

Wirklich interessant sind die Höhenmeter ja im Gebirge, und da es für einen Pass unüblich ist, zwischendrin Abfahrten zu haben, sollten wohl alle einig sein, dass man für diesen als "Höhenmeter" "Passhöhe-Ausgangshöhe" ansetzt, analog für die Abfahrt. Egal wie genau du die Passstraße auflöst, du solltest immer zum annähernd gleichen Ergebnis kommen. Erst wenn du die Mikroebene betrachtest und die rauhe Fahrbahnoberfläche betrachtest, kommen "kleine Abfahrten" während des Anstiegs hinzu, aber so genau möchte ich da nicht hinschauen.
Letztlich muss der Algorithmus also nur herausfinden: In welchen Bereichen ging es bergauf, wo ging es bergab und dann jeweils dazwischen die Differenzen addieren. Selbst für stark verrauschte GPS-Daten ohne barometrische Höhenmessung sollte dies bei einem Alpenpass problemlos möglich sein, zumindest auf sagen wir +-20m genau.

Mir sind kaum Wege bekannt, wo sich "auf und ab" innerhalb weniger Meter ständig ändern. Man kann schon davon ausgehen, dass es über Strecken von 300m (oder gar deutlich länger?) entweder bergauf oder bergab geht und genau diese Annahme vermute ich auch hinter den Algorithmen der GPS-Geräte. Unter Umständen erfasst man so mal eine kurze steile Brücke (rauf-runter) oder eine steile Unterführung (runter- rauf) nicht, aber das ist eben der Preis, den man für die Glättung der Daten zahlt. Tragisch ist das in meinen Augen nicht, denn durch die Trägheit verliert man in diesen Buckeln/Senken kaum Zeit und sie sind von der Anstrengung nicht vergleichbar mit dem monotonen "den-Berg-rauf-wuchten".