Posted by: martinbp
Re: Nordisk Lofoten 1 ULW für Bike Packing? - 01/06/25 02:22 PM
Eigentlich ist es ja schon eine ganze Zeit ein off-topic Faden geworden.
Aber deine Ansprüche sind meiner Meinung nach einfach nicht koherent. Du willst vieles, was es einfach nicht gibt: eine hohe Hoteldichte im dünnbesiedelten Norden, gute asphaltierte Radwege auch außerhalb der Fernradrouten, möglichst viel Spontaneität, aber dabei soll es auch nicht zu teuer sein.
Hotels gibt es im Nordosten (außerhalb der asugeprochenen Touristengebiete) meist nur in "ordentlichen" Städten, so in der Größenordnung ab 10000 Einwohner und die liegen eben naturgemäß durchaus auch mal 30-40 km voneinander entfernt und sind dann nur durch eine, teilweise auch stark befahrenen Straße verbunden. Entweder man nimmt die oder man sattelt noch weitere 10-20 km drauf. Man findet durchaus auch Nebenstraßen, aber dann muss man halt auch das Kopfsteinpflaster innerhalb der Orte (und manchmal auch außerhalb) in Kauf nehmen. Ich für meinen Teil habe bei meiner Sommertour von Leipzig über Flämig-Barnim-Meckelnburger Seenplatte-Wendland nach Salzwedel nur auf kurzen Stücken stark befahrene Straßen benutzen müssen, aber die Strecke kann man eben nicht als rennradtauglich beschreiben.
Manchmal findet man ja auch Privatunterkünfte, Pensionen, aber dort ist man als Einzelradler für ein Nacht unerwünscht- auch dass muss man akzeptieren, es ist zwar nicht schön, aber ist einfach so.
Nicht asphaltierte Radrouten gibt es auch in Bayern zur Genüge, nicht nur im Osten. Ist aber abseits der ausgeschilderten Radrouten in Nordostdeutschland eher ein Problem, weil es dann sehr schnell sandig wird. Wer aus seinem Dorf in den nächstgelegen größeren Ort radeln will oder muss, kauft sich/nimmt ein Rad, das diesen Gegebenheiten Rechnung trägt.
Rennradfahrer waren bei der Erstellung touristischer Radrouten halt keine Zielgruppe.
Insofern bist du halt weniger ein Reiseradler, sondern eher ein Amateur-Tour de France-Radler, bei dem der sportliche Aspekt im Vordergrund steht und weniger das Genießen von unbekannten Gegenden.
Ob eine Zeltausrüstung dann als Notfalloption sinnvoll ist, ist natürlich keine leichte Entscheidung. Es sind ja nicht nur Zelt, Schlafsack Isomatte, da kommt noch einiges zusammen, wenn man autark sein mnöchte. Und ob man eine Nacht zeltet, oder jede Nacht auf der ganzen Tour, macht beim Gewicht keinen großen Unterschied.
Ich für meinen Teil gehe gerade andersrum ran: Prinzipiell Zelt, weil ich bei Pensionen schon öfters abgewiesen wurde und 150 € für eine Nacht in einem richtigen Hotel und dann noch vielleich 20-30 € für ein Abendbrot einfach mein Budget sprengen würde.
Bei schlechtem Wetter/Dauerregen/Gewitter versuche ich dann zwar eine Festunterkunft zu finden, aber das hat z.B. in diesem Sommer in Müchehofe nicht geklappt: In einer Pension war niemand da, auch an Telefon ging keiner ran, aus der Jugendherberge wurde etwas anderes, und die dritte Pension war im Mai schon ausgebucht. Nach Aussage des Betreibers buchen die Leute schon im November des Vorjahres. In der vierten Pension war schon alles auf den Besuch einer Familie am nächsten Tag vorbereitet, und da hätte man nochmal reinigen, beziehen müssen. Kurz, es blieb wieder das Zelt.
Aber auch das hat seine Tücken. CPs sind in Touristengebieten meist reichlich vorhanden, z.B. an den brandenburgischen und mecklenburgischen Seen. Da plane ich auch nichts vor, da reicht mir die Archies-App. Außerhalb solcher Gegenden bestimmen dann die CP meine Route und da kommt es durchaus vor, dass ich eine andere Strecke nehmen muss, als vorher angedacht. Aber damit habe ich mich abgefunden. (Vor langer Zeit bin ich mal Berlin-Usedom gefahren und da bei Pasewalk kein CP war, bin ich dort für teures Geld in das einzige freie Hotel. Bei Löcknitz, etwa 15 km abseits der Route wäre ein CP gewesen, aber den hatte ich damals einfach nicht auf dem Schirm. Wenn ich nach USedom will, muss ich ja nicht konsequent die Radroute nehmen. Das ist mir eine dann Lehre für die Zukunft gewesen)
Weil ich eben spontan reisen möchte, nehme ich dann halt all die Nachteile in Kauf. Booking will ich nicht nutzen, weil ich prinzipiell keine Geldgeschäfte per Handy erledige.
Ich hoffe, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst. Vielleicht erst einmal ausprobieren, wenn du auch ein Alu-Gravel hast, könntest du ja da einen Gepäcktrager dranschrauben und mit Decathlon-Zeug losfahren. Vielleicht sagst du dann: Nie wieder Zelt, oder aber auch es hat mir gefallen, und jetzt versuche ich noch, das Gewicht zu otimiern.
Und noch etwas: Wenn du deinen Track als gpx auf dein Garmin spielst, kannst du ihn ebensogut auf eine Handy-App laden, umd Track und eventuelle Hotels gleichzeitig zu sehen.
Ich wünsche dir für 2025 schöne Radreisen
VG aus Budapest
Martin
Aber deine Ansprüche sind meiner Meinung nach einfach nicht koherent. Du willst vieles, was es einfach nicht gibt: eine hohe Hoteldichte im dünnbesiedelten Norden, gute asphaltierte Radwege auch außerhalb der Fernradrouten, möglichst viel Spontaneität, aber dabei soll es auch nicht zu teuer sein.
Hotels gibt es im Nordosten (außerhalb der asugeprochenen Touristengebiete) meist nur in "ordentlichen" Städten, so in der Größenordnung ab 10000 Einwohner und die liegen eben naturgemäß durchaus auch mal 30-40 km voneinander entfernt und sind dann nur durch eine, teilweise auch stark befahrenen Straße verbunden. Entweder man nimmt die oder man sattelt noch weitere 10-20 km drauf. Man findet durchaus auch Nebenstraßen, aber dann muss man halt auch das Kopfsteinpflaster innerhalb der Orte (und manchmal auch außerhalb) in Kauf nehmen. Ich für meinen Teil habe bei meiner Sommertour von Leipzig über Flämig-Barnim-Meckelnburger Seenplatte-Wendland nach Salzwedel nur auf kurzen Stücken stark befahrene Straßen benutzen müssen, aber die Strecke kann man eben nicht als rennradtauglich beschreiben.
Manchmal findet man ja auch Privatunterkünfte, Pensionen, aber dort ist man als Einzelradler für ein Nacht unerwünscht- auch dass muss man akzeptieren, es ist zwar nicht schön, aber ist einfach so.
Nicht asphaltierte Radrouten gibt es auch in Bayern zur Genüge, nicht nur im Osten. Ist aber abseits der ausgeschilderten Radrouten in Nordostdeutschland eher ein Problem, weil es dann sehr schnell sandig wird. Wer aus seinem Dorf in den nächstgelegen größeren Ort radeln will oder muss, kauft sich/nimmt ein Rad, das diesen Gegebenheiten Rechnung trägt.
Rennradfahrer waren bei der Erstellung touristischer Radrouten halt keine Zielgruppe.
Insofern bist du halt weniger ein Reiseradler, sondern eher ein Amateur-Tour de France-Radler, bei dem der sportliche Aspekt im Vordergrund steht und weniger das Genießen von unbekannten Gegenden.
Ob eine Zeltausrüstung dann als Notfalloption sinnvoll ist, ist natürlich keine leichte Entscheidung. Es sind ja nicht nur Zelt, Schlafsack Isomatte, da kommt noch einiges zusammen, wenn man autark sein mnöchte. Und ob man eine Nacht zeltet, oder jede Nacht auf der ganzen Tour, macht beim Gewicht keinen großen Unterschied.
Ich für meinen Teil gehe gerade andersrum ran: Prinzipiell Zelt, weil ich bei Pensionen schon öfters abgewiesen wurde und 150 € für eine Nacht in einem richtigen Hotel und dann noch vielleich 20-30 € für ein Abendbrot einfach mein Budget sprengen würde.
Bei schlechtem Wetter/Dauerregen/Gewitter versuche ich dann zwar eine Festunterkunft zu finden, aber das hat z.B. in diesem Sommer in Müchehofe nicht geklappt: In einer Pension war niemand da, auch an Telefon ging keiner ran, aus der Jugendherberge wurde etwas anderes, und die dritte Pension war im Mai schon ausgebucht. Nach Aussage des Betreibers buchen die Leute schon im November des Vorjahres. In der vierten Pension war schon alles auf den Besuch einer Familie am nächsten Tag vorbereitet, und da hätte man nochmal reinigen, beziehen müssen. Kurz, es blieb wieder das Zelt.
Aber auch das hat seine Tücken. CPs sind in Touristengebieten meist reichlich vorhanden, z.B. an den brandenburgischen und mecklenburgischen Seen. Da plane ich auch nichts vor, da reicht mir die Archies-App. Außerhalb solcher Gegenden bestimmen dann die CP meine Route und da kommt es durchaus vor, dass ich eine andere Strecke nehmen muss, als vorher angedacht. Aber damit habe ich mich abgefunden. (Vor langer Zeit bin ich mal Berlin-Usedom gefahren und da bei Pasewalk kein CP war, bin ich dort für teures Geld in das einzige freie Hotel. Bei Löcknitz, etwa 15 km abseits der Route wäre ein CP gewesen, aber den hatte ich damals einfach nicht auf dem Schirm. Wenn ich nach USedom will, muss ich ja nicht konsequent die Radroute nehmen. Das ist mir eine dann Lehre für die Zukunft gewesen)
Weil ich eben spontan reisen möchte, nehme ich dann halt all die Nachteile in Kauf. Booking will ich nicht nutzen, weil ich prinzipiell keine Geldgeschäfte per Handy erledige.
Ich hoffe, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst. Vielleicht erst einmal ausprobieren, wenn du auch ein Alu-Gravel hast, könntest du ja da einen Gepäcktrager dranschrauben und mit Decathlon-Zeug losfahren. Vielleicht sagst du dann: Nie wieder Zelt, oder aber auch es hat mir gefallen, und jetzt versuche ich noch, das Gewicht zu otimiern.
Und noch etwas: Wenn du deinen Track als gpx auf dein Garmin spielst, kannst du ihn ebensogut auf eine Handy-App laden, umd Track und eventuelle Hotels gleichzeitig zu sehen.
Ich wünsche dir für 2025 schöne Radreisen
VG aus Budapest
Martin