Re: Audiorecorder: Zoom, Sony oder was anderes

Posted by: cprima

Re: Audiorecorder: Zoom, Sony oder was anderes - 12/30/13 09:52 PM

Ich kann nur empfehlen, in guten Windschutz zu investieren -- es gab da einen deutschen Spezial-Onlineshop aus Berlin, Name und URL grad entfallen.

Und ganz wichtig ist, das Mikro entkoppelt zu befestigen, sonst "hört man die Finger am Rohr".
Bzw den Minirecorder danach auszuwählen, dass er "ferngesteuert" auf Aufnahme geschaltet werden kann.
Eine Aufnahme, wo zwischendurch ein "Umgreifen" zu hören ist, wird daheim der Löschtaste zum Opfer fallen. Das ist nämlich so störend wie "Sternchen"-Reflexe im Objektiv...

Ein extra Eingang ist auch nicht zu verachten, selbst 3,5mm "Kontaktmikrofone" oder besser Grenzflächenmikrofone können erstaunliche Qualität liefern (Ausführungen für akustische Gitarren Kosten nicht die Welt).

Ich hab von meiner ersten Radtour aber mein ganzes Audio-Geraffel* wieder heim geschickt, denn schon das Knipsen war mir zu viel...


Aber unter den beiden Stichworten "field recording" und zwar mit einem "Originalkopfmikrofon" der Firma Soundman sind im Netz viele begeisternde Beispiele zu finden!

Sobald ich auf meinen Touren in "exotischere" Gegenden komme, werde ich das Zeugs bestimmt mitschleppen!
Audio-Eindrücke werden zu Unrecht unterbewertet!



* Das Thema ist nämlich etwas komplexer, als mal eben mit Klinkenstecker den Camcorder zu "erweitern"...

Stolpersteine speziell für Radreisende sind:
- Pegelkontrolle mit den.einfachen Geräten nicht möglich
- ohne geschlossene Kopfhörer ist erst daheim ein "Sichten" des Materials möglich, quasi wie Fotografieren auf Rollenfilm
- Umgebungsgeräusche machen den tollen "Postkarten-Ausschnitt" kaputt (""quengelndes Blag von hinten"")
- Mikros mit Phantomspeisung zu klobig für die Radreise
- Nachbearbeitungszeit nicht zu unterschätzen, und Audio-Programme haben fast keine Schnittmenge mit allem anderen, was man so kennt -- da fangt jeder erstmal bei Null an
- an Kameras ist mittlerweile fast jeder gewöhnt (noch in der 1980er Jahren war ein Objektiv "aufdringlicher", nicht wahr?) Erstaunlicherweise wird ein Mikrofon in die Ecke von Perversion und "Spanner" gesteckt, kein Scherz!


Ich kann empfehlen, sich in den Foren der Digitalfilmer schlau zu machen. Dort gibt es auch immer wieder Beiträge von Leuten, die ihre Reisen im SWR oder MDR platzieren wollen -- und dann kann jeder entscheiden, welche Abstriche er fur die eigenen YouTube-Videos machen muss. Aber ohne Kenntnis der Messlatte engagierter Amateure kann man selbst keine guten Entscheidungen treffen!

Es gibt mMn ein Mindestmaß an Qualität, das man produzieren muss, damit sich der Aufwand erst lohnt.


In Deutschland liefert thomann alles, was man braucht.
(Ich bin bei denen sogar vorbei geradelt auf der Tour für eine kleine Erweiterungs-Investition, und hab das neue Equipment dann doch heimgeschickt.


Mich persönlich interessieren "nur" die sog "field recordings". Das ist schon komplex genug...

Zum "Aufpeppen" von Filmchen eignen sich mMn erstmal andere Techniken besser als die Vertonung: Erstmal sollten sie Grundlagen sitzen wie "mit Blick auf den späteren Schnitt durchgeführte Schwenks" usw. -- damit sich der digitale Film überhaupt lohnt, aufwändig mit Ton zu unterlegen.

Das Thema wird gerne unterschätzt!
Audio-Aufnahmen sind in unserer visuell überladenen Welt eine wohltuende Abwechslung!

Wenn ich mal an einem Nachmittag mit Kopfhörer und Mikro durch die Gegend stromer, höre ich die ganze nächste Woche besser!