Posted by: amucante
Re: Porto - Münster Mai 2008 - 02/08/08 08:31 PM
Saludos, Donnes Martin und Kai,
muss nach Joses Foto gleich mal den Dourobach zum Dourofluss hochstufen. In Porto kam er mir gar nicht so gross vor. Und dafuer darf Jose auch meinen obigen Plural von 'Don' korrigieren ;-) Ja, Kai, ein paar Brocken Spanisch wuerd ich Dir schon empfehlen, das ist immer nuetzlich, auch spaeter mal in Suedamerika (obwohl die Spanier es ganz anders sprechen als die Freunde suedlich des grossen Flusses [Rio Grande]). Da ich mit Spanisch keine (grossen) Probleme habe, kann ich mir nur vorstellen, dass es Dir dort so gehen wird wie mir in Portugal: die Kommunikation wird abenteuerlich und ein netter Schwatz zwischendurch ist meist nicht drin. Zumal sich unsereins ja gerne abseits der Ballungszentren bewegen moechte. Ich versuchte ja schon, Dir bei der Anrede einige Worte zugaenglich zu machen.
So Kai, planen musst Du schon selber, und Martin schreibt so schoen, wie die Nordkueste faszinierend ist. Dem schliesse ich mich vorbehaltlos an. Ich bin noch immer hin- und hergerissen zwischen der Landschaft und dem Verkehr, beide m.E. Extreme, wie zuvor schon angedeutet. Die N-634 ist uebrigens im Forum schon mehrfach als 'uebel' beschrieben worden, ich hab mich dennoch drauf gewagt. Martins Vorschlag, entlang der Nordkueste mit hundert Kilometern am Tag zu rechnen, halte ich ebenso realistisch, obgleich ich Dich nicht kenne. Mit ein bisschen Einsatz und optimiertem Gepaeck koennen ein paar mehr drin sein, doch hundertfuffzig wirst dort eher selten schaffen - vor allem nicht, wenn Du am naechsten Tag weiterfahren willst. Oestlich von San Sebastian kann es notwendig werden, eine spezielle Strasse, die mit einem schwarzen Fahrrad auf weissem Kreis, umrahmt durch ein abrundendes rot, geschmueckt ist, zu benutzen. Bei mir gings gut, doch zumindest hierzulande hat ein solches Zeichen nicht immer eine einladende Bedeutung.
Wie eine Route beim Goggle eingetragen wird, das hat mich bisher auch eher nachrangig interessiert, sammelt dieser Laden doch Benutzerdaten ohne Ende, und ich vermute, dass ohne Anmeldung da nicht viel geht. Guck ruhig mal die von Martin verlinkte Seite an, und seine anderen auch, ich finde sie ansprechend aufgemacht und sehr informativ, auch wenn der zugrundeliegende Quellcode ungewohnt erscheint. Auch die Karte vorneweg stelle ich mir etwa so vor, die ist uebersichtlich und wird nicht irgendwann mal ploetzlich kostenpflichtig (wie es beim Goggel durchaus sein kann).
Den Verkehr empfand ich auf der N-634 auf alle Faelle laestig, oft auch gefaehrlich, hab ihn ja zuvor als brutal beschrieben. Die Dosenlenker sind weniger das Problem, sondern die vielen Lastwagen, deren Lenker halt auch rechtzeitig Brotzeit machen wollen. Mich haben sehr viele absolut anstaendig ueberholt, mit mehr als einem halben Meter Seitenabstand (finde ich inzwischen fast ausreichend, leider), bei Platz auch viel weiter ausholend, doch es gibt halt stets welche, die meinen, sie muessen auch mit zehn Zentimeter Luft vorbei, und evtl. danach nach rechts rueberscheren. Der letzte, der mich in Portugal ueberholt hat, zwang mich so zu einer abrupten Bremsung unmittelbar vor einer Kreuzung mit den unsaeglichen Randerhoehungen. Ich wuensche Dir jedoch, dass Du eine/n passende/n Partner/in finden wirst, denn zu zweit oder dritt wirst sofort viel ziviler ueberholt, meistens wenigstens.
Ob die Hoehenmeter der Nordkueste mit Mittelgebirgen hierzulande vergleichbar sind, vermag ich nicht zu sagen. Es geht halt entweder rauf oder runter, und mir fehlten da laengere flache Stuecke dazwischen. Und ich fahr nun mal halt gern im flacheren Gelaende am liebsten, die Berge duerfen rings um mich rum sein. Ich kenne die Schwaebische Alb, da hast eine Hochflaeche mit gelegentlichen Taleinschnitten drin. Diese Dinger sind teilweise sehr steil, doch die gehn mal zu Ende. Aehnlich empfinde ich den fraenkischen Jura. An der Nordkueste entlang weisst nie, ob Du nun eine Stunde oder einen halben Tag Dich da abmuehen musst (gut, ich fuhr mit schlechten Karten). Falls Du Dich fuer die Kuestenvariante entscheiden solltest, so troeste Dich: nicht der gesamte Abschnitt ist so schlimm befahren, manche Teilstrecken sind zumindest manchmal durchaus halbwegs ertraeglich. Spaeter ist mir dort aufgefallen, dass die N-634 zumindest in relativ gutem Zustand geteert ist. Dies konnte ich von vielen kleineren Strassen nicht behaupten. Und zum 'sehenswert': so schlecht ist die Aussicht da durchaus nicht, auch wenn die Strasse haeufig ausserhalb der Sichweite des Meers fuehrt. Du willst noch auf Campingplaetzen uebernachten; davon hab ich da oben nicht allzuviele gesehen. Doch habe ich darauf auch nicht geachtet; ein Nachtlager in ausreichender Entfernung zur Strasse am Waldrand oder unter Baeumen war stets zu finden. Beachte jedoch wegen dem Laerm: die Laster fahren auch in der Nacht.
Kann die Groesse der Tour ein Problem sein? Falls Du mal 3000 km am Stueck geradelt bist, so duerftest Du auch alles, was mehr ist, bewaeltigen. Dein Koerper duerfte (Konjunktiv!) dann dazu in der Lage sein; die Frage ist eher mentaler Art. Doch Du hast ja mehrere Landesgrenzen dazwischen, und ich hab die Erfahrung gemacht, dass eine Grenzueberschreitung einen gewaltigen Motivationsschub bedeutet. Ferner beginnst in der Ferne, da sollte Dein Rad noch halbwegs fit sein. Kommst mal gen Asturien/Kantabrien oder gar ins Baskenland, wirst Du viele (Renn-)Radler treffen, die man im Bedarfsfall auch um HIlfe anhauen kann, sofern sie nicht sowieso schon angeboten wird. Im Gegensatz zu vielen verkleideten Faschingsradlern hierzulande (gibt wohl wieder reichlich Minuspunkte fuer mich bei den so Bezeichneten ;-) ) gruessen einen die dortigen auch oefters. Ich sehe ein moegliches Problem eher beim Queren von Frankreich. Du willst bei Clermont-Fernand durchs Zentralmassiv, doch mich haben die Auslaeufer weiter oben, etwa von Autun ziemlich grade nach Westen, auch schon ziemlich ins Schwitzen gebracht (und dies trotz der Kaelte und dem Nebel dort). Vielleicht findet sich ja ein Radler hier, der Dir einen Idealweg durchs Zentralmassiv zeigen kann? Moeglicherweise ist Deine direktere Route dennoch ganz in Ordnung, kannst ja hinterher davon berichten.
Beim Rueckweg von Finisterre kannst La Coruna weit im Norden lassen, das spart zumindest Strecke, wohl auch Hoehenmeter. Ich kam gar ueber Ferrol runter, das war noch weiter. Moeglicherweise fuehrt entlang dem Barcalabach eine brauchbare Route, in Richtung Santiago rueber?
So, nun plan mal schoen und geniess die Tage.
Viele Gruesse,
roland.
muss nach Joses Foto gleich mal den Dourobach zum Dourofluss hochstufen. In Porto kam er mir gar nicht so gross vor. Und dafuer darf Jose auch meinen obigen Plural von 'Don' korrigieren ;-) Ja, Kai, ein paar Brocken Spanisch wuerd ich Dir schon empfehlen, das ist immer nuetzlich, auch spaeter mal in Suedamerika (obwohl die Spanier es ganz anders sprechen als die Freunde suedlich des grossen Flusses [Rio Grande]). Da ich mit Spanisch keine (grossen) Probleme habe, kann ich mir nur vorstellen, dass es Dir dort so gehen wird wie mir in Portugal: die Kommunikation wird abenteuerlich und ein netter Schwatz zwischendurch ist meist nicht drin. Zumal sich unsereins ja gerne abseits der Ballungszentren bewegen moechte. Ich versuchte ja schon, Dir bei der Anrede einige Worte zugaenglich zu machen.
So Kai, planen musst Du schon selber, und Martin schreibt so schoen, wie die Nordkueste faszinierend ist. Dem schliesse ich mich vorbehaltlos an. Ich bin noch immer hin- und hergerissen zwischen der Landschaft und dem Verkehr, beide m.E. Extreme, wie zuvor schon angedeutet. Die N-634 ist uebrigens im Forum schon mehrfach als 'uebel' beschrieben worden, ich hab mich dennoch drauf gewagt. Martins Vorschlag, entlang der Nordkueste mit hundert Kilometern am Tag zu rechnen, halte ich ebenso realistisch, obgleich ich Dich nicht kenne. Mit ein bisschen Einsatz und optimiertem Gepaeck koennen ein paar mehr drin sein, doch hundertfuffzig wirst dort eher selten schaffen - vor allem nicht, wenn Du am naechsten Tag weiterfahren willst. Oestlich von San Sebastian kann es notwendig werden, eine spezielle Strasse, die mit einem schwarzen Fahrrad auf weissem Kreis, umrahmt durch ein abrundendes rot, geschmueckt ist, zu benutzen. Bei mir gings gut, doch zumindest hierzulande hat ein solches Zeichen nicht immer eine einladende Bedeutung.
Wie eine Route beim Goggle eingetragen wird, das hat mich bisher auch eher nachrangig interessiert, sammelt dieser Laden doch Benutzerdaten ohne Ende, und ich vermute, dass ohne Anmeldung da nicht viel geht. Guck ruhig mal die von Martin verlinkte Seite an, und seine anderen auch, ich finde sie ansprechend aufgemacht und sehr informativ, auch wenn der zugrundeliegende Quellcode ungewohnt erscheint. Auch die Karte vorneweg stelle ich mir etwa so vor, die ist uebersichtlich und wird nicht irgendwann mal ploetzlich kostenpflichtig (wie es beim Goggel durchaus sein kann).
Den Verkehr empfand ich auf der N-634 auf alle Faelle laestig, oft auch gefaehrlich, hab ihn ja zuvor als brutal beschrieben. Die Dosenlenker sind weniger das Problem, sondern die vielen Lastwagen, deren Lenker halt auch rechtzeitig Brotzeit machen wollen. Mich haben sehr viele absolut anstaendig ueberholt, mit mehr als einem halben Meter Seitenabstand (finde ich inzwischen fast ausreichend, leider), bei Platz auch viel weiter ausholend, doch es gibt halt stets welche, die meinen, sie muessen auch mit zehn Zentimeter Luft vorbei, und evtl. danach nach rechts rueberscheren. Der letzte, der mich in Portugal ueberholt hat, zwang mich so zu einer abrupten Bremsung unmittelbar vor einer Kreuzung mit den unsaeglichen Randerhoehungen. Ich wuensche Dir jedoch, dass Du eine/n passende/n Partner/in finden wirst, denn zu zweit oder dritt wirst sofort viel ziviler ueberholt, meistens wenigstens.
Ob die Hoehenmeter der Nordkueste mit Mittelgebirgen hierzulande vergleichbar sind, vermag ich nicht zu sagen. Es geht halt entweder rauf oder runter, und mir fehlten da laengere flache Stuecke dazwischen. Und ich fahr nun mal halt gern im flacheren Gelaende am liebsten, die Berge duerfen rings um mich rum sein. Ich kenne die Schwaebische Alb, da hast eine Hochflaeche mit gelegentlichen Taleinschnitten drin. Diese Dinger sind teilweise sehr steil, doch die gehn mal zu Ende. Aehnlich empfinde ich den fraenkischen Jura. An der Nordkueste entlang weisst nie, ob Du nun eine Stunde oder einen halben Tag Dich da abmuehen musst (gut, ich fuhr mit schlechten Karten). Falls Du Dich fuer die Kuestenvariante entscheiden solltest, so troeste Dich: nicht der gesamte Abschnitt ist so schlimm befahren, manche Teilstrecken sind zumindest manchmal durchaus halbwegs ertraeglich. Spaeter ist mir dort aufgefallen, dass die N-634 zumindest in relativ gutem Zustand geteert ist. Dies konnte ich von vielen kleineren Strassen nicht behaupten. Und zum 'sehenswert': so schlecht ist die Aussicht da durchaus nicht, auch wenn die Strasse haeufig ausserhalb der Sichweite des Meers fuehrt. Du willst noch auf Campingplaetzen uebernachten; davon hab ich da oben nicht allzuviele gesehen. Doch habe ich darauf auch nicht geachtet; ein Nachtlager in ausreichender Entfernung zur Strasse am Waldrand oder unter Baeumen war stets zu finden. Beachte jedoch wegen dem Laerm: die Laster fahren auch in der Nacht.
Kann die Groesse der Tour ein Problem sein? Falls Du mal 3000 km am Stueck geradelt bist, so duerftest Du auch alles, was mehr ist, bewaeltigen. Dein Koerper duerfte (Konjunktiv!) dann dazu in der Lage sein; die Frage ist eher mentaler Art. Doch Du hast ja mehrere Landesgrenzen dazwischen, und ich hab die Erfahrung gemacht, dass eine Grenzueberschreitung einen gewaltigen Motivationsschub bedeutet. Ferner beginnst in der Ferne, da sollte Dein Rad noch halbwegs fit sein. Kommst mal gen Asturien/Kantabrien oder gar ins Baskenland, wirst Du viele (Renn-)Radler treffen, die man im Bedarfsfall auch um HIlfe anhauen kann, sofern sie nicht sowieso schon angeboten wird. Im Gegensatz zu vielen verkleideten Faschingsradlern hierzulande (gibt wohl wieder reichlich Minuspunkte fuer mich bei den so Bezeichneten ;-) ) gruessen einen die dortigen auch oefters. Ich sehe ein moegliches Problem eher beim Queren von Frankreich. Du willst bei Clermont-Fernand durchs Zentralmassiv, doch mich haben die Auslaeufer weiter oben, etwa von Autun ziemlich grade nach Westen, auch schon ziemlich ins Schwitzen gebracht (und dies trotz der Kaelte und dem Nebel dort). Vielleicht findet sich ja ein Radler hier, der Dir einen Idealweg durchs Zentralmassiv zeigen kann? Moeglicherweise ist Deine direktere Route dennoch ganz in Ordnung, kannst ja hinterher davon berichten.
Beim Rueckweg von Finisterre kannst La Coruna weit im Norden lassen, das spart zumindest Strecke, wohl auch Hoehenmeter. Ich kam gar ueber Ferrol runter, das war noch weiter. Moeglicherweise fuehrt entlang dem Barcalabach eine brauchbare Route, in Richtung Santiago rueber?
So, nun plan mal schoen und geniess die Tage.
Viele Gruesse,
roland.