Hallo Finus,
wir sind gerade am Samstag nacht aus eben dieser Region zurückgekommen - sind von Lebork über Leba zurück nach Ückermünde geradelt.
Polnischkenntnisse : Außer: bitte, danke, guten Tag, ja, einen Augenblick hatten wir nichts drauf. Die Begriffe für die leckersten Speisen lernt man ganz schnell, da in den Badeorten die Speisekarte häufig deutsch kann. Mit den Leuten kommt man mit deutsch, englisch oder Zeichensprache auch weiter, aber ich habe gemerkt, dass sie sich riesig freuen, wenn man zumindest ein gebrochenes "Guten Tag" auf Polnisch versucht.
Stettin Danzig oder umgekehrt Wir sind umgekehrt gefahren: immer straff dem Wind entgegen, das macht sich alleine weniger gut (wir hatten 4 Windschattengeber mit

). In Richtung Stettin kann man aber durch das Militärgebiet zwischen Pobierowo und Kolobrzeg fahren (ist allerdings ne ganz üble Plasterstraße), in dem man vor der Schranke rechts in den Wald abbiegt (diese Umleitung hat uns der Wachmann gezeigt). Stehen bleiben darf man aber nicht. Einer unserer Schnellradler wollte warten und wurde gebeten, weiter zu fahren. Aus Richtung Stettin steht man vor einer Schranke, an der "Zutritt verboten" steht. Dort wäre ich niemals reingefahren, auch wenn im Reiseführer stand, dass man da wieder durch fahren darf. In Richtung Stettin hat man den Vorteil, dass man über Kamminke nach Ückermünde kommt und dann ohne lange Zugfahrt wieder nach Hause kommt.
alleine fahren/Sicherheit Ich denke nicht, dass es ein Problem ist, alleine zu radeln. Wir haben in Punkto Zivilcourage echt gestaunt. Als wir in Kolobrzeg im Biergarten gesessen haben, haben ein paar Halbstarke mit zuviel Alkohol im Blut mit ein paar anderen Gästen (Polen) Streit und dann ne Prügelei angefangen. In Deutschland gucken die meisten nur zu, dort hat sofort jemand die Polizei geholt und 3min später waren sie auch da.
Unsere Fahrräder wurden auf den Zeltplätzen meistens eingeschlossen, ich denke aber, man hätte sie ohne Probleme auch draußen stehen lassen können. In Ahlbeck habe ich mich bezüglich Diebstahl viel unwohler gefühlt...
Zeltplätze wir hatten nicht so extrem viel Auswahl, da die Saison noch nicht eröffnet war. Es gab sehr gute und auch schlechte Zeltplätze. Top waren: Przymorske in Leba, Pomona in Niechorze. In Darlowo gibts entgegen der Auskünfte im Internet keinen Zeltplatz mehr. Dort haben wir bei Stanislawa Eima, ul. Morka 84 in Zimmern mit Dusche und Super-Betreuung (sogar frische Eierkuchen zum Frühstück) geschlafen.
Straßen/Radwege: Teilweise muss man über kurze Strecken über die Landstraßen fahren, was ziemlich nervig ist. Oft sind wir auf dem Radweg R10 gefahren. Dort kann es aber passieren, dass man mal schiebt, weil man im Sand oder nach Regen im Schlamm stecken bleibt. Ist aber landschaftlich richtig idyllisch. Sehr weite Strecken gehen durch schöne alte Alleenstraßen und kleine Dörfer, da kommt Ruhe und Zufriedenheit auf...
Insgesamt war es eine sehr schöne Tour. Mir hat die polnische Ostseeküste besser gefallen als die deutsche, weil sie nicht so verbaut ist. Dort kann man mehr die Natur geniesen.
Viel Spaß!
Anja