Posted by: veloträumer
Re: Suche Reisepartner für 1 Woche Korsika April - 03/25/15 10:18 PM
Hallo Sven,
du hast eine gute Mischung aus Binnenrouten und Küste zusammengestellt, soweit es dir die knappe Zeit erlaubt. Wie du vielleicht schon aus meinem Bericht aus 2012 (im Profil) weißt, braucht es für Korsika eigentlich viel Zeit, die Etappen dürfen nicht zu lange sein, weil es viele kleine Orte gibt, die alle ihre Würdigung verdienen. Immer wieder neue Ausblicke und immer wieder ein neuer Atem, man ist dort, um zu träumen und zu riechen.
Meine Anmerkung sind eigentlich gefährlich, weil sie grundsätzlich mehr Höhenmeter bringen, auch eher weitere Umwege. Zwischen Santa Severa und Farinola würde ich dir raten, bei der Querung des Cap Corse den Abstecher über Rogliano/Bettolace zu nehmen. Grandiose Aussicht und ein paar Extra-Felsen, Windmühle. Leider etwas anstrengender als dein Plan. Noch größer wäre der Umweg an das Meer im Norden nach Barcaggio und Tollare. Die Atmospäre dort ist aber einzigartig mit Leuchtturmblick. Nicht nur Umweg, sondern auch ein paar kräftige Höhenmeter mehr. Es macht auch Sinn zum Port Centuri hinunter zu fahren - ein echtes Kleinod! - Leider ist man auch hier verführt, oben auf der Straße zu bleiben.
Deine genauen Übernachtungspläne kenne ich nicht, und April kann ich schwer einschätzen, was geht und was nicht. Manche Ferienorte an der Westküste des Kaps sind im Winter gar nicht bewohnt (es gibt gar Wachdienste, um Diebe abzuhalten). Statt Farinole würde ich allerdings den Weinort Patrimonio empfehlen als Stop. Vor Patrimonio gibt es schon einige Weingüter, die auch Camping anbieten, evtl. haben die auch Festunterkünfte. Das hat Charme, Weinprobe ist inklusive. Patrimonio lebt natürlich im Sommer von der Atmosphäre mit dem Festival, das ist vielleicht im April etwas ruhig. Ein Weingutbesuch dort irgendwo ist aber dringend zu empfehlen.
Von L'Ile Rousse gibt es eine herrliche Panoramaroute über Pigna und Cateri nach Lumio, die gegenüber der Küstenstraße vorzuziehen wäre. Die kleinen Orte wie Pigna sind wiederum Kleinode, die (allerdings wieder im Sommer) für besondere Konzerte unter freien Himmel mit den polyphonen Stimmen der Korsen bekannt sind. In Pigna gibt es sogar einen guten Plattenladen (kleine Öffnungszeiten). Auf jeden Fall darf man an Lumio nicht vorbeifahren, sondern in den Ort mit den Panoramablicken. Auch schönes Kunsthandwerk zu erwerben.
Sehr schöne Auswahl von Porto über Évisa (sehr charmantes Bergstädtchen) und den Col de Verggio zu fahren. Der Pass zieht sich lange, sehr angenehme Steigung. Einschränkung ist, dass du keine Kastanienblüte sehen wirst. Ratsam wäre aber ab Porto eine Schleife zu fahren über Ota, die Pont Genois und retour auf der anderen Seite nach Porto bzw. weiter zur Calanche. Unweit der ohnehin schon hübschen Pont Genois mit herrlichem Badeplatz darunter führt in der Kehre der Straßenbrücke ein Weg in die Gorges Spelunca. Grandiose Schlucht-/Bergkulisse, die du von Évisa nochmal in anderer Perspektive sehen kannst (etwas unterhalb von Évisa). Hier ebenfalls tolle Badegumpe. Du brauchst nicht weit laufen, um die tollen Blicke zu erhaschen, Rad kann man auch hineinschieben, um es zum Badeplatz zu nehmen oder eben ein Stück hineinzuwandern.
Der wohl aufwändigste Exkurs wäre von Corte aus über Morosaglia. Eigentlich gehört die von dir geplante Fahrt zur Pont de Ponte Novu (Ruine) und Morosaglia zusammen, denn es geht um die korsische Unabhängigkeitsgeschichte, die unter Pascal Paoli einen Höhepunkt nicht nur korsicher Geschichte, sondern auch der gesamten Demokratiegeschichte beinhaltet. (Paoli setzte demokratische Dinge noch vor der Frz. Revolution um.) Museum und Gebeine von Paoli liegen in Morosaglia. Sicherlich sehenswert, auch in Kombination mit dem Besuch von Corte.
Die Abschlussroute zum Meer runter ist genau richtig (die südliche Route durch die Lancone-Schlucht ist hingegen weniger eindrucksvoll).
du hast eine gute Mischung aus Binnenrouten und Küste zusammengestellt, soweit es dir die knappe Zeit erlaubt. Wie du vielleicht schon aus meinem Bericht aus 2012 (im Profil) weißt, braucht es für Korsika eigentlich viel Zeit, die Etappen dürfen nicht zu lange sein, weil es viele kleine Orte gibt, die alle ihre Würdigung verdienen. Immer wieder neue Ausblicke und immer wieder ein neuer Atem, man ist dort, um zu träumen und zu riechen.
Meine Anmerkung sind eigentlich gefährlich, weil sie grundsätzlich mehr Höhenmeter bringen, auch eher weitere Umwege. Zwischen Santa Severa und Farinola würde ich dir raten, bei der Querung des Cap Corse den Abstecher über Rogliano/Bettolace zu nehmen. Grandiose Aussicht und ein paar Extra-Felsen, Windmühle. Leider etwas anstrengender als dein Plan. Noch größer wäre der Umweg an das Meer im Norden nach Barcaggio und Tollare. Die Atmospäre dort ist aber einzigartig mit Leuchtturmblick. Nicht nur Umweg, sondern auch ein paar kräftige Höhenmeter mehr. Es macht auch Sinn zum Port Centuri hinunter zu fahren - ein echtes Kleinod! - Leider ist man auch hier verführt, oben auf der Straße zu bleiben.
Deine genauen Übernachtungspläne kenne ich nicht, und April kann ich schwer einschätzen, was geht und was nicht. Manche Ferienorte an der Westküste des Kaps sind im Winter gar nicht bewohnt (es gibt gar Wachdienste, um Diebe abzuhalten). Statt Farinole würde ich allerdings den Weinort Patrimonio empfehlen als Stop. Vor Patrimonio gibt es schon einige Weingüter, die auch Camping anbieten, evtl. haben die auch Festunterkünfte. Das hat Charme, Weinprobe ist inklusive. Patrimonio lebt natürlich im Sommer von der Atmosphäre mit dem Festival, das ist vielleicht im April etwas ruhig. Ein Weingutbesuch dort irgendwo ist aber dringend zu empfehlen.
Von L'Ile Rousse gibt es eine herrliche Panoramaroute über Pigna und Cateri nach Lumio, die gegenüber der Küstenstraße vorzuziehen wäre. Die kleinen Orte wie Pigna sind wiederum Kleinode, die (allerdings wieder im Sommer) für besondere Konzerte unter freien Himmel mit den polyphonen Stimmen der Korsen bekannt sind. In Pigna gibt es sogar einen guten Plattenladen (kleine Öffnungszeiten). Auf jeden Fall darf man an Lumio nicht vorbeifahren, sondern in den Ort mit den Panoramablicken. Auch schönes Kunsthandwerk zu erwerben.
Sehr schöne Auswahl von Porto über Évisa (sehr charmantes Bergstädtchen) und den Col de Verggio zu fahren. Der Pass zieht sich lange, sehr angenehme Steigung. Einschränkung ist, dass du keine Kastanienblüte sehen wirst. Ratsam wäre aber ab Porto eine Schleife zu fahren über Ota, die Pont Genois und retour auf der anderen Seite nach Porto bzw. weiter zur Calanche. Unweit der ohnehin schon hübschen Pont Genois mit herrlichem Badeplatz darunter führt in der Kehre der Straßenbrücke ein Weg in die Gorges Spelunca. Grandiose Schlucht-/Bergkulisse, die du von Évisa nochmal in anderer Perspektive sehen kannst (etwas unterhalb von Évisa). Hier ebenfalls tolle Badegumpe. Du brauchst nicht weit laufen, um die tollen Blicke zu erhaschen, Rad kann man auch hineinschieben, um es zum Badeplatz zu nehmen oder eben ein Stück hineinzuwandern.
Der wohl aufwändigste Exkurs wäre von Corte aus über Morosaglia. Eigentlich gehört die von dir geplante Fahrt zur Pont de Ponte Novu (Ruine) und Morosaglia zusammen, denn es geht um die korsische Unabhängigkeitsgeschichte, die unter Pascal Paoli einen Höhepunkt nicht nur korsicher Geschichte, sondern auch der gesamten Demokratiegeschichte beinhaltet. (Paoli setzte demokratische Dinge noch vor der Frz. Revolution um.) Museum und Gebeine von Paoli liegen in Morosaglia. Sicherlich sehenswert, auch in Kombination mit dem Besuch von Corte.
Die Abschlussroute zum Meer runter ist genau richtig (die südliche Route durch die Lancone-Schlucht ist hingegen weniger eindrucksvoll).