Re: osmand+ 4.2 wie karten laden?

Posted by: HanjoS

Re: osmand+ 4.2 wie karten laden? - 11/17/24 07:10 PM

Das ist für mich schwierig zu beurteilen. Es gibt sicherlich mehrere Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Abhängig von den Anforderungen/Wünschen des jeweiligen Anwenders gibt es aber ein paar Stellschrauben.

Zunächst die Frage, was mit resourcenschonend gemeint ist bzw. was du dir durch den "schonenden" Umgang mit Resourcen erhoffst.
  • ist es die beim Scrollen der Karte (während der Planung einer Route) langsame Geschwindigkeit des Bildaufbaus besonders dann, wenn dabei Rein- oder Rausgezoomt wird,
    dann hat das sicherlich mit Rechenleistung einerseits, aber auch mit Größe des Arbeitsspeichers zu tun.
    In diesem Zusammenhang könnten möglicherweise 2 Aspekte eine Rolle spielen:
    • Größe der zu verarbeitenden Dateien
      Die Standardkarte für bspw. die Schweiz kann man als 1 Datei für das gesamte Gebiet herunterladen oder als deutlich kleinere Dateien für die einzelnen Regionen wie z.B. Basel, Bern, Genf, Tessin usw.. Ob es ein Vorteil auf "schwachen" Systemem (kleiner Arbeitsspeicher) ist, möglichst kleine Dateien zu verwenden, kann ich nicht wirklich beurteilen, ist aber denkbar.
    • Detailtiefe der Kartendarstellung
      Je mehr Details in der Karte dargestellt werden sollen, desto größer ist die erforderliche Rechenleistung, diese Details aus den OpenStreetMap-Daten herauszulesen und bildlich umzusetzen. Auf meinem oben spezifizierten Tablet kann man quasi live mitansehen, wie nach dem jeweiligen Strickmuster für die Kartendarstellung (Osmand, Desert, Mapnik, Offroad usw.) die Darstellung der verschiedenen Strukturen errechnet und bildlich umgesetzt werden. Ist der Kartenausschnitt erst einmal berechnet und dargestellt, wird dieser, der übrigens größer als der tatsächlich dargestellte ist, quasi als Pixelgrafik im Arbeitsspeichwer gehalten, um bei (gemäßigter) Positionsverschiebung (während des Navigierens) nicht neu berechnet, sondern als Grafik schlicht verschoben dargestellt zu werden. Einstellmöglichkeiten hierzufinden sich in [Kartendarstellung] unter [Details] bzw. [Ausblenden]
  • geht es hingegen um die Performance beim Berechnen einer Route, spielen wahrscheinlich andere Kriterien eine Rolle. Die Zeit zum Berechnen einer Route hängt dabei zunächst einmal von der Distanz festgelegter Wegpunkte ab. Hinzu kommt die Anzahl der Kriterien, nach der die Route zu berechnen ist. Das Berücksichtigen der Höhendaten spielt dabei eine Rolle. Aber auch weitere Kriterien in den Navigationseinstellungen haben Einfluss wie etwa das bestimmte [Straßen vermeiden].
    Hier ist Rechenleistung gefragt. Auch mein Xperia XZ1 stößt dabei schnell an die Grenzen des von mir noch aushaltbaren Zeitbedarfs zur Berechnung von Routen jenseits 100km Länge mit den in Osmand integrierten Algorithmen. Da ich meine längeren Touren aber (nicht nur daheim) mit der Unterstützung von BRouter im Vorfeld plane, mir den Track lediglich als Wollfaden aufs Smartphone lade, dem ich dann grob folge, stört mich das weniger.
Ganz unabhängig von all dem bietet Osmand in den die gesamte App betreffenden Einstellungen die Möglichkeit, die verwendete Karten-Rendering-Engine (was ein fürchterlicher Deutsch-Englisch-Mix) auszuwählen. Die Version 2 (OpenGL) sei angeblich schneller bei verwendeter 2.5D-Ansicht, während Version 1 (ich nutze immer diese) bei älteren Geräten vorzuziehen sei und in Osmand < V4.3 Standard war.

Ich kann nicht sagen, welche Version merklich resourcenschonender ist. Letztendlich hängt der "Datenhunger" auch von den bereitgestellten Daten ab. Die in den OSM-Daten hinterlegten Flags mehren sich fortlaufend und Osmand versucht, diese sinnvol einzubeziehen. Für mich ganz persönlich ist OsmAnd (ganz bewusst so geschrieben: Openstreetmap for Android) auch weniger ein Tool zur Berechnung geeigneter Routen, als ein Werkzeug zur individuell gewünschter Darstellung der jeweiliger Situation angepassten Auswahl von Daten bei gleichzeitiger Integration weiterführender Hinweise und Links innerhalb einer Anwendung. Dass ich dabei (eher nebensächlich) auch im Vorfeld ermittelten Routen folgen und mich im Bedarfsfall zu nichtgeplanten Zielen navigieren lassen kann, ist angenehm, aber für mich nicht mehr alleiniges Kriterium für die Nutzung.