Posted by: martinbp
Re: Bikemap - 05/30/22 02:09 PM
In Antwort auf: Gravelbiker_Berlin
Mir ist folgendes aufgefallen. Es muss auch einen starken Anteil von Leuten geben, die dort ihre kurze Feierabend-Route reinstellen, denn in der Rhön ist die Mehrzahl der Routen ziemlich kurz. Dann ein weiterer Nachteil (für den Urlaub-Machenden): Die Komoot-Routen gehen immer von größeren Siedlungen aus. Wenn man aber in einem kleinen Kaff absteigt, dann gehen da zwar Routen durch, sie bringen einen aber meist irgendwo durch einen größeren Ort, obwohl es dafür gar keine Notwendigkeit gibt, denn man könnte ja die großen Orte meiden (es ergibt sich einfach nur dadurch, dass die Routen von diesen größeren Orten starten). Aus dem gleichen Grund sind es oft keine reinen Off-road-MTB Runden, sondern sie gehen erst mal 5km straßenbegleitenden Radweg durchs Tal aus dem Ort raus, wo die Route beginnt und endet. Es gibt sicherlich noch weitere Nachteile von Komoot. Aber das ist mir so aufgefallen.
Naja, wenn ich eine Strecke fahre, auch bei off-road, schalte ich eben auch die Aufzeichnung bei mir zu Hause oder am Startbahnhof an, auch wenn dann erst einmal ein längerer Abschnitt Straße kommt, allein um zu sehen, wie ich damals gefahren bin, ein Höhenprofil oder die Kilometerzahl zu haben. Ist also kein Wunder, dass das alle anderen ähnlich machen.
Komoot dient in meinen Augen mehr zur Selbstdarstellung (der Hauptgrund, warum ich es nicht mag), ähnlich wie beim Gesichtsbuch, wo Hinz und Kunz ihre Selfies posten oder reinstellen, was sie gerade verspeist haben. Deswegen gibt es halt unübersichtlich viele Strecken, die irrelevante Abschnitte enthalten.
Für meine Hausregion habe ich mit QGIS und OSM und eigenen Erfahrungen mir Karten erstellt, auf denen ich die Wegequalität der einzelnen, von mir befahrenen Abschnitte sehr differenziert nach meinem eigenen Schema markiert habe ( z.B.gut befahrebarer Waldweg, Waldweg mit steinigen Abschnitten, teileise oder stark zugewachsener Waldweg, grober Kies, feiner Kies, Traktorenweg (in der Mitte Gras), Waldweg mit sandigen Stellen, kaum befahrebarer Tiefsand usw.) Das ist viel genauer, als eine auf OSM basierte Karte, aber auch das kann sich von Jahr zu Jahr ändern.
Bei OSM kann man für die Wege nach Oberfläche, Glattheit und Tracktype suchen, soweit sie angegeben sind. Aber viele Abschnitte sind eben nicht klassifiziert.
Nun könnten die Ersteller einer Karten-Webseite dies Informationen natürlich auch darstellen, aber das würde dann sehr unübersichtlich. Für mache Wege hätte man drei Zusatzinformationen, für andere gar keine.
Insofern glaube ich, dass du Dinge suchst, die es einfach so nicht gibt.
Für Offroad-Tagestouren in unbekanntem Gelände (zumindest ohne Gepäck) fahre ich einfach los (habe natürlich eine grobe Richtung, wo ich hin will), suche mir jeweils den am besten befahrbaren Waldweg und sehe zu, wo ich dabei rauskomme. Notfalls muss ich umkehren. Allerdings mache ich mir keine Leistungsdruck, wieviel km oder Höhenmeter ich an einem Tag schaffe, ist für mich unwichtig, Hauptsache ich hatte einen schönen Tag in schöner Landschaft.
Aber das geht natürlich nicht bei Mehrtagestouren mit vollem Camping-Gepäck, da plane ich am Brouter mit dem Profil "Rennrad-wenig Verkehr", da mag ich keine Offroad-Passagen, überflüssige Höhenmeter oder Umwege.