Re: Bikemap

Posted by: martinbp

Re: Bikemap - 05/28/22 12:35 PM

Egal, ob Brouter, Komoot, Bikemap oder sonst etwas: Fast alle basieren auf den Daten von openstreetmap. Die verschiedenen Programme suchen eben für alle Elemente einer Landkarte eine für sie geeignete Darstellungsweise, fügen zusätzliche Informationen dazu, z.B. die Highlights bei komoot, vereinfachen die Darstellungsweise (auch wenn präzisere Informationen in der Datenbank vorhanden sind) usw. Das führt sowohl zu unterschiedlichem Layout, als auch zu unterschiedlichen Routenvorschlägen.

Und OSM lebt davon, dass die Nutzer ihre Erfahrungen mit einbringen, z.B. Wege einzeichnen, die auf der Karte noch nicht existieren oder Wege als "Verboten/Gesperrt" deklarieren, die über abgezäunte Privatgelände führen. Wenn das niemand macht, führt einen der Routenplaner dorthin und du stehst da "wie der Ochs vorm neuen Tor" - habe ich schon mehrfach erlebt

Da wird von dem Nutzer einen ein Feld/Waldweg als Oberfläche: "Schrecklich", von einem anderen als "Gut befahrbar" klassifiziert. Das hängt möglicherweise auch vom Wetter ab, das zur Zeit der Befahrung herrschte (habe ich selber schon durchgemacht, als ich von mir abgefahrenen Wege bei OSM eingetragen hatte).

Das Verkehrsaufkommen kann OSM auch nicht abschätzen, höchstens nach der landesübliche Klassifizierung von Straßen kategorisieren. Und da tritt genau der Effekt auf, den du selbst beschrieben hast (Nebenstraßen im Umfeld größerer Orte mit hohem Verkehrsaufkommen).

Auch ein eingezeichneter Radweg kann prima asphaltiert, fein geschottert oder eine üble Rüttelpiste mit Steine und Wurzeln sein, Und manchmal gibt es welche, die hat noch niemand bei OSM eingetragen, andere sind eingetragen, obwohl sie nur als Planung existieren (gerade bei outdooractive habe ich so etwas erlebt). Manchmal wird auch die Wegeführung von den Kommunen leicht geändert, aber in der OSM-Datenbank nicht korrigiert.

Kurz: Nicht immer sind nicht die Programme Schuld daran, dass irgendetwas in der Realität nicht so aussieht, wie der Routenplaner angibt, sondern die hinterlegte Datengrundlage.

Der größte Teil meiner diesbezüglichen Erfahrungen stammt aus Ungarn, aber das kann eben an jeder beliebigen Stelle auftreten.
Ein bisschen empfinde ich das als Reiz der Tourenradelns. Wenn ich mir eine Strecke- so hinterlegt, denn nicht befestige Wege fehlen oft- als Google Streeet view angucke - brauche ich sie ja gar nicht mehr abzufahren. Na gut, da ist ein bisschen Ironie dabei, wer natürlich auf zurückgelegte Distanzen, Durchschnittsgeschwindigkeiten achtet oder durch seine Übernachtungsplanung festgelegt ist, den können solche Dinge schon ärgern.

VG z.Zt. aus Leipzig
Martin