Re: TiSA-T3-SW/NW Trentino-Lombardia-Tirol-Bayern

Posted by: veloträumer

Re: TiSA-T3-SW/NW Trentino-Lombardia-Tirol-Bayern - 01/11/25 02:31 PM

In Antwort auf: m.indurain
Noch eine Frage zu der S349 südöstlichlich von Trento. Nehme an die Straße war nicht wenig befahren? Die Umfahrung des 904 m langen Tunnels "Fricca" ist auch "rennradtauglich"? Die Umgehungs-Strecke ist ja eigentlich sogar für Fußgänger gesperrt, wenn ich nach der Beschilderung auf streetview gehe.
Richtig, die Straße ist recht viel befahren, ein Hauptzufahrt zu den Hochebenen, u.a. aus Trento raus. Im oberen Abschnitt (der Valico della Fricca ist kein echter Pass, nur eine Hochpunkt, schöner Brunnen und Rastplatz vorhanden, auch eine Einkehrmöglichkeit) ist etwas weniger los als bis Vigolo Vattaro, weil das dicht besiedelt ist und zu den intensiv genutzten Agrarflächen der Valsugana zählt. Im untersten Teil von Mattarello rauf sind es zwar etwas weniger Auto als von Trento rauf, aber immer noch viele und wegen der Steilrampe auf recht schmaler Weinbergstraße sogar heikler als wenn man von Trento die breitere und flachere Anfahrt nehmen würde.

Nach der Zusammenführung beider Straßen hat man gute, breite Straße, wechselnde Steigungen von moderat bis flach und wellig, keine Steilrampen mehr bis Vattaro. Der Verkehr hielt bis in die Dunkelheit an, wurde erst gegen Mitternacht weniger (ich zeltete auf einem Rastplatz neben der Straße, bereits im etwas ruhigeren Teil jenseits von Vigolo Vattaro, wo ein Teil des Verkehrs wiederum zum Caldonazzo-See abfließt). In der Dunkelheit nervt mich Verkehr noch mehr (u.a. die Gegenlichter), es war also nicht ganz so dichter Verkehr, wie man es der Beschreibung nach meinen könnte.

Der Fricca-Tunnel wäre kein Problem, ist flach oder leicht abwärts. Die Umfahrung ist aber geradezu dramatisch, habe auf der kurzen Strecke irre viele Fotos gemacht. Es ist sich auflösender Asphalt, man kann das mit Rennrad auch fahren, aber an zwei Stellen musst du über abgestürzten Fels bzw. Bergsand schieben oder heben. Ich musste keine Tasche abmachen, also recht simpel, jeweils nur wenige Meter. (Nicht rennradtauglich ist allerdings etwas später die Verbindung von Slaghenaufi nach Monterovere, da muss man die Straße eigentlich nehmen (SS349), die ich aber wegen der Dopplung vermeiden wollte.)

Die Verbotsschilder habe ich auch fotografiert, aber ignoriert. Es gab einige frische Spuren von MTBern, die da auch her sind. Es ist offiziell verboten und wenn man die abgerutschen Felsen sieht, macht das aus Sicherheitsgründen auch Sinn (ähnliche Situationen hatte ich mehrfach auf der Tour, u.a. auch Kaunertaleingang unten). Bei gutem Wetter kann man aber recht sicher sein, dass man nicht erschlagen wird. Wenn es stärker regnet, würde ich vielleicht abraten, sollte sich da wieder was lösen (ich würde da jetzt kein Zelt aufstellen wollen). Der Wasserfall an dieser Strecke war allerdings spartanisch schwach ausgeprägt, dafür explizit lohnt es sich weniger (das war eigentlich meine ursprüngliche Motivation). Wenn hier keine Polizei mitliest? - einfach reinfahren.

In Antwort auf: m.indurain
Durch die fast 4 km lange Galleria Fara an der Cellina Schlucht bist Du ja bergab gefahren ...
Ja, schon, aber das Gefälle ist recht gering. Man kann den Tunnel auch gut aufwärts fahren, recht breite Fahrbahn auch. Wenn aber Leute Motoren laut aufdrehen, ist halt immer unangenehm im Tunnel. Es kam mir auch ein Radler aufwärts entgegen. Gemessen an dem Hofmahdjoch, wo ich die Tunnels auch aufwärts gefahren bin, ist das an der Cellina-Schlucht nur Kindergarten. Da hat es dann Richtung Steigung in den Tunnels. Es ist trotzdem ärgerlich, dass die alte Cellina-Straße gesperrt ist, das wäre so ungleich schöner durch die Schlucht zu fahren.

Ich habe mich mit zwei Touristinfos-Leuten in Mel und Piancavallo unterhalten und demnach gibt es gewisse Mängel im Engagement im Tourismus der Karnischen Alpen bzw. des Friauls. Ich vermute, mit etwas mehr Engagement ließe sich die Schlucht wieder gangbar machen für Fußgänger und Radler. Wie man aber andersow sieht, hat das alles sein Vor- und Nachteile und vielleicht ist so besser, noch viele stille Winkel zu finden, die kaum besucht werden und dann auch mal ganz gesperrt sind.