Re: Wien-Neusiedlersee-Balaton-Budapest-Györ

Posted by: Bettinako

Re: Wien-Neusiedlersee-Balaton-Budapest-Györ - 05/03/24 10:28 AM

Tag 2:

Der Start verzögert sich etwas, weil es in der Früh leicht regnet. Ich hole mir vom Geschäft ein paar Kleinigkeiten zu essen, frühstücke im Zelt, und warte den Regen ab. Währenddessen packe ich meine Sachen zusammen. Um halb zehn ist der Regen vorbei, ich zahle meine Campinggebühr und starte um 10h10 in den neuen Tag. Das Wetter ist wechselhaft. Heute habe ich viel vor, denn ich will es bis Savar schaffen. Das Navi habe ich noch ausgeschaltet, um Akku zu sparen. Der Neusiedler See Radweg, dem ich jetzt folgen muss, ist ohnehin gut beschildert. Trotzdem verfahre ich mich zwischen Illmitz und Apetlon, weil es zwei Varianten gibt: direkt oder über die "lange Lacke", einem sehenswerten Naturschutzgebiet. Ich will es trotzdem nicht sehen und fahre, sobald ich meinen Irrtum erkannt habe, zur Hauptroute zurück. Das Land ist weit und eben. Weinberge und Wiesen wechseln sich ab, Bäume sind selten.
Weiter geht es von Apetlon über Wallern nach Pamhagen, wo ich endlich mal auch den Neusiedler See sehe.
An der Grenze ist auf der österreichischen Seite eine freundliche Polizistin, die mich durchwinkt und mir gute Fahrtwünscht. Die ungarische Seite der Grenze ist nicht besetzt. Vor Jahren, als ich noch ein Kind war, sind wir zu Zeiten des eisernen Vorhangs nach Ungarn gefahren. Ich erinnere mich an viele uniformierte Soldaten mit deutlich sichtbaren Waffen am Grenzübergang. Dankbar, dass das vorbei ist, folge ich einem straßenbegleitenden Radweg nach Fertöd.
Auf 7km Weg kommt mir genau EIN Rennradfahrer entgegen, der mich freundlich grüßt. In Ungarn sehen die Radwege durch die Markierungen (Streifen am Rand und eine strichlierte Mittellinie) aus wie kleine Straßen. In Fertöd gönne ich mir ein Mittagessen, dann geht es weiter. Es ist abwechselnd sonnig, bewölkt und bedeckt, aber der Regen bleibt aus. So komme ich gut voran, muss aber immer wieder meine Jacke und Handschuhe an- oder ausziehen, um nicht zu frieren oder zu schwitzen. Das Navi habe ich jetzt wieder an, weil mein Weg nicht beschildert ist. Ich fahre durch mehrere kleine Orte, die nur aus ein paar Häusern bestehen.
In Pustacsalad mache ich eine Pause und esse Kekse, dann geht es weiter. Kurz überlege ich, schon in Bük zu übernachten, aber es ist noch genug Zeit, um auch Savar noch bei Tageslicht zu erreichen. Also kauf ich mir in Bük nur Wasser und einen Krapfen und fahre noch angenehme 90 Minuten auf wenig befahrenen Landstraßen nach Savar. Dort leiste ich mir für diese Nach nach rund 105km Tagespensum ein gutes Hotel.

Gefahrene Kilometer: 104,49
Fahrzeit: 6h34m54s