Re: Argentinien-Bolivien-Chile 2023

Posted by: Britta

Re: Argentinien-Bolivien-Chile 2023 - 10/21/23 06:27 PM

Fortsetzung:

Als wir uns dem Ende der Nebenstraße nähern, sind wir beide ziemlich platt. Vor uns liegt jetzt der Anstieg zum letzten Pass auf unserer Reise bevor es runter nach Putre geht. Es gibt die Option noch ein paar Kilometer weiter zu fahren – über den Pass schaffen wir es heute sicher nicht mehr und dann das Zelt aufzuschlagen, oder nochmal hier am Flusslauf zu zelten, auch wenn es erst zwei Uhr ist. Der zunehmende Wind und die Aussicht auf den Anstieg machen die Entscheidung leicht – und im Nachmittag verbummeln haben wir ja inzwischen Übung. zwinker
Wir nutzen die schöne Zeltgelegenheit für einen weiteren „Urlaubsnachmittag“ . Kochen Tee und Kaffee, und futtern uns durch unsere Restvorräte. Die Nacht ist kalt, zum ersten Mal ist auch das Wasser im Wassersack im Vorzelt gefroren und es dauert am nächsten Morgen etwas länger, bis wir uns aufraffen können. (Ziemlich genau so lange, bis die Sonne endlich über den Berg geklettert kommt.)

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Um dem Porridge etwas Geschmack zu geben kommen in Ermangelung anderer Zutaten die restlichen Schokolinsen mit rein – eine ziemlich leckere Kombi, die wir in Zukunft sicher öfter mal machen. schmunzel

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Der Anstieg zum letzten Pass fährt sich gut und entgegen unserer Erwartungen sind wir auch auf diesem Streckenabschnitt völlig allein unterwegs. Weder LKW noch PKW, was uns wirklich überrascht, da wir in Lauca-NP durchaus etwas touristischen Betrieb erwartet hatten.

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Diesmal klappt es auch mit dem „Pass-Foto“ – letzter Pass: 4576m party

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Und jetzt: Jacke an, Abfahrt nach Putre! lach

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In Putre mieten wir uns nochmal 2 Nächte in ein Hostel ein, und verbringen gefühlt den ganzen Tag mit Essen. zwinker Warum bloß müssen wir bei dieser Schokolade an Jürgen denken? zwinker

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Putre ist ein durchaus hübscher Ort mit guter Auswahl an Restaurants und Läden – bloß einen ordentlichen Kaffee findet Bernd auch hier nicht.

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Abendvorstellung der örtlichen Kindertanzgruppe

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Von Arica, unserem Zielort trennen uns jetzt noch gut 150 km und 3700 Höhenmeter. Wir sind nicht ganz sicher, ob wir die Strecke in einem Tag schaffen und packen sicherheitshalber nochmal etwas zu essen ein. Die ersten Kilometer geht es noch ein bisschen rauf und runter, bevor es wirklich in die finale Abfahrt geht. Es gibt an der Straße viele Baustellen an denen der Verkehr immer wieder mal einspurig geführt wird.

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Kurz vor Zapahuira, von wo es dann wirklich nur noch runter geht dann der Schreck – Bernds Schaltwerk hat von einem Moment auf den anderen keine Spannung mehr. Die Kette hängt durch und schleift fast auf dem Boden. Was nun? schockiert

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Bernd schraubt das Schaltwerk auseinander und irgendwie und warum auch immer hat sich wohl die Feder gelöst. Aber irgendwie bekommt er es auch wieder zusammengefummelt und siehe da, es funktioniert! Alles wieder eingebaut und die Fahrt kann weitergehen! bravo verliebt

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Von Radelli, die grad auch in Südamerika unterwegs war und mit denen wir uns fleißig immer wieder ausgetauscht hatten, bekamen wir die Empfehlung für ein Restaurant am Wegesrand 10 km hinter Zapahuira.

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Ein total netter Laden, in dem es zwar, als wir da waren nur etwas Brot mit Oliven gab, weil die Kochkraft grade in Arica zum Einkaufen war, aber wo wir trotzdem sehr angenehm empfangen wurden. Und auch der Gastgeber hatte offensichtlich Freude an Gesellschaft, an der er hier an dem abgelegenen Ort doch eher mangelt. So bekamen heimische Mineralien zu sehen, selbstgesammelte Tonscherben und die umliegenden Berge und Fauna erklärt. Und ganz nebenbei so auch eine weitere Lektion Spanisch. zwinker

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Und ab hier ist’s wirklich nur noch rollen lassen. Mit 40- 50- 60 km/h brettern wir die Straße runter. Und ja, es scheint, dass wir es wirklich heute noch nach Arica schaffen können. Es macht richtig Spaß!

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Wir folgen weiter der 11 direkt auf Arica zu. Wir haben die Idee, dort auf einen der Campingplätze zu gehen. Für die letzten beiden Nächte haben wir zwar schon ein Hotel gebucht, aber wenn wir tatsächlich heute schon ankommen, wären wir sogar eine Nacht eher da.

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Es ist gegen halb acht, als wir in Arica ankommen. Es dämmert und wird langsam dunkel. Einen nach dem anderen fahren wir die Campingplätze ab, die uns auf der Karte angezeigt werden. Alle sind geschlossen. traurig Inzwischen ist es ganz dunkel und die Gegend um uns rum nicht eben einladend – Wohnsiedlungen mit 2,5m hohen Mauern, fest verrammelt – viele Wachhunde, die anschlagen sobald wir uns nähern. Wir fahren weiter ans Meer – sind aber nicht sicher, ob wir hier irgendwo wild zelten wollen. Viele Autos sind unterwegs und wir können die Lage nicht so ganz einschätzen. Also weiter in die Innenstadt. Langsam werd ich doch auch müde und wir entscheiden uns, das nächste Hotel, was wir sehen, da nehmen wir ein Zimmer. Es wird das Novotel – nicht die günstigste Unterkunft, aber preislich noch absolut im Rahmen, öffnen wir hier um 21h die Tür und finden uns wieder in einem Luxus, wie wir ihn seit langem nicht gesehen haben.

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Abendessen gibt es auf der Terrasse einer Pizzeria gegenüber und irgendwie hat das ganze hier fast ein bisschen Kalifornien-Flair.

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Naja, zumindest direkt am Strand…

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Auf dem Weg zu unserem schon gebuchten Hotel am nächsten Tag machen wir uns gleich auch noch auf die Suche nach Fahrradkartons. Arica hat mehrere Radläden die alle relativ eng beieinander liegen, so dass wir uns darum recht wenig Sorgen gemacht hatten. Und ja, Laden 1 und 2 schickten uns zwar weiter, aber in Laden 3 konnten wir den ersten Karton und einen Kilometer weiter im Laden 4 auch den zweiten Karton bekommen.

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Mit den Kartons im Gepäck geht’s dann zu unserem Hotel am Stadtrand. Die Zimmer hatten wir schon länger im Voraus gebucht, direkt am Strand mit Blick auf’s Meer – irgendwie hatte ich das Gefühl, die würden wir uns verdient haben. schmunzel

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Der Rest ist schnell erzählt. Arica gefällt uns ausnehmend gut, wir lassen es uns gut gehen. Gehen lecker essen, schlürfen Coctails in der Strandbar, bummeln durch die Stadt, Bernd nutzt nochmal den örtlichen Barbier und machen unsere Räder reisefertig.

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(Danke an Radelli an dieser Stelle auch für den Tipp mit dem Hafenbesuch… schmunzel )

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Am Abreisemorgen bringt uns ein Taxi mit den verpackten Rädern zum Flughafen und es geht ohne größere Komplikationen zurück nach Berlin.

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(Ok, Bernds Rad kam mit einer Woche Verspätung an, aber da es nicht sein einziges Rad ist, war das nicht so dramatisch. zwinker )
Fazit? Es war super! Eine tolle Reise, auch wenn sie anders als geplant verlaufen ist. Durch die 5 Wochen Reisezeit fand ich die krankheitsbedingte Pause und Planänderung völlig unproblematisch. War halt so, und es war trotzdem und genau so eine super Tour.
Das landschaftliche Highlight für mich war tatsächlich neben dem Salar Coipasa und dessen Umgebung die Strecke durch die Parks auf der chilenischen Seite. Wirklich tolle Landschaft und die ganz für uns alleine. Wir waren wirklich überrascht, dass wir nicht mehr Radler getroffen haben.
Was wir überschätzt hatten, waren die Nachttemperaturen. Die Schlafsäcke, die wir mithatten waren mit -15°C völlig überdimensioniert. Es hat zwar oft gefroren nachts, aber es war nie so kalt, dass wir im Zelt deutlich unter Null Grad gehabt hätten.
Auch die dicken Handschuhe haben wir nicht gebraucht. Lag vielleicht daran, dass wir immer erst losgeradelt sind, wenn die Sonne schon schön schien… ;-)