Posted by: joeyyy
Re: Vom Pilgern mit dem Fahrrad - eine Herbstreise - 02/28/16 03:01 PM
Grenzen muss es geben. Sonst wären wir vom Nichts und vom Unendlichen umgeben. Na ja, das wäre ja gar nicht möglich, also sind Grenzen per se überall. Im Dinglichen, im Geistigen. Nur im Spirituellen, da glauben die Menschen hin und wieder an Grenzenlosigkeit.
In spirituellen Dingen kenne ich mich nicht aus, da will ich nichts zu sagen.
Wenn ich die Spiritualität mal außen vor lasse, dann muss doch also gelten: Wenn wir akzeptieren, dass alles, von dem wir denken und reden, ja auch irgendwie existieren muss, dann muss das, von dem wir denken und reden, ja auch begrenzt sein. Sonst könnte es ja nicht definierbar sein und würde ins Nichts oder ins Unendliche entschwinden.
Also muss auch die Liebe begrenzt sein. Und der Hass, der ja ganz nah bei Liebe ist. Das Gegenteil von Liebe ist Gleichgültigkeit, nicht Hass.
Und auch die Barmherzigkeit ist in ihrer Bedeutung und in ihrem Maß begrenzt (zumindest für uns Menschen, die in meinem Denken im Mittelpunkt stehen). In ihrer Bedeutung zum Beispiel auf die sieben leiblichen und sieben seelischen Werke. Somit ist die Barmherzigkeit definiert und abgegrenzt. Jemanden belügen gehört nicht dazu. Autofahren auch nicht. Und Reiseradeln auch nicht. Obwohl man sicher bei letzterem mal in Rom anfragen könnte
Wir haben Grenzen zu akzeptieren. Das sollte hergeleitet sein.
Der Knackpunkt ist doch also eher, und darauf will ich ja in meinem Beitrag hin, welche Grenzen wir setzen und wann und warum wir das tun. Manchmal ist es positiv konnotiert ("Bis hierhin und nicht weiter!" - zu einem Nationalisten und seinem Verwerflichen und Unmenschlichen in mancherlei Tun), manchmal negativ ("Bis hierhin und nicht weiter!" - zu einem Afghanen an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland). Der Nationalist sieht das wahrscheinlich anders herum.
John Rawls, ein amerikanischer Jurist, hat mal gesagt, dass man sich einen Schleier des Nichtwissens vor die Augen hängen müsste, um Regeln und Gesetze für alle zu machen. Wenn man also in einer Entscheidungssituation nicht wüsste, ob man schwarz oder weiß, männlich oder weiblich, europäisch oder arabisch, reich oder arm, gesund oder krank, gläubig oder atheistisch, und so weiter wäre, dann würde man Regeln aufstellen, die gerecht wären. Weil man ja dann - nach dem Lüften des Schleiers - mit den Regeln leben müsste. Jürgen Habermas hat das ähnlich in seiner Diskurstheorie gefordert.
Liebe hin, Barmherzigkeit her - wir bekommen die Welt nicht gerecht behandelt, wenn wir uns nicht in "die anderen" hineinversetzen. Wenn wir nicht mit ihnen reden. Dazu aber braucht es Neugier, dazu müssen Fragen gestellt werden. Unsere Politiker haben aber immer nur Antworten. Keiner fragt, außer wie die Wahlprognosen sind.
Ob die Zeit eine Grenze hat und was Zeit überhaupt für mich bedeutet, darüber habe ich auch nachgedacht. Kommt später.
Und sei beruhigt, Jürgen: Ich komme bei mir auch manchmal nicht mehr mit
Danke fürs Kommentieren
Gruß
Jörg.
In spirituellen Dingen kenne ich mich nicht aus, da will ich nichts zu sagen.
Wenn ich die Spiritualität mal außen vor lasse, dann muss doch also gelten: Wenn wir akzeptieren, dass alles, von dem wir denken und reden, ja auch irgendwie existieren muss, dann muss das, von dem wir denken und reden, ja auch begrenzt sein. Sonst könnte es ja nicht definierbar sein und würde ins Nichts oder ins Unendliche entschwinden.
Also muss auch die Liebe begrenzt sein. Und der Hass, der ja ganz nah bei Liebe ist. Das Gegenteil von Liebe ist Gleichgültigkeit, nicht Hass.
Und auch die Barmherzigkeit ist in ihrer Bedeutung und in ihrem Maß begrenzt (zumindest für uns Menschen, die in meinem Denken im Mittelpunkt stehen). In ihrer Bedeutung zum Beispiel auf die sieben leiblichen und sieben seelischen Werke. Somit ist die Barmherzigkeit definiert und abgegrenzt. Jemanden belügen gehört nicht dazu. Autofahren auch nicht. Und Reiseradeln auch nicht. Obwohl man sicher bei letzterem mal in Rom anfragen könnte

Wir haben Grenzen zu akzeptieren. Das sollte hergeleitet sein.
Der Knackpunkt ist doch also eher, und darauf will ich ja in meinem Beitrag hin, welche Grenzen wir setzen und wann und warum wir das tun. Manchmal ist es positiv konnotiert ("Bis hierhin und nicht weiter!" - zu einem Nationalisten und seinem Verwerflichen und Unmenschlichen in mancherlei Tun), manchmal negativ ("Bis hierhin und nicht weiter!" - zu einem Afghanen an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland). Der Nationalist sieht das wahrscheinlich anders herum.
John Rawls, ein amerikanischer Jurist, hat mal gesagt, dass man sich einen Schleier des Nichtwissens vor die Augen hängen müsste, um Regeln und Gesetze für alle zu machen. Wenn man also in einer Entscheidungssituation nicht wüsste, ob man schwarz oder weiß, männlich oder weiblich, europäisch oder arabisch, reich oder arm, gesund oder krank, gläubig oder atheistisch, und so weiter wäre, dann würde man Regeln aufstellen, die gerecht wären. Weil man ja dann - nach dem Lüften des Schleiers - mit den Regeln leben müsste. Jürgen Habermas hat das ähnlich in seiner Diskurstheorie gefordert.
Liebe hin, Barmherzigkeit her - wir bekommen die Welt nicht gerecht behandelt, wenn wir uns nicht in "die anderen" hineinversetzen. Wenn wir nicht mit ihnen reden. Dazu aber braucht es Neugier, dazu müssen Fragen gestellt werden. Unsere Politiker haben aber immer nur Antworten. Keiner fragt, außer wie die Wahlprognosen sind.
Ob die Zeit eine Grenze hat und was Zeit überhaupt für mich bedeutet, darüber habe ich auch nachgedacht. Kommt später.
Und sei beruhigt, Jürgen: Ich komme bei mir auch manchmal nicht mehr mit

Danke fürs Kommentieren

Gruß
Jörg.