Posted by: veloträumer
Re: Benötigt der Vielradler Ausgleichstraining? - 01/22/12 11:37 PM
In Antwort auf: Sabine1958
Bin ich da z.B. mit meinen kurzfristigen Schulter/Nackenproblemen repräsentativ oder eher die Ausnahme?
Sofern du es als dauerhaftes, regelmäßig auftretendes Problem empfindest, wird es eher die Ausnahme sein. Du kannst natürlich dazu auch eine Umfrage starten. Ich kenne das Problem eigentlich nur von Einzelsituation - meistens wenn die Schultern ausgekühlt sind (Abendkälte, Nässe). Da es nur akut auftritt, ist es meistens schon am selben Abend verschwunden (Wärme reicht aus). Im Winter sind wärmende Pausen sinnvoll. Ans Ende setze ich da auch gerne mal Sauna und Therme.
Bei langatmigen Touren mit einseitigem Geländeprofil (weitgehend flach) spüre ich manchmal auch etwas Verspannung - das lässt sich manchmal schon beim Fahren bereinigen, wenn man ein paar kreisende Armbewegungen abwechselnd macht bzw. die Schultern bewusst etwas "rollen" lässt. Bei Berg- und Hügelfahrten ist aber der Oberkörper generell mehr in Bewegung und das Problem ist auch bei längeren Strecken nicht signifikant bis auf die Kälte eventuell. Bewegen während des Fahrens ist überhaupt eine wichtige Sache, man sollte nicht immer auf dem Sattel kleben bleiben: Mal Wiegetritt einlegen, bei Bergabfahrten mit dem Oberkörper ausbalancieren, generell Griffpositionen wechseln (Rennlenker unerlässlich), evtl. kleinere Gänge einlegen (insbes. bei Gegenwind). Für gerade Lenker gibt es auch "ergonomische" Griffe, da müsste man sich ggf. mal durchprobieren. Dann sind wir aber auch gleich bei Sitzposition und Radgeometrie - das wurde ja schon angesprochen.
Generell kann das Problem auch Zeichen dafür sein, dass man sich an der Grenze der eigenen Wohlfühl-Distanz befindet. Das kann man ggf. nach oben trainieren oder einfach ein paar Kilometer weniger fahren. Da muss jeder seine Grenzen herausfinden. Manchmal sind einfach die Ansprüche nur zu hoch gestellt. Macht man tagsüber eine längere Pause, unterteilt sich der Tag in zwei Abschnitte - das kann helfen auch längere Strecken zu fahren, weil man nach der Pause wieder von vorne beginnt. Das hilft bei mir insbesondere gegen fehlendes Sitzfleisch. 2 x 50-70 km mit 3 Stunden Pause ist halt beser als 100-140 km am Stück mit nur Minipausen. Im Sommer gibt es dafür Baggerseen, im Winter fahre ich i.d.R. eh etwas kürzer.