Posted by: veloträumer
Re: Fitnesstraining ohne Beine - 06/12/10 09:30 AM
In Antwort auf: veloträumer
Der "Ersatzorthopäde" (der andere ist in Urlaub) meint nun, dass es eher ein Knorpelschaden ist. Für die Salbungstherapie seines Kollegen hatte er nur ein müdes Lächeln übrig: "Gut für die Pharmaindustrie, aber wirkungslos."
Gewissermaßen haben ich neue Erkenntnisse, die aber auch gleichwohl die alten sind. Zunächst zum Radeln:
Nach dem Absetzen der Salben- und der Kühlungstherapie habe ich zwei Wochenende Radeltouren mit Belastung durchgeführt. 2 x 100 km/je ca. 1200 Hm sowie 60/90/140 km mit ähnlichem, etwas schwächerem Höhenprofil, allerdings mit Zeltgepäck und einem kompletten Albanstieg. Alle Touren konnte ich ohne Schmerzen durchführen - allerdings mit zwangsläufig für mich niedrigem Leistungsniveau (Geschwindigkeit). Sauberes Treten ist wichtig, sobald ich feste drücke oder mit Seitenwinkeln unsauber trete, spüre ich einen Widerstand - wie ein unangenehmer Druck auf ein falsch platziertes Weichteil. Ähnliches passiert übrigens auch beim Beinschlag im Wasser, wenn es keine elegantes Beinpaddeln ist sondern ein aus der Luft ins Wasser geschlagener Beinschlag mit dem Unterschenkel. Insofern ist sogar unklar, ob in der früheren, schmerzhafteren Phase Kraulen überhaupt sinnvoll gewesen wäre, weil auch dabei Druck auf den gquollenen Schleimbeutel ausgeübt wird. Bei den Beinbewegungen des Brustschwimmen hingegen ist nunmehr nichts mehr zu spüren. Unklar bleibt, wie sich eine wirkliche Dauerbelastung auf dem Rad auswirkt, zumal ich einen sehr niedrigen Konditions-/Muskelaufaufbau vorweisen kann.
Zur Diagnose: Nach einem doch noch früheren MRT-Termin wurde bestätigt, dass der Knochen keinerlei Schaden aufweist - also kein Knorpelschaden o.ä. Als einzig sinngebende Diagnose wird daher erstere bestätigt - die Bursitis (Schleimbeutelentzündung). Die Rücksprache nunmehr mit der Erst-Orthopäden brachte, dass die Bursitis wohl chronisch geworden ist (m.E. schon lange, noch vor dem ersten Arztbesuch). Eine geringe Hoffnung kann man in die Selbstheilung legen, was aber auch Monate (Jahre?) dauern könnte, mit ungewissem Ausgang. Sicherer ist den Schleimbeutel zu entfernen. Bedenklich finde ich, dass es offenbar trotz Hightech-Medizin keine fundierte Diagnosemethode gibt um die Grenze zu einer irreversiblen, chronischen Schleimbeutelentzündung festzustellen.
Im Hinblick auf das Trauerspiel mit dem Radurlaub hat der Arzt sich zu einer Injektion entschlossen, die mich aber nun wieder ein Wochenende lahmlegt. Montag dürfe ich dann wieder radfahren und in einer Woche möglicherweise zu einer Radtour aufbrechen, die wortwörtlich auf schwachen Beinen steht. Nach einem ersten Tag leichten Schmerzen im Knie schenit sich wieder der alte Zustand einzustellen. Eine signifikante Änderung der Beule kann ich nicht erkennen. Damit wäre wieder eine Therapie nutzlos und auch wieder eine Radwochenende verschenkt.

Was tun? - Zunächst werde ich mal den Arzt nicht wieder besuchen - soweit ich zu einer Radtour komme und die Entwicklung während einer Dauerbelastung abwarten. Je nach dem subjektiven Eindruck werde ich danach entweder weiter warten oder alsbald mir einer OP-Termin zur Entfernung des Schleimbeutels geben lassen. Auf die alternativen, wirkunkslosen konservativen Behandlungsmethoden habe ich keine Lust mehr. Sie lösen das Problem schlicht nicht. Leider ist aber die Radtour insgesamt gefährdet, weil ich mit weiteren, allerdings ganz unmedizinischen Unsicherheiten zu kämpfen habe. Nun, wo das zweite Halbjahr hinsteuert, weiß ich noch nicht so genau. Nur unsicher ist sicher.
