Posted by: veloträumer
Re: Fitnesstraining ohne Beine - 05/27/10 08:52 PM
In Antwort auf: veloträumer
Schleimbeutelentzündung seit Ostern. Möglicherweise schon etwas verschleppt. Habe hier schon an verschiedenen Stellen das in Teilen ausgeführt. Nach einigen Radelversuchen mit Rückfällen zählt jetzt nur noch harte Disziplin ohne jede Bewegung - salben, kühlen,hochlegen, Fensterpanorama. Sofern ich genese, stehe ich Mitte Juni ohne Training vor der Sommertour, die eigentlich ohne Training nicht zu machen ist. Auch der lange Winter hat ja nichts zur Kondition beigetragen. Eine Woche kann ich die Tour schieben - mehr geht aber nicht. Oder was anderes ausdenken. (Bahn-)Tickets habe ich auch noch keine - das ist jetzt noch zu unsicher.
Ich setze die Geschichte hier mal fort, obwohl ich damit mein selbst gestelltes Thema etwas unterlaufe. Mittlerweile hängen ich dort fest, wo ich nie hin wollte: In den Mühlen der Ärzte und des Gesundheitssystems. Der "Ersatzorthopäde" (der andere ist in Urlaub) meint nun, dass es eher ein Knorpelschaden ist. Für die Salbungstherapie seines Kollegen hatte er nur ein müdes Lächeln übrig: "Gut für die Pharmaindustrie, aber wirkungslos." - Soweit ist auch mein Eindruck, auch die regelmäßige Auflage des Eisbeutels ist m.E. unsinnig gewesen. Ganz zu schweigen von dem homöopathischen Pillenhokuspokus meines Kollegen (hatte mir so eine Dose geschenkt). Habe jetzt wohl jeden Tag ca. zwei Stunden Zeit geopfert für eine falsche Hoffnung.
Jetzt also weiter - wieder ein neuer Termin beim nächsten "Experten" - Kernspintomographie - der früheste Termin wohl am 15.6. - fast drei weitere Wochen ohne jede weitere Erkenntnis, ohne ein Fortkommen. In diesem System werden doch Krankheiten systematisch verschleppt, was dann konsquenterweise in der Endbehandlung teurer und heikler wird. Der Sommer wird wohl eher zu Ende sein als die substantielle Behandlung meines Knieschadens abgeschlossen sein wird. Ein Gesundheitssystem, so teuer und doch so ineffizient. Ab sofort werde ich nach eigenem Gusto wieder radfahren - soweit ich denn nicht an größere Schmerzgrenzen gerate. Was schadet und was nützt scheint ohnehin keiner zu wissen.
Zum eigentlichen Thema: Danke für eure Anstrengungen, mir Alternative nahe zu legen. Trotz allem sehe ich keine wirkliche Alternative zum Radfahren. Das Radfahren ist unmittelbar und vorbereitungslos umsetzbar - ich kann z.B. nach der Arbeit immer eine Runde drehen, ohne dass es extra Eintritt kostet. Mit dem Rad komme ich am Wochenende aus dem Stuttgarter Loch kostenfrei heraus - mit ÖPNV wird das irgendwann zu teuer. Das Gefühl von durchschnittener Sommerluft, die Wahrnehmungen der unterschiedlichen Düfte und das erlebende Auge durch die vorbeistreifenden Landschaftsbilder bietet nur das Radfahren. Auch die Glückshormone aus der Bewegungsintensität erlebe ich wohl nur beim Radeln. Was immer ich mir im Bad zusammenpaddele, die Kontrolle über meine Fitness erhalte ich nur über meine Radtouren.