Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren

Posted by: beavis

Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/29/11 06:19 PM

Ahoi,

Wir planen gerade einen längeren Auslandsaufenthalt.
Auf der Suche nach einer geeigneten Versicherung Frage ich mich mich
wieviele sich tatsächlich versichern.
Kann man auch nur eine Grundversicherung abschließen
wie z.B.: Krankentransport ins Heimatland?
Bieten Versicherungen Abschlüße aus dem Ausland an?

Hat jemand Erfahrungen damit gesammelt was z.B.: eine Zahnbehandlung oder andere diverse Leistungen beim Arzt, in Asien/Kanada kosten?

Gruß
beavis
Posted by: baltic

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 06:05 AM

In Antwort auf: beavis

Hat jemand Erfahrungen damit gesammelt was z.B.: eine Zahnbehandlung oder andere diverse Leistungen beim Arzt, in Asien/Kanada kosten?

meist ist eine Behandlung in Asien guenstiger als eine Reise KV ueber einen langen Zeitraum. Hier in Nepal kostet eine Krone angeblich unter 10Euro (keine Ahnung wie die Qualitaet ist), guenstiger solls in Indien sein, wo wahrscheinlich auch die Qualitatt erheblich besser sein wird. Zum Glueck musste ich in Asien noch nicht zum Zahnarzt.
Bekannte die jedes Winterhalbjahr in SO- Asien verweilen, gehen nur noch dort zum Zahnarzt und sind mehr als zufrieden, Preise weiss ich nicht.
Letztes Jahr musste ich wegen einen Wespenstich im Gesicht (Allergie) ins Krankenhaus (ebenfalls Nepal, in Pokhara ist das 'beste' KH vor Ort), die ganze Behandlung mit allem drum und dran gerade mal 8Eus gekostet, war aber nur stationaere Behandlung, nach 3Std. konnte ich wieder heim. Die Aertze waren sehr kompetent, von diesem fuerchterlichen Indisch- Englischen Akzent mal abgesehen.
Ob mensch nun eine Reise KV abschliesst oder nicht, da sollte jeder das Rsiko kennen und selber entscheiden... Wenns allerding in westliche Laender gehen soll (Kandada), da wuerde es eher Sinn machen, da dort ein evtl. Behandlung schon sehr die Reisekasse strapazieren wuerde.
gruss Chris
Posted by: Juergen

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 07:35 AM

schaut da mal rein Forum Krankenversicherung
und hier und hier Klick nicht zu vergessen auch hier ab 27,-

Guten Rutsch und gute Gesundheit
Jürgen
Posted by: slurmel

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 07:47 AM

War mir zu teuer. ALs ich mcih umgeschaut habe waren die Langzeitversicherungen bei 60E+ Werd also nur vor NZ mal schauen gehen wo ich eine unterwegs herbekommen. Im notfall worldnomads.
Aber schon irre dass ein Tag billiger ist als 365Tage....
Posted by: macrusher

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 10:11 AM

In Antwort auf: beavis
Ahoi,

Wir planen gerade einen längeren Auslandsaufenthalt.
Auf der Suche nach einer geeigneten Versicherung Frage ich mich mich
wieviele sich tatsächlich versichern.


Also ich war die letzten Jahre im Ausland nie versichert, habe aber vor Abreise sichergestellt, daß meine Zähne in Ordnung sind. Nichts ist nämlich schlimmer als Probleme mit den Zähnen, ob im Ausland oder hier. Meine Freundin war versichert. Ich denke, zum einen haben Frauen wahrscheinlich ein höheres Bedürfnis nach Sicherheit (oder der Illusion danach), zum anderen haben sie ja auch höhere gesundheitliche Risiken. Ich bin zwar kein Arzt, aber man hört immer mal wieder daß es einen Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsverhütung mit hormonellen Präparaten und Brustkrebs zu geben scheint.

Meine Grundsätzliche Meinung zu Versicherungen:
1. Problem: Es ist schwierig überhaupt eine Versicherung zu finden die deine Aktivitäten auch abdeckt. Radfahren (mal ganz zu schweigen von hochalpinem oder Dschungeltrekking) z.B. wird von Versicherungen oft als Extremsport angesehen und ist oft nicht versichert. Aufenthalte in Krisengebieten sind auch nicht versichert, d.h. stell dir vor du bist in Bangkok und plötzlich brechen Unruhen aus. Du verläßt das Land nicht sofort, denn vielleicht ist es ja bald wieder vorbei. Abgesehen davon merkt man im Lucky Beer auf der Khao San Road ja auch gar nix davon. Nach dem 10. Chang stehst du auf um sie auf dem Klo wieder los zu werden. Leider übersiehst du das Batiktäschchen der Fellow-Travellerin am Nebentisch. Du stürzt unglücklich und brichst dir den Fuß. Preisfrage: wird die Versicherung bezahlen?

2. Problem: Hast du wider erwarten doch eine Versicherung gefunden deren Kosten und Leistungen OK sind, kann man sie oft nicht von unterwegs verlängern. Außerdem werden sie teurer je länger man unterwegs ist.

3. Problem: es gibt viele Gegenden/Gebiete die man wohl besuchen will, wo Hilfe im akuten Ernstfall schwer möglich ist. Fährt man z.B. von Golmud nach Lhasa würde es konkret so aussehen:

- kein Krankenhaus oder irgend eine medizinische Versorgung im Notfall
- keine Ambulanz, kein Hubschrauber der einen rausfliegt
(von technischen Problemen wegen der Höhe mal ganz abgesehen)

In anderne Worten: Versicherung hin- oder her, IT'S YOU AND THE PROBLEM.


Zitat:

Kann man auch nur eine Grundversicherung abschließen
wie z.B.: Krankentransport ins Heimatland?


Meines Wissens nach nicht. Geht ja in Deutschland auch nicht. Entweder Gesetzlich oder Privat, eine Grundversicherung die die Elementaren Lebensrisiken wie schwere Krankheit oder Unfall abdeckt, dafür aber auf "Wellness-Consulting" verzichtet gibt es nicht (wäre aber dringend nötig! - Zur Info: Der freiwillige Versicherungszwang zum erhalt des maroden und korrupten Gesundheitssystems fängt bei 150€/Monat an...)


Zitat:

Bieten Versicherungen Abschlüße aus dem Ausland an?


Deutsche Versicherungen meines Wissens nach nicht. Kannst froh sein wenn du von unterwegs verlängern kannst ohne nen Heimaturlaub einlegen zu müssen.



Zitat:

Hat jemand Erfahrungen damit gesammelt was z.B.: eine Zahnbehandlung oder andere diverse Leistungen beim Arzt, in Asien/Kanada kosten?


Ja. Mit Kanada hab ich zwar keine Erfahrungen, aber du kannst davon ausgehen, daß dort Gesundheit mindestens soviel kostet wie in Deutschland, daher würde es da ggf. schon Sinn machen.

In Kunming/China hab ich dieses Jahr ne Zahnreinigung bei einem einheimischen, englisch-sprachigen Zahnarzt machen lassen. Hat 25€ gekostet, und war besser als jede die ich bisher in Deutschland hatte. Bei der Gelegenheit hab ich auch mal nach den Kosten für eine Krone gefragt: ca. 200€ inkl. Material und eine Woche Zeitbedarf bis sie drin ist. Hat man chinesische Freunde die übersetzen können oder kann selbst chinesisch und kann daher zu einem "normalen" Zahnarzt gehen (also einer der kein englisch spricht) wird es mind. 1/3 günstiger. Bangkok dürfte Preislich so ähnlich liegen. Allgemein kann man sagen, daß es vor allem in den asiatischen Metropolen (aber nicht nur da) sehr gute Ärzte und Zahnärzte gibt, die den Vergleich mit Deutschland in keinster Weise scheuen müssen!


Grundsätzlich denke ich, daß wenn man sich für längere Zeit ins weniger entwickelte Ausland begibt, man sich ein Stück weit von der deutschen Vollversicherungsmentalität emanzipieren muß. Es geht nicht drum ein Hasardeur zu sein, sondern Verantwortung für sich und seine Gesundheit zu übernehmen, Risiken durch vorausschauendes Denken und Handeln zu minimieren, und, falls dann doch was passiert, damit umgehen.

Beim Thema Versicherung geht es letzten Endes nur um's Geld. es ist keine Versicherung daß nichts passiert. Wenn denn doch was passiert ist kann man dort genauso wie hier an einen kompetenteren der weniger kompetenten Arzt geraten. In den meisten Ländern exklusive dem größeren Teil der Westlichen Welt kann man es sich als Deutscher zur Zeit noch gut leisten Krank zu sein. Im Gegensatz zu Deutschland. Hier stirb man besser gleich um keine Last für die Gesellschaft zu sein.

Auf http://www.travellingtwo.com hab ich neulich mal ausführliche Infos zum Thema Krankenversicherung gesehen. Ansonsten würde ich euch empfehlen einen Versicherungsmakler zu kontaktieren. Der bekommt bessere Auskünfte und Konditionen, und solltet ihr verlängern müssen gestaltet das sich auch einfacher über ihn.
Posted by: Uwe Radholz

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 11:52 AM

In Antwort auf: macrusher
...... Ansonsten würde ich euch empfehlen einen Versicherungsmakler zu kontaktieren. Der bekommt bessere Auskünfte und Konditionen, und solltet ihr verlängern müssen gestaltet das sich auch einfacher über ihn....


Hallo Andreas,

natürlich geht es bei Versicherungen nur und ausschließlich ums Geld verdienen, jedenfalls für die Versicherungsunternehmen. Allerdings wird auch kein Brot gebacken und kein Hemd genäht wenn es nicht den gleichen Zweck erfüllt.

Deinen Ausführungen zum Thema ist wenig hinzu zu fügen. Bleibt der letzte Satz. Zu diesem habe ich ähnliches immer schon mal hier im Forum angemerkt und mach das auch noch mal an dieser Stelle:
Mit der letzten Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes ist der Verkäufer -egal ob Makler oder gebundener Vertreter- gezwungen, ein "Beratungsprotokoll" zu erstellen. Wichtiger als alles andere ist, dass dort der Kundenwunsch exakt beschrieben ist. Zum Beispiel "Krankenversicherung für zwei Jahre Rad-Weltreise ohne Ausschluss bestimmter Länder" Egal was er dann verkauft, haftet er letztendlich dafür, dass es das richtige ist. Er ist übrigens wegen dieser Haftung auch versichert, pflichtversichert. Das heißt, dass man dann als "Verbraucher" eine vergleichsweise starke Position hat.
Bei Abschlüssen im Netz -dies ist jedenfalls die vorherrschende Meinung, Urteile dazu sind mit bisher nicht bekannt geworden- hat man dies nicht. Ich selber - und ich denke, dass ich einigermaßen mit dem Thema Versicherungen vertraut bin - würde in so einem Fall einen Direktabschluss im Netz wahrscheinlich scheuen.


Wünsche Dir ein erfolgreiches neues Jahr


Gruß aus Mannheim

Uwe
Posted by: macrusher

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 12/31/11 02:45 PM

In Antwort auf: Uwe Radholz

natürlich geht es bei Versicherungen nur und ausschließlich ums Geld verdienen, jedenfalls für die Versicherungsunternehmen. Allerdings wird auch kein Brot gebacken und kein Hemd genäht wenn es nicht den gleichen Zweck erfüllt.


Hallo Uwe,

das versteh ich grad nicht ganz - also ich hab sowohl schon Brot gebacken als auch Sachen genäht einfach zum Spaß ohne finanzielle Hintergedanken. Ich will es natürlich keinem die Umsatzzahlen schmälern, anderseits wurde nach Erfahrungswerten gefragt. Wer sich versichern will soll das tun, dem rate ich nicht ab. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, daß durch den Abschluß einer solchen Versicherung sich das Lebensrisiko nicht verringert sondern maximal die finanziellen Folgekosten eines Vorfalls. Ich halte es nicht für verantwortungslos ohne KV unterwegs zu sein. Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.


In Antwort auf: Uwe Radholz

Wünsche Dir ein erfolgreiches neues Jahr


Gruß aus Mannheim

Uwe


Ich dir auch! schmunzel
Posted by: Uwe Radholz

Re: Krankenversicherung bei Reisen über 2 Jahren - 01/01/12 09:40 AM

In Antwort auf: macrusher
In Antwort auf: Uwe Radholz

natürlich geht es bei Versicherungen nur und ausschließlich ums Geld verdienen, jedenfalls für die Versicherungsunternehmen. Allerdings wird auch kein Brot gebacken und kein Hemd genäht wenn es nicht den gleichen Zweck erfüllt.


Hallo Uwe,

das versteh ich grad nicht ganz - also ich hab sowohl schon Brot gebacken als auch Sachen genäht einfach zum Spaß ohne finanzielle Hintergedanken.



Ich habe Dir auch mit meinem Beitrag nicht widersprochen. Natürlich kann man auch zum Vergnügen nähen und backen. Aber üblicher Weise macht das der Bäcker für Geld. Die Veranstaltung heißt Kapitalismus und die hat eben diesen einen und einzigen Zweck - die abstrakte Geldvermehrung. Vielleicht resultiert das Missverständnis -wenn es denn überhaupt eines ist - aus der Annahme, ich würde meinen Satz mit der Versicherung als so eine Art Entschuldigung geschrieben haben. So im Sinne von, andere tun das doch auch.
Ich persönlich gehöre zu der sicher sehr kleinen Minderheit von Menschen, die der Überzeugung ist, dass eine Gesellschaft, die sich überhaupt nur auf dem Umweg über die "Geldvermehrung" am Leben erhalten kann, schlichtweg verrückt ist.

Was Deine Ausführungen zur Krankenversicherung selbst betrifft, stimme ich vollkommen mit Dir überein. Und wenn man es denn tut -ich selber würde es wahrscheinlich machen- sollte man zum einen schon Klarheit über die Grenzen der Sinnhaftigkeit haben und dann - deshalb meine "Ergänzung"- wissen, wie man es am vernünftigsten an geht.