Posted by: StefanTu
Re: Ernährung auf langer Bergtour - 07/31/09 03:18 PM
Hallo Martina,
Das ist eine Binsenweisheit. Sie hat nur einen Haken. Kein Mensch kann *vorher* wissen, wieviel er verbraucht.
Kann man schon - wenn man will. Man begebe sich zum Arzt und lasse sich testen, schon hat man eine recht genaue Vorstellung davon, was man an Kalorienverbrauch hat.
In Wirklichkeit funktioniert die Sache m.E. andersrum: wer zunimmt, weiß *hinterher*, dass er *für seine aktuelle Situation* zuviel zugeführt bzw. zu wenig verbraucht hat. Und komm mir jetzt bloß nicht mit Grundumsatz und sonstigen Kalorienverbrauchstabellen. Jeder, der mal ab- oder zugenommen hat, weiß dass man den ominösen Grundumsatz ganz allein durch die zugeführte Essensmenge ganz massiv beeinflussen kann. Der berühmte Jojo-Effekt kommt nicht nur von mangeldner Disziplin.
Wer es wie ich trotz 8.000 Radkilometern fertigbringt, 30 kg Übergewicht zu haben, bei dem sieht das schon anders aus.
Warum? Die Tatsache, dass du trotz körperlicher Betätigung immer noch 30kg Übergewicht hast, zeigt doch nur, dass du dich für die Menge der aufgenommenen Kalorien immer noch zu wenig bewegst. Würdest du die Bewgung einstellen, damit deine Muskulatur nicht mehr fordern und diese demensprechend als "unnötig" eingestuft würdest du, genau wie jeder andere der seine Gewichtsreduktion rein aus verminderter Nahrungsaufnahme erreichen will mehr Muskeln als Fett abbauen. Mit dem Ergebnis, dass das freundliche JoJo vor der Tür steht. Weniger Muskeln weniger Grund- & Leistungsumsatz ergo weniger verbrauchte Kalorien. Ergebnis: Bei gleichbleibender Kalorienzufuhr steigendes Gewicht.
Ja stimmt, aber wenn ich mich mit optimalstem Training gerade mal von furchtbar peinlich auf ein bisschen peinlich steigern kann, während ich mich mit suboptimalem Training von furchtbar peinlich auf peinlich steigere, dann ist es mir das nicht wert.
Was aber, zumindest soweit man gesund ist, nicht passieren wird. Wer die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit noch nicht ausgeschöpft hat - und das haben die wenigsten Menschen - wird sich mit einem gut angepassten Training deutlich steigern.
Kann ich für mich überhaupt nicht bestätigen. Mir gings nach diesen intensiven Phasen immer hervorragend.
Hier spielt natürlich die eigene Definition von "intensiv" eine große Rolle. Wie ich heute weiß, war mein persönliches "intensiv" einfach zuviel des guten. Wer, so ie ich, sich das ganze Jahr im Bürostuhl flätzt, fast 90kg Übergewicht mit sich rumschleppt und dann glaubt im Urlaub täglich mehrere Stunden Training mit Puls 160 und höher betreiben zu müssen hat es übertrieben. Da laugt man den Körper aus anstatt in vorwärts zu bringen. Aber aus Fehlern lernt man - hoffentlich.
Siehst du und meine Erfahrung sagt genau das Gegenteil: bei mir es den größten Erfolg, genau das zu tun, was immer nicht empfohlen wird (und einer nach wie vor leicht übergewichtigen und nicht gerade sportlich aussehenden Frau schon gleich gar nicht): nämlich die Intensität *deutlich* zu erhöhen. Das was in der Regel propagiert wird, nämlich dass 80 Prozent des Trainings im GA-Bereich stattzufinden hat, bringt bei mir überhaupt nichts, es hat mich auch nicht davor bewahrt, 30 kg zuzunehmen.
In der Regel hat aber doch nichts mit "individuell angepasst" zu tun. Bei mir war anfänglich die Grundlagenausdauer das größte Problem. Mein Arzt hat mir dann ein Programm zusammengestellt in dem ich auf dem Rad annähernd ausschließlich GA (vier Einheiten pro Woche) trainiert habe und noch zweimal die Woche Krafttraining im Fitnessstudio. Erst als eine Basis geschaffen war und mein Kreislauf stabiler wurden in die Fahrradeinheiten Kraftphasen eingebaut und die Pulsfrequenz für die Ausdauereinheiten gesteigert. Wichtig ist es halt auch, immer wieder neue Anreize zu setzen. Was der Körper mal gewöhnt ist, ist kein Anreiz mehr. Würde ich im Moment mein Trainingspensum vom letzten Jahr fahren würde ich wahrscheinlich eher ab als aufbauen. Hätte ich letztes Jahr mein aktuelles Training gefahren hätte ich mich überfordert. Den richtigen Weg für sich selbst zu finden ist nicht einfach und zumindest ich hätte ihn ohne meinen Arzt nicht gefunden. Da hatte ich im Übrigen wirklich dusel. Mein früherer Arzt hätte sich nie so intensiv mit mir auseinandergesetzt und wahrscheinlich auch gar nicht das Fachwissen gehabt mich so gut zu betreuen. Die meisten Ärzte haben von Ernährung und Training auch nicht mehr Ahnung als ein x-beliebiger Passant auf der Straße.
Mein Körper funktioniert ganz offensichtlich völlig anders als deiner.
Dein Körper funktioniert so wie "alle" anderen auch - genauso wie meiner.
Es geht nicht um planlos rumwursteln, es geht darum zu akzeptieren, dass Trainingspläne oft einen wissenschaftlichen Gehalt vortäuschen, den sie nicht im geringsten haben und dass gerade unorthodoxe Methoden oft mehr bringen.
Kommt drauf an, was du unter einem Trainingsplan verstehst. Ein individuell für dich zugeschnittener Trainingsplan wird dir was bringen, die häufig in Zeitungen abgedruckten Trainingspläne höchstens einer Minderheit.
Ciao,
Stefan
In Antwort auf: Martina
Das ist eine Binsenweisheit. Sie hat nur einen Haken. Kein Mensch kann *vorher* wissen, wieviel er verbraucht.
Kann man schon - wenn man will. Man begebe sich zum Arzt und lasse sich testen, schon hat man eine recht genaue Vorstellung davon, was man an Kalorienverbrauch hat.
In Wirklichkeit funktioniert die Sache m.E. andersrum: wer zunimmt, weiß *hinterher*, dass er *für seine aktuelle Situation* zuviel zugeführt bzw. zu wenig verbraucht hat. Und komm mir jetzt bloß nicht mit Grundumsatz und sonstigen Kalorienverbrauchstabellen. Jeder, der mal ab- oder zugenommen hat, weiß dass man den ominösen Grundumsatz ganz allein durch die zugeführte Essensmenge ganz massiv beeinflussen kann. Der berühmte Jojo-Effekt kommt nicht nur von mangeldner Disziplin.
In Antwort auf: Martina
Wer es wie ich trotz 8.000 Radkilometern fertigbringt, 30 kg Übergewicht zu haben, bei dem sieht das schon anders aus.
Warum? Die Tatsache, dass du trotz körperlicher Betätigung immer noch 30kg Übergewicht hast, zeigt doch nur, dass du dich für die Menge der aufgenommenen Kalorien immer noch zu wenig bewegst. Würdest du die Bewgung einstellen, damit deine Muskulatur nicht mehr fordern und diese demensprechend als "unnötig" eingestuft würdest du, genau wie jeder andere der seine Gewichtsreduktion rein aus verminderter Nahrungsaufnahme erreichen will mehr Muskeln als Fett abbauen. Mit dem Ergebnis, dass das freundliche JoJo vor der Tür steht. Weniger Muskeln weniger Grund- & Leistungsumsatz ergo weniger verbrauchte Kalorien. Ergebnis: Bei gleichbleibender Kalorienzufuhr steigendes Gewicht.
In Antwort auf: Martina
Ja stimmt, aber wenn ich mich mit optimalstem Training gerade mal von furchtbar peinlich auf ein bisschen peinlich steigern kann, während ich mich mit suboptimalem Training von furchtbar peinlich auf peinlich steigere, dann ist es mir das nicht wert.
Was aber, zumindest soweit man gesund ist, nicht passieren wird. Wer die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit noch nicht ausgeschöpft hat - und das haben die wenigsten Menschen - wird sich mit einem gut angepassten Training deutlich steigern.
In Antwort auf: Martina
Kann ich für mich überhaupt nicht bestätigen. Mir gings nach diesen intensiven Phasen immer hervorragend.
Hier spielt natürlich die eigene Definition von "intensiv" eine große Rolle. Wie ich heute weiß, war mein persönliches "intensiv" einfach zuviel des guten. Wer, so ie ich, sich das ganze Jahr im Bürostuhl flätzt, fast 90kg Übergewicht mit sich rumschleppt und dann glaubt im Urlaub täglich mehrere Stunden Training mit Puls 160 und höher betreiben zu müssen hat es übertrieben. Da laugt man den Körper aus anstatt in vorwärts zu bringen. Aber aus Fehlern lernt man - hoffentlich.

In Antwort auf: Martina
Siehst du und meine Erfahrung sagt genau das Gegenteil: bei mir es den größten Erfolg, genau das zu tun, was immer nicht empfohlen wird (und einer nach wie vor leicht übergewichtigen und nicht gerade sportlich aussehenden Frau schon gleich gar nicht): nämlich die Intensität *deutlich* zu erhöhen. Das was in der Regel propagiert wird, nämlich dass 80 Prozent des Trainings im GA-Bereich stattzufinden hat, bringt bei mir überhaupt nichts, es hat mich auch nicht davor bewahrt, 30 kg zuzunehmen.
In der Regel hat aber doch nichts mit "individuell angepasst" zu tun. Bei mir war anfänglich die Grundlagenausdauer das größte Problem. Mein Arzt hat mir dann ein Programm zusammengestellt in dem ich auf dem Rad annähernd ausschließlich GA (vier Einheiten pro Woche) trainiert habe und noch zweimal die Woche Krafttraining im Fitnessstudio. Erst als eine Basis geschaffen war und mein Kreislauf stabiler wurden in die Fahrradeinheiten Kraftphasen eingebaut und die Pulsfrequenz für die Ausdauereinheiten gesteigert. Wichtig ist es halt auch, immer wieder neue Anreize zu setzen. Was der Körper mal gewöhnt ist, ist kein Anreiz mehr. Würde ich im Moment mein Trainingspensum vom letzten Jahr fahren würde ich wahrscheinlich eher ab als aufbauen. Hätte ich letztes Jahr mein aktuelles Training gefahren hätte ich mich überfordert. Den richtigen Weg für sich selbst zu finden ist nicht einfach und zumindest ich hätte ihn ohne meinen Arzt nicht gefunden. Da hatte ich im Übrigen wirklich dusel. Mein früherer Arzt hätte sich nie so intensiv mit mir auseinandergesetzt und wahrscheinlich auch gar nicht das Fachwissen gehabt mich so gut zu betreuen. Die meisten Ärzte haben von Ernährung und Training auch nicht mehr Ahnung als ein x-beliebiger Passant auf der Straße.
In Antwort auf: Martina
Mein Körper funktioniert ganz offensichtlich völlig anders als deiner.
Dein Körper funktioniert so wie "alle" anderen auch - genauso wie meiner.
In Antwort auf: Martina
Es geht nicht um planlos rumwursteln, es geht darum zu akzeptieren, dass Trainingspläne oft einen wissenschaftlichen Gehalt vortäuschen, den sie nicht im geringsten haben und dass gerade unorthodoxe Methoden oft mehr bringen.
Kommt drauf an, was du unter einem Trainingsplan verstehst. Ein individuell für dich zugeschnittener Trainingsplan wird dir was bringen, die häufig in Zeitungen abgedruckten Trainingspläne höchstens einer Minderheit.
Ciao,
Stefan