Posted by: veloträumer
Re: Ernährung auf langer Bergtour - 07/22/09 12:34 PM
In Antwort auf: Baldi
Die Route ging über den Reschenpaß, das Stilfser Joch hoch, über den Umbrailpaß und erneut über den Reschen, diesmal von Süden zurück zu Startpunkt. Insgesamt waren es etwas über 3000Höhenmeter und 130km. Bis auf ca. 2 Stunden Regen war es wunderschön.
Aber, irgendwie schaffe ich es nicht bei solchen Touren genug / richtig zu essen. Am letzten Anstieg habe ich es nicht mehr geschafft den (steileren) Radweg zu nehmen, sondern musste auf die mäßig steile Bundesstraße ausweichen. Es war einfach keine Energie mehr da.
Aber, irgendwie schaffe ich es nicht bei solchen Touren genug / richtig zu essen. Am letzten Anstieg habe ich es nicht mehr geschafft den (steileren) Radweg zu nehmen, sondern musste auf die mäßig steile Bundesstraße ausweichen. Es war einfach keine Energie mehr da.
Wenn es nicht so wäre, würdest du dich dopingverdächtig machen.

Welch eine Tragik!

Für einen Tag die richtige Ernährnung zu finden ist wohl weniger gut möglich. Der Körper unterliegt Leistungsschwankungen und es gibt gute und schlechte Tage.
Manchmal sind auch die Ansprüche zu hoch: Ich muss das schaffen... - in Wirklichkeit hat man an diesem Tag einfach nicht die Substanz (Training, Tagesform, ggf. eben auch Essen).
Die Energiereserven können nicht alleine von der Tagesernährung kommen. Auch die mittelfristige Ernährung davor spielt eine Rolle. Eine zu spartanisches Abendessen hat sich bei mir auch schon mal erst 2 Tage später ausgewirkt.
Ein wirkliche Ernährungsstrategie habe ich nicht - bin aber auch nicht frei von "Leistungseinbrüchen". Mal habe ich ein Frühstück, das lange vorhält, eine anderes Mal hat mich eine mittägliche Polenta wieder nach oben gebracht, mal ist es eine Fressattacke am frühen Abend, die mir noch einen energischen Passanstieg erlaubt. Häufigste Nahrung sind Brot, Käse, Wurst/Schinken, Fertigsalate mit Reis, Taboulé, Thunfisch o.ä. Tomaten gerne als Ergänzung. Kekse, Kuchen etc. kommen immer zusätzlich in den Trichter, gegen Abend wird die Nahrung eher süßer. Bei schlechter Stimmung (Wetter) muss auf jeden Fall Schokolade nachgereicht werden. Ein paar Früchte zur Abwechslung - beliebt Aprikosen, Bananen maximal 2 am Tage, eher weniger. Weiteres Obst in Maßen (Achtung, Fruchtsäure!).
Du beschreibst hier nur eine Tagestour - da spielt das abendliche Essen keine so bedeutende Rolle. Bei meinen 5-Wochen-Bergtouren gilt es aber immer, ausreichend abends zu Essen. Außer Kohlehydrate (Kartoffeln, Reis, Nudeln) brauche ich auch meistens Fleisch als Intensiv-Energielieferanten. Nach ein rationierten Schweizer Mini-Portion knurrt der Magen sofort am nächsten Morgen noch vor dem Tageslichtanbruch. Das ist nicht gut.