Posted by: Ammerseerenke
Re: wie beißen heuer die Zecken? - 04/29/07 07:58 PM
Hallo,
in den letzten Wochen musste ich etwa 100x die Frage beantworten, ob eine FSME-Impfung sinnvoll sei. Also hier meine Antworten:
1. Im Bereich südwestlich von München gab es im letzten Jahr garkeine Fälle von FSME-Infektion. Auch in den sog. Endemiegebieten Süddeutschlands, wie Südschwarzwald, Bayerischer Wald mit Oberpfalz und Passau hat die Zahl der Infektionen nicht sprunghaft zugenommen.
2. Das ganze Tamtam ist im wesentlichen eine Kampagne der Pharmaindustrie mit deren Büttel (die zudem wie das arzneimitteltelegramm aufgedeckt hat, vielfach mit den Firmen unter einer Decke stecken).
3. Das Risiko, mit einer Komplikation auf eine FSME-Infektion zu reagieren ist insgesamt sehr gering und nimmt mit dem Alter proportional zu. Das heißt z.B., dass in unserer Gegend für Kinder und Jugendliche das Impfrisiko deutlich höher als das FSME-Komplikationsrisiko ist, während sich für Ältere, die sich in Hochrisikogebieten aufhalten, die Relation zunehmend umkehrt. Selbstverständlich kann sich auf Grund der klimatischen Situation das Ganze verändern.
4. Wirklich gefährliche Gebiete bezüglich FSME-Komplikationen scheinen Polen und Estland-Litauen darzustellen.
5. Die FSME-Impfung war bis vor einigen Jahren mit häufigen Nebenwirkungen (z.B. hohes Fieber) behaftet, ist nach Umstellung jetzt deutlich besser verträglich.
6. Die Empfänglichkeit für Zecken(bisse) generell ist stark individuell verschieden, da sich die Zecken denjenigen suchen, der für sie gut riecht.
7. Die Borreliose ist streng von der FSME zu unterscheiden, ein Impfstoff ist noch nicht in Sicht, und bei Anzeichen einer Infektion ( eine frühestens nach 2 Wochen auftretende Rötung um die Stichstelle, die sich zentrifugal ausbreitet- nicht zu verwechseln mit der primären "allergischen" Stichreaktion) muß antibiotisch behandelt werden. Das dafür meist hergenommene Doxycyclin ist eigentlich fast immer problemlos verträglich.
8. Die Zecke ist am besten mit den in der Apotheke erhältlichen grünen Zeckenzangen zu entfernen, in letzter Zeit wird empfohlen, sie vorher mit einem Vereisungsspray zu besprühen.Heinrich
in den letzten Wochen musste ich etwa 100x die Frage beantworten, ob eine FSME-Impfung sinnvoll sei. Also hier meine Antworten:
1. Im Bereich südwestlich von München gab es im letzten Jahr garkeine Fälle von FSME-Infektion. Auch in den sog. Endemiegebieten Süddeutschlands, wie Südschwarzwald, Bayerischer Wald mit Oberpfalz und Passau hat die Zahl der Infektionen nicht sprunghaft zugenommen.
2. Das ganze Tamtam ist im wesentlichen eine Kampagne der Pharmaindustrie mit deren Büttel (die zudem wie das arzneimitteltelegramm aufgedeckt hat, vielfach mit den Firmen unter einer Decke stecken).
3. Das Risiko, mit einer Komplikation auf eine FSME-Infektion zu reagieren ist insgesamt sehr gering und nimmt mit dem Alter proportional zu. Das heißt z.B., dass in unserer Gegend für Kinder und Jugendliche das Impfrisiko deutlich höher als das FSME-Komplikationsrisiko ist, während sich für Ältere, die sich in Hochrisikogebieten aufhalten, die Relation zunehmend umkehrt. Selbstverständlich kann sich auf Grund der klimatischen Situation das Ganze verändern.
4. Wirklich gefährliche Gebiete bezüglich FSME-Komplikationen scheinen Polen und Estland-Litauen darzustellen.
5. Die FSME-Impfung war bis vor einigen Jahren mit häufigen Nebenwirkungen (z.B. hohes Fieber) behaftet, ist nach Umstellung jetzt deutlich besser verträglich.
6. Die Empfänglichkeit für Zecken(bisse) generell ist stark individuell verschieden, da sich die Zecken denjenigen suchen, der für sie gut riecht.
7. Die Borreliose ist streng von der FSME zu unterscheiden, ein Impfstoff ist noch nicht in Sicht, und bei Anzeichen einer Infektion ( eine frühestens nach 2 Wochen auftretende Rötung um die Stichstelle, die sich zentrifugal ausbreitet- nicht zu verwechseln mit der primären "allergischen" Stichreaktion) muß antibiotisch behandelt werden. Das dafür meist hergenommene Doxycyclin ist eigentlich fast immer problemlos verträglich.
8. Die Zecke ist am besten mit den in der Apotheke erhältlichen grünen Zeckenzangen zu entfernen, in letzter Zeit wird empfohlen, sie vorher mit einem Vereisungsspray zu besprühen.Heinrich