Re: Ernährung und Hygiene während einer Fernreise

Posted by: wal

Re: Ernährung und Hygiene während einer Fernreise - 10/01/02 09:25 AM

Hallo,
hier ist meine Antwort zu Deinen Fragen:
1. Essen:
In den allermeisten Gegenden gibt es Essen zu kaufen. Wichtig ist genug Kohlenhydrate (Reis, Nudeln, Gries, CousCous, etc.). Dort wo es nichts zu kaufen gibt kann man ja auch in den Packtaschen einiges mitnehmen. Die einzige Tour, bei der wir einen Großteil des Proviants von Anfang an dabei hatten war eine Reise durch die Mongolei 1996. Heute hat sich die Situation aber auch schon geändert, und ich würde davon ausgehen, daß man auch dort etwa alle 200 km ordentlich einkaufen kann. Zum Thema Ernährung kannst du auf unserer Webpage einiges sehen.

2. Einkauf:
wir sind bisher immer zu zweit unterwegs gewesen, also bleibt einer bei den Rädern, der andere kauft ein. Ansonsten halt absperren. Wo einkaufen: nun, Läden gibt's schon fast überall, das kriegt man schon raus - die Einheimischen müssen ja auch irgendwo einkaufen. Allein in der Mongolei hatten wir lange Passagen, wo es keine Dörfer und Läden gab, denn die Nomaden werden etwa einmal im Jahr direkt per LKW versorgt und sind ansonsten Selbstversorger. In Afrika hat fast jedes Dorf irgendwie auch ein kleinen Laden. Sicherheitshalber: auf Strecken mit unsicherer Versorgung Essen mitnehmen.

3. Kocher:
da gibts eine vielzahl von Möglichkeiten. Sind lage mit dem MSR-XGK unterwegs gewesen, bis der eben nach zehn Jahren intensiver Nutzung kaputt war. Jetzt haben wir den Primus MFS. Der Kocher sollte auf jeden Fall Benzin in den unterschiedlichen Formen (verbleit, unverbleit, etc.) nehmen, für Afrika ist es wichtig, daß der Kocher auch Diesel nimmt. Transport in den üblichen Treibstoffflaschen, die sind Druckflaschen, so daß auch bei großer Hizte (z.B. über 50°C in Australien), da nichts passiert. Wir brauchen etwa 1L Treibstoff für etwa 5 Tage, aber wir kochen abends recht viel und morgens gibts in der Regel warmes Müsli oder Griesbrei. Der Verbrauch richtet sich natürlich danach, wieviel du kochst.

4. Klopapier etc. :
Bei uns reicht eine Rolle pro Person recht lange. Man kann auch Steine etc. nehmen oder eben auf die arabische Art mit Finger und etwas Wasser zum Spülen.

5. Dusche und Körperhygiene:
Auf unserer Namibia-Reise mußten wir extrem Wasser sparen, dennoch war es notwendig, sich abends einmal die Salzkruste vom Gesicht zu waschen. Dazu reicht es, einen Waschlappen feucht zu machen und sich abzuwischen. In vielen Regionen, besonders da wo es trocken und kühl ist, muß man sich wirklich nicht jeden Tag duschen.

6. Woher bekommt man Wasser:
Mit der Zeit bekommt man das schon raus, wo man das Wasser trinken kann und wo nicht. Viele Dörfer in Afrika (hier Namibia und Botswana) haben Brunnen, an denen man bestes Grundwasser bekommt. Vorsicht ist geboten bei Oberflächenwasser. Aber wir haben hier noch nie wirklich Probleme gehabt. Haben bisher auch nie einen Filter benutzt, hin und wieder mal abgekocht. Es kommt halt darauf an, ob der Fluß weiter oberhalb durch einen Stadt floß, oder ob Vieh in der Nähe ist, etc... Je nach dem entscheiden wir, ob wir es nehmen, oder nicht, oder zur Not mal abkochen.

7. Krankheiten etc.
Das Immunsystem ist auf jeden Fall in der Lage sich anzupassen. Habe bisher noch auf keiner Tour gesundheitliche Probleme gehabt. Hier gebe ich Urs recht, man muß allerdings die Balance finden zwischen körperlicher Anstrengung und ausreichend Erholung und vor allem guter Ernährung, sonst kann man auch sehr schnell körperlich abbauen und krank werden.

Ratgeber:
Vieles kannst du in oben genanntem Buch nachlesen, aber vieles beruht eben auf einer gewissen Erfahrung, die Du dir mit der Zeit aneignen mußt.