Posted by: irg
Re: Villach, Kroatien, Albanien, Griechenlnad - 10/14/13 07:28 AM
Hallo Gerhard!
Eine längere bis lange Tour mit 100km/Tag im Schnitt, das ist realistisch und entspricht dem, das ich in jungen Jahren gefahren bin, auch nach Griechenland. (Nur Albanien war 1984 kein Thema, die Grenze war damals so zu wie die von Nordkorea heute.)
De facto hat das für mich einen Kompromiss zwischen flott und nicht zu anstrengend weiter zu kommen und diversen Highlight bedeutet, ich habe immer versucht, beides in der Route unter zu bringen. Und, bitte nicht vergessen, Raum für Überraschungen ist auch nötig. Ich finde es auch ausgesprochen grausam sich selbst gegenüber, einmal auf Tour nur mehr das fertige Programm abspulen zu müssen und die Flexibilität zu verlieren. Die Planung ist ja dazu ja, die Chance auf eine schöne und interessante, fordernde, etc. Reise zu erhöhen, und nicht, sich einzuengen.
Was hältst du davon, anfangs in Alternativen zu denken? So kannst du z.B. durch Kroatien der Küste entlang radeln oder zu mindestens teilweise auch durchs Landesinnere.
Zur Küste: Inselhüpfen versus Küstenstraße. Das Inselhüpfen ist in den letzten Jahren, soweit ich die Erfahrungen verfolgt habe, nicht leichter geworden. War es schon 1984 nicht immer einfach und mit teilweise starkem Zeitverlust verbunden, ist die Küstenstraße je nach Gottvertrauen/Leidensfähigkeit in manchen Abschnitten nicht besonders lustig. Und Abschnitte mit starkem und auch ziemlich rücksichtslosem Verkehr kommen auf deiner Route noch genügend. Die würde ich nicht schon dort suchen, wo es nicht nötig ist.
Als Alternative fällt mir z.B. das Tal parallel zum Velebit ein, etwa bei Zuta Lokva (um einen ungefähren Beginn der Strecke zu nennen) beginnend, über Gospic und Gracac nach Knin führend. Zu erreichen wäre das gut über den Vratnik oder den Vrh Kapele, die Anfahrt über Mrkopalj dürfte besonders interessant werden. Am "Hinterende" des Tales könntest du entweder eher direkt nach Split fahren, oder weiter im Landesinneren bleiben. (interessante Alternativen: anstrengend, aber landschaftlich teils überwältigend bei guter Sicht der Mali Alan mit Weiterfahrt über die Krka-Fälle nach Sibenik und Split, die Krka -Fälle lassen sich aus gut aus Knin erreichen.)
Die Anfahrt über Bosnien ist genauso interessant, auch das wäre eine lohnende Alternative.
Ab Split: Die Fähre nach Vela Luka auf Korcula wird es wohl noch geben (und ist auch einfach nach zu prüfen). Korcula überqueren, über den Peljesac zurück zum Velebit und dann entweder der Küstenstraße folgen oder mäusemelkend über Bergstraßerln.
In Dubrovnik könntest du sogar eine kleine Personenfähre nach Cavtat nehmen, die ist nicht ganz billig, erspart dir aber einiges an Küstenstraße bei schönen Ausblicken vom Meer aus. Und da sie, soweit ich mich erinnern kann, privat ist, sollte sich auch die Radmitnahme verhandeln lassen, wenn sie nicht gestopft voll ist. So kommst du schnell nach Montenegro.
Montenegro: Der allgemeine Fahrstil ist leicht gewöhnungsbedürftig, was interessanter weise auch Weltreisende, die schon viel hinter sich hatten, festgestellt haben. Man fährt dort recht gerne auf die bekannte Daumenbreite Abstand. (Und wie genau treffen die Damen und Herren dabei?) Aber es wird natürlich gehen.
Landschaftlich sehr schön aber anstrengend ist die Bucht von Kotor mit dem anschließenden Aufstieg auf den Lovcen, schneller ist es außen an der Küste entlang.
Wie nach Albanien? Nördl. des Skutari-Sees, oder südl. über Muriquan? Camper benützen eigentlich alle den südl. Weg. Der ist relativ ruhig, der Straßenzustand soll auch weit besser sein.
Albanien-Karte: Freytag & Berndt, 1 : 200 000 ist aktuell die einzige vernünftige Straßenkarte. Das nebenbei.
Von Shkoder nach Durres sollte recht gut v.a. auf Nebenstraßen durch zu kommen sein.
Im Süden steht die nächste größere Entscheidung an: Auf der Überlandstraße über Tepelene und Gjirokaster nach Griechenland (=schön!), oder noch weit schöner, aber auch anstrengender über den Llogora-Pass und Sarande und Butrint nach Igoumenitsa? (Die Fahrt durch den Osten Albaniens wird dir wahrscheinlich ein zu großer Umweg sein.)
Der griechische Verkehr ist durch die katastrophale Krise ziemlich entschärft worden. Wer nicht mehr fahren muss, fährt kaum mehr, und gar nicht wenige, die fahren müssten, können auch nicht mehr.
Wo hier fahren: Eher der Küste entlang über Preveza und Astakos, oder weiter im Inneren? Wahrscheinlich ließe sich Patras auch über Kefallonia außen umfahren, das hätte einen ganz eigenen Reiz.
Westküste der Peloponnes: Dort besteht ab Patras zwar eine breite Hauptstraße der Küste entlang, sogar mit Pannenstreifen. Problem dabei ist, dass Fahrzeuge, die überholt werden, auf dem Pannenstreifen auch völlig ohne Sicht um die Kurven rasen. Wenn du dann im Weg bist, kannst du dich schmal machen, wie du willst, es wird kritisch. Haupttreffer ist dabei die Daumenbreite Abstand zwischen Lenker und Kotflügel, alles andere erspart wahrscheinlich das ohnehin nicht mehr funktionierende Krankenhaus. Dieser Straße (sie reicht bis etwa Kalo Nero) würde ich möglichst ausweichen. Meistens gibt es dafür Nebenstraßen, die sind halt oft umständlich und verzögern. (Andere Tourenfahrer denken sich nichts und treten ungerührt die Hauptstraße durch. Ich habe auf dieser aber viele, viele kritische Situationen erlebt, ich möchte dort nicht radeln.)
Von Kalo Nero bis Filiatra gibt es kaum Alternativen, wenn man von sehr schönen, aber rauen Mountainbike-Routen absieht. In Filiatra gibt es wieder zu entscheiden: Der Küste entlang über Marathopoli oder über Bergerln und Chora? Schneller und weniger anstrengender ist es an der Küste.
Das sind einmal ein paar allgemein sich anbietende Routen. Dazu gibt es natürlich noch viele, viele andere Möglichkeiten, die werden erst bei der Detailplanung interessant.
Und nebenbei: Wenn es dich einmal nach Graz verschlagen sollte, können wir uns ja auch direkt unterhalten, das macht manches einfacher. PN genügt!
lg! georg
Eine längere bis lange Tour mit 100km/Tag im Schnitt, das ist realistisch und entspricht dem, das ich in jungen Jahren gefahren bin, auch nach Griechenland. (Nur Albanien war 1984 kein Thema, die Grenze war damals so zu wie die von Nordkorea heute.)
De facto hat das für mich einen Kompromiss zwischen flott und nicht zu anstrengend weiter zu kommen und diversen Highlight bedeutet, ich habe immer versucht, beides in der Route unter zu bringen. Und, bitte nicht vergessen, Raum für Überraschungen ist auch nötig. Ich finde es auch ausgesprochen grausam sich selbst gegenüber, einmal auf Tour nur mehr das fertige Programm abspulen zu müssen und die Flexibilität zu verlieren. Die Planung ist ja dazu ja, die Chance auf eine schöne und interessante, fordernde, etc. Reise zu erhöhen, und nicht, sich einzuengen.
Was hältst du davon, anfangs in Alternativen zu denken? So kannst du z.B. durch Kroatien der Küste entlang radeln oder zu mindestens teilweise auch durchs Landesinnere.
Zur Küste: Inselhüpfen versus Küstenstraße. Das Inselhüpfen ist in den letzten Jahren, soweit ich die Erfahrungen verfolgt habe, nicht leichter geworden. War es schon 1984 nicht immer einfach und mit teilweise starkem Zeitverlust verbunden, ist die Küstenstraße je nach Gottvertrauen/Leidensfähigkeit in manchen Abschnitten nicht besonders lustig. Und Abschnitte mit starkem und auch ziemlich rücksichtslosem Verkehr kommen auf deiner Route noch genügend. Die würde ich nicht schon dort suchen, wo es nicht nötig ist.
Als Alternative fällt mir z.B. das Tal parallel zum Velebit ein, etwa bei Zuta Lokva (um einen ungefähren Beginn der Strecke zu nennen) beginnend, über Gospic und Gracac nach Knin führend. Zu erreichen wäre das gut über den Vratnik oder den Vrh Kapele, die Anfahrt über Mrkopalj dürfte besonders interessant werden. Am "Hinterende" des Tales könntest du entweder eher direkt nach Split fahren, oder weiter im Landesinneren bleiben. (interessante Alternativen: anstrengend, aber landschaftlich teils überwältigend bei guter Sicht der Mali Alan mit Weiterfahrt über die Krka-Fälle nach Sibenik und Split, die Krka -Fälle lassen sich aus gut aus Knin erreichen.)
Die Anfahrt über Bosnien ist genauso interessant, auch das wäre eine lohnende Alternative.
Ab Split: Die Fähre nach Vela Luka auf Korcula wird es wohl noch geben (und ist auch einfach nach zu prüfen). Korcula überqueren, über den Peljesac zurück zum Velebit und dann entweder der Küstenstraße folgen oder mäusemelkend über Bergstraßerln.
In Dubrovnik könntest du sogar eine kleine Personenfähre nach Cavtat nehmen, die ist nicht ganz billig, erspart dir aber einiges an Küstenstraße bei schönen Ausblicken vom Meer aus. Und da sie, soweit ich mich erinnern kann, privat ist, sollte sich auch die Radmitnahme verhandeln lassen, wenn sie nicht gestopft voll ist. So kommst du schnell nach Montenegro.
Montenegro: Der allgemeine Fahrstil ist leicht gewöhnungsbedürftig, was interessanter weise auch Weltreisende, die schon viel hinter sich hatten, festgestellt haben. Man fährt dort recht gerne auf die bekannte Daumenbreite Abstand. (Und wie genau treffen die Damen und Herren dabei?) Aber es wird natürlich gehen.
Landschaftlich sehr schön aber anstrengend ist die Bucht von Kotor mit dem anschließenden Aufstieg auf den Lovcen, schneller ist es außen an der Küste entlang.
Wie nach Albanien? Nördl. des Skutari-Sees, oder südl. über Muriquan? Camper benützen eigentlich alle den südl. Weg. Der ist relativ ruhig, der Straßenzustand soll auch weit besser sein.
Albanien-Karte: Freytag & Berndt, 1 : 200 000 ist aktuell die einzige vernünftige Straßenkarte. Das nebenbei.
Von Shkoder nach Durres sollte recht gut v.a. auf Nebenstraßen durch zu kommen sein.
Im Süden steht die nächste größere Entscheidung an: Auf der Überlandstraße über Tepelene und Gjirokaster nach Griechenland (=schön!), oder noch weit schöner, aber auch anstrengender über den Llogora-Pass und Sarande und Butrint nach Igoumenitsa? (Die Fahrt durch den Osten Albaniens wird dir wahrscheinlich ein zu großer Umweg sein.)
Der griechische Verkehr ist durch die katastrophale Krise ziemlich entschärft worden. Wer nicht mehr fahren muss, fährt kaum mehr, und gar nicht wenige, die fahren müssten, können auch nicht mehr.
Wo hier fahren: Eher der Küste entlang über Preveza und Astakos, oder weiter im Inneren? Wahrscheinlich ließe sich Patras auch über Kefallonia außen umfahren, das hätte einen ganz eigenen Reiz.
Westküste der Peloponnes: Dort besteht ab Patras zwar eine breite Hauptstraße der Küste entlang, sogar mit Pannenstreifen. Problem dabei ist, dass Fahrzeuge, die überholt werden, auf dem Pannenstreifen auch völlig ohne Sicht um die Kurven rasen. Wenn du dann im Weg bist, kannst du dich schmal machen, wie du willst, es wird kritisch. Haupttreffer ist dabei die Daumenbreite Abstand zwischen Lenker und Kotflügel, alles andere erspart wahrscheinlich das ohnehin nicht mehr funktionierende Krankenhaus. Dieser Straße (sie reicht bis etwa Kalo Nero) würde ich möglichst ausweichen. Meistens gibt es dafür Nebenstraßen, die sind halt oft umständlich und verzögern. (Andere Tourenfahrer denken sich nichts und treten ungerührt die Hauptstraße durch. Ich habe auf dieser aber viele, viele kritische Situationen erlebt, ich möchte dort nicht radeln.)
Von Kalo Nero bis Filiatra gibt es kaum Alternativen, wenn man von sehr schönen, aber rauen Mountainbike-Routen absieht. In Filiatra gibt es wieder zu entscheiden: Der Küste entlang über Marathopoli oder über Bergerln und Chora? Schneller und weniger anstrengender ist es an der Küste.
Das sind einmal ein paar allgemein sich anbietende Routen. Dazu gibt es natürlich noch viele, viele andere Möglichkeiten, die werden erst bei der Detailplanung interessant.
Und nebenbei: Wenn es dich einmal nach Graz verschlagen sollte, können wir uns ja auch direkt unterhalten, das macht manches einfacher. PN genügt!
lg! georg