Posted by: Istros
Re: Nordost Afrika -> Naher Osten -> Europa - 03/23/13 02:22 PM
In Antwort auf: macrusher
Hallo zusammen,
wollte mal fragen ob jemand in letzter Zeit mal in Ostafrika bzw. im Nahen Osten unterwegs war. Hintergrund der Frage ist die Frage der "lückenlosen" Machbarkeit der Strecke von sagen wir mal, Kenia nach Europa.
Grundsätzlich gibt's ja folgende Probleme wenn ich das richtig weiß:
1. Grenzgebiet Kenia Richtung Sudan(?) bzw. Äthiopien. Fragen: Ist Aufladen Pflicht? Ist es vermeidbar?
Aufladen war damals nicht Pflicht, aber die Strecke wirklich hart und ich bereu's nicht. Im Frühjahr 2011 stand dort schon ziemlich viel Baugerät herum und so wie die Chinesen dort bauen, würde es mich gar nicht wundern, wenn du dort schon eine nagelneue Asphaltstraße vorfinden würdest.
Sollte dem nicht so sein, hast du eine staubige Wellblechstrecke über mehrere hundert Kilometer vor dir ohne richtige Wasserversorgung. Diese Strecke wird auch von europäischen Touristen häufig genommen, eventuell solltest du ein paar Abmachungen treffen, Gepäck mitgeben und dafür Wasser aufladen, was geht, um auf der sicheren Seite zu sein.
Die Sicherheitslage habe ich damals eher gemäßigt empfunden, das Problem sind Stammesrivalitäten und Schmuggler, aber was sollten die von einem europäischen Radreisenden wollen? Die Sicherheitslage kann von Tag zu Tag wechseln, wenn sich die einzelnen Stämme dort gegenseitig die Kühe oder Frauen stehlen.
Ein weiteres Problem war damals, die Bürokratie!!!! Es war schlicht unmöglich ein Visa für Äthiopien in Nairobi zu bekommen. Die meisten haben ihre Reisepässe per DHL in die Botschaft ihres Heimatlandes geschickt um ihr Visa zu bekommen, Kosten 2-300 EURO! Andere sind geflogen und andere saßen fest. 2 Slowenen zum Beispiel mit ihren Motorrädern, weil die Äthiopische Botschaft schlicht behauptete, dass es das Land Slowenien nicht gibt. Absurderweise war es im Sudan überhaupt kein Problem ein äthiopisches Visa zu bekommen, 20 Dollar und drei Fotos und das wars!
2. Kenia -> Uganda -> Sudan: machbar?
Nein!!! die einzige Verbindung vom Südsudan in den Nordsudan war damals eine 17-tägige Fähre auf dem weißen Nil und da war das noch ein Land. Heute stehen sich an der Grenze Panzer gegenüber.
Die einzige Landverbindung ginge über Darfur, ich hoffe da brauchen wir auch nicht mehr drüber reden.
Solltest du irgendwann einmal etwas von der Lake Turkana-Route hören, ich hab Fotos davon gesehen, die ist mit Fahrrad genauso zu vergessen!
3. Sudan -> Ägypten, Nasser Stausee. Hab gehört da gibt's jetzt auch ne Straße mit Grenzübergang so dass man mit dem Rad fahren könnte?
Stimmt das war damals vor zwei Jahren im Gespräch - allerdings galt das damals für LKWs, um den Handel auszubauen. Könnte sein, dass das jetzt klappt.
Der Lake Nasser liegt ziemlich entlang der Grenze der zwei Länder. Wadi Halfa (Endpunkt der Fähre) liegt daher fast gegenüber von Abu Simbel in Ägypten. Ein Engländer hat das damals so gehandhabt: er hat den Bus von Assuan nach Abu Simbel genommen und ist die Strecke geradelt und hat dadurch kaum etwas an Kilometern verloren - bescheuert finde ich es trotzdem.
Außerdem hat er dann kryptisch in seinem Blog hinterlassen, dass die Ägypter irgendwas Geheimes dort in der Wüste verstecken.
4. Ägypten -> Jordanien -> Weiterreise Richtung Türkei (ja, ich weiß Syrien und Irak...): komplett Überland möglich? Wenn ja, wie? Durch Israel, d.h. "Zweitpasslösung" wg. der nachfolgenden Länder?
Durch den Nahen Osten Syrien oder Irak ist zur Zeit natürlich absolutes No-Go. Von Alexandria geht eine Fähre (via Tartus, Syrien?) nach Venedig, ob sie noch operiert weiß ich nicht.
Dafür hat der Arabische Frühling aber ein anderes Land geöffnet. Ich kann dir leider nix über die Sicherheit in Lybien zur Zeit sagen, aber abgeschottet wie zu Zeiten Ghaddafis ist es nicht mehr. Vielleicht kannst du deinen Weg entlang des Mittelmeeres durch Lybien planen. Bleibt dann nur noch Algerien mit seinen rigiden Bestimmungen.
Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es Routenempfehlungen?
Danke schon mal!
wollte mal fragen ob jemand in letzter Zeit mal in Ostafrika bzw. im Nahen Osten unterwegs war. Hintergrund der Frage ist die Frage der "lückenlosen" Machbarkeit der Strecke von sagen wir mal, Kenia nach Europa.
Grundsätzlich gibt's ja folgende Probleme wenn ich das richtig weiß:
1. Grenzgebiet Kenia Richtung Sudan(?) bzw. Äthiopien. Fragen: Ist Aufladen Pflicht? Ist es vermeidbar?
Aufladen war damals nicht Pflicht, aber die Strecke wirklich hart und ich bereu's nicht. Im Frühjahr 2011 stand dort schon ziemlich viel Baugerät herum und so wie die Chinesen dort bauen, würde es mich gar nicht wundern, wenn du dort schon eine nagelneue Asphaltstraße vorfinden würdest.
Sollte dem nicht so sein, hast du eine staubige Wellblechstrecke über mehrere hundert Kilometer vor dir ohne richtige Wasserversorgung. Diese Strecke wird auch von europäischen Touristen häufig genommen, eventuell solltest du ein paar Abmachungen treffen, Gepäck mitgeben und dafür Wasser aufladen, was geht, um auf der sicheren Seite zu sein.
Die Sicherheitslage habe ich damals eher gemäßigt empfunden, das Problem sind Stammesrivalitäten und Schmuggler, aber was sollten die von einem europäischen Radreisenden wollen? Die Sicherheitslage kann von Tag zu Tag wechseln, wenn sich die einzelnen Stämme dort gegenseitig die Kühe oder Frauen stehlen.
Ein weiteres Problem war damals, die Bürokratie!!!! Es war schlicht unmöglich ein Visa für Äthiopien in Nairobi zu bekommen. Die meisten haben ihre Reisepässe per DHL in die Botschaft ihres Heimatlandes geschickt um ihr Visa zu bekommen, Kosten 2-300 EURO! Andere sind geflogen und andere saßen fest. 2 Slowenen zum Beispiel mit ihren Motorrädern, weil die Äthiopische Botschaft schlicht behauptete, dass es das Land Slowenien nicht gibt. Absurderweise war es im Sudan überhaupt kein Problem ein äthiopisches Visa zu bekommen, 20 Dollar und drei Fotos und das wars!
2. Kenia -> Uganda -> Sudan: machbar?
Nein!!! die einzige Verbindung vom Südsudan in den Nordsudan war damals eine 17-tägige Fähre auf dem weißen Nil und da war das noch ein Land. Heute stehen sich an der Grenze Panzer gegenüber.
Die einzige Landverbindung ginge über Darfur, ich hoffe da brauchen wir auch nicht mehr drüber reden.
Solltest du irgendwann einmal etwas von der Lake Turkana-Route hören, ich hab Fotos davon gesehen, die ist mit Fahrrad genauso zu vergessen!
3. Sudan -> Ägypten, Nasser Stausee. Hab gehört da gibt's jetzt auch ne Straße mit Grenzübergang so dass man mit dem Rad fahren könnte?
Stimmt das war damals vor zwei Jahren im Gespräch - allerdings galt das damals für LKWs, um den Handel auszubauen. Könnte sein, dass das jetzt klappt.
Der Lake Nasser liegt ziemlich entlang der Grenze der zwei Länder. Wadi Halfa (Endpunkt der Fähre) liegt daher fast gegenüber von Abu Simbel in Ägypten. Ein Engländer hat das damals so gehandhabt: er hat den Bus von Assuan nach Abu Simbel genommen und ist die Strecke geradelt und hat dadurch kaum etwas an Kilometern verloren - bescheuert finde ich es trotzdem.
Außerdem hat er dann kryptisch in seinem Blog hinterlassen, dass die Ägypter irgendwas Geheimes dort in der Wüste verstecken.
4. Ägypten -> Jordanien -> Weiterreise Richtung Türkei (ja, ich weiß Syrien und Irak...): komplett Überland möglich? Wenn ja, wie? Durch Israel, d.h. "Zweitpasslösung" wg. der nachfolgenden Länder?
Durch den Nahen Osten Syrien oder Irak ist zur Zeit natürlich absolutes No-Go. Von Alexandria geht eine Fähre (via Tartus, Syrien?) nach Venedig, ob sie noch operiert weiß ich nicht.
Dafür hat der Arabische Frühling aber ein anderes Land geöffnet. Ich kann dir leider nix über die Sicherheit in Lybien zur Zeit sagen, aber abgeschottet wie zu Zeiten Ghaddafis ist es nicht mehr. Vielleicht kannst du deinen Weg entlang des Mittelmeeres durch Lybien planen. Bleibt dann nur noch Algerien mit seinen rigiden Bestimmungen.
Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es Routenempfehlungen?
Danke schon mal!
Gruss Simon