Re: Island-Hochlandroute 35 im Juni

Posted by: Olaf K.

Re: Island-Hochlandroute 35 im Juni - 05/23/11 12:36 AM

Auf Wikipedia kann man über die "derzeit typischen Ausbrüche" des Grímsvötn nachlesen:
Zitat:
Die meiste Kraft entfaltet die Eruption der Grímsvötn in den ersten 2 Tagen. Sie lässt dann jedoch nach - anders als bei der Eruption des Eyjafjallajökull. Die Gesamtdauer beträgt meist 1-2 Wochen, doch gab es auch längere und kürzere Ausbrüche. Der stärkste Aschenfall beschränkt sich auf die ersten beiden Tage.

...auch wenn das natürlich nicht unbedingt für den aktuellen Ausbruch gelten muss, würde ich zumindest noch ein-zwei Tage warten, bevor ich irgendwas stornieren oder umplanen würde.

Letztes Jahr war der Frühling in Island umso intensiver, da die Vulkanasche wunderbaren Dünger fürs Gras abgab, und der Kontrast zwischen grau-schwarzer Asche und leuchtend grünem Gras umso intensiver war. Zu sehen gibt es also sicherlich "trotz" Vulkanausbruch genug. Sollte es zu einem Gletscherlauf kommen und die Ringstraße beschädigt werden, dann wird in ein-zwei Tagen eine Behelfspiste eingerichtet, die man als Vorbereitung oder Alternative zu Hochlandstrecken betrachten kann. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass es dazu kommt, weil der aufgestaute Schmelzwassersee erst letztes Jahr im Oktober/November ausgelaufen ist (daraufhin hat der Druck auf die Magmakammer abgenommen, was wohl die aktuelle Eruption möglicherweise mitausgelöst haben könnte). Ich gehe jedenfalls stark davon aus, dass Island insgesamt auch trotz des Vulkanausbruchs gut zu bereisen sein wird.

Im übrigen hab ich mich schon letztes Jahr beim Ausbruch des Eyjafjallajökull sehr über die Einstellung gewundert "Vulkanausbruch, Hilfe! Wir reisen lieber doch nicht nach Island". Es handelt sich nunmal um eine Vulkaninsel, das macht doch gerade den Reiz aus. Und "Vulkan" heißt eben nicht einfach nur "großer Berg mit einem Krater und schönen Blubberquellen". Ich persönlich würde solche Naturgewalten schon gerne mal live und in echt erleben. Klar, ein bisschen Vorsicht gehört dazu, aber in einem hochentwickelten Land wie Island gibt es ja wohl genügend Möglichkeiten, sich über die aktuelle Lage auf dem Laufenden zu halten, und sei es nur durch Nachfragen an einer Tankstelle.

Ich würde also nicht "trotz", sondern gerade wegen des Ausbruchs jetzt dort hin fahren. Die genauen Pläne muss man dann halt den örtlichen Gegebenheiten anpassen...

Bzgl. Westfjorde bin ich nicht so ein Experte. Eine Umrundung der Snæfellsnes-Halbinsel ist auf jeden Fall was Schönes und die Südküste der Westfjorde soll auch ziemlich schön sein. Ansonsten sind natürlich die Westspitze Látrabjarg und der Wasserfall Dynjandi/Fjallfoss immer hoch im Kurs. Falls ihr eine holprige Hochlandpisste wollt, die man nur bei Ebbe befahren kann, empfehle ich Lokinhamrar. Falls Wandern auch in Frage kommt, ab Mitte Juni sollten von Ísafjörður aus Boote nach Hornstrandir fahren, wo man sich vielleicht ein paar Tage lang aussetzen lassen könnte.

Im übrigen gab es am Freitag/Samstag nochmal in ganz Island einen Kälteeinbruch mit Schnee, so dass es fürs Hochland wohl wirklich nicht so gut aussieht.