Re: Syrien 3 Wochen

Posted by: veloträumer

Re: Syrien 3 Wochen - 02/27/11 12:20 AM

In Antwort auf: HvS
In Antwort auf: veloträumer
In Antwort auf: elmshornmatze
auf jedenfall vorher ggf über die deutsche botschaft erkundigungen zur stabilität im land einholen ;-)

Ähm, lieber selber informieren und abwägen. Das, was unser Westergescheidter noch bei den aufkommenden Unruhen in Ägypten vor der Kamera verkündet hatte (Touri-Orte sicher, während vor Kairo gewarnt wurde) war eine fahrlässige Ignoranz, die nochmal glimpflich ausgegangen ist. Erst als die Bilder so offensichtlich waren, dass es keine andere Wahl mehr gab, wurde die komplette Reisewarnung ausgesprochen. Allein dafür hätte ich den Außenminister abgesetzt. Aber was solls, man hat ja nur noch die Wahl zwischen Dilettanten und Lügenbaronen. traurig

Das halte ich für einen total ungerechtfertigten Vorwurf (um es gemäßigt auszudrücken). Normalerweise wirft man dem Außenamt immer vor, zu viel zu warnen.
Hellseher ist niemand, nicht mal Mubarak hat daran geglaubt, das er bald abgesetzt wird. Aber im Nachhinein kann man gut besserwissen.

Es ging hier nicht um die Langfristeinschätzung. Es ging um den Tag, als in Kairo und bereits anderen Städten Unruhen waren, und die Katalysatorwirkung aus Tunesien bekannt war. Zwei Tage später wurde dann auch vor den Touri-Orten gewarnt. Dazu hätte es keines großen Sachverstandes bedurft, sondern eines gesunden Urteilsvermögens. Sehr wohl hat dabei auch der Außenminister darauf einen Einfluss. Schließlich arbeitet er in solchen Situationen an vorderster diplomatischer Front und MUSS die Lage bewerten können.

Zudem war das Regime Mubarak und die Unzufriedenheit des Volkes durchaus bekannt. Mubarak wurde aus diversen außenpolitischen Interessen von Europa (Deutschland auch, insbes. wegen Israekl) gestützt. Man muss sich nicht wundern, wenn man das kritisiert. Entsprechende kritische Stimmen aus der Wissenschaft werden so immer wieder gerne totgeschwiegen. Hinterher heißt es dann, wie konnten es nicht wissen.

Auch in Libyen wiederholt sich das Trauerspiel auf ähnliche Weise. Diesmal auf europäischer Ebene. So hat nunmehr die EU endlich nach langem Gezerre die Kontensperrung für den Gaddafi-Clan beschlossen, die bekanntermaßen zurückhaltende Schweiz hat es einige Tage vorher ohen Zögern geschafft. Ähnliches ließe sich auch noch über die Flüchtlingspolitik der EU sagen - da steht natürlich Italien im Kreuzfeuer.