Re: Überholen auf Gotland (Re: Überholen in Schweden)

Posted by: Fjosok

Re: Überholen auf Gotland (Re: Überholen in Schweden) - 08/23/10 12:04 PM

Hej Claudius (und elwood),

du vermutest richtig, aber elwood hat schon Recht, es heisst (auf Schwedisch) nollvisionen.

Die bei Zweiradfahrern (egal ob Pedale oder Motor) unbeliebten "Fangzäune" sind schon sehr wirksam. Natürlich ist es für einen schnellen Motorradfahrer verheerend, gegen so einen Pfosten geschleudert zu werden. Aber der Verkehr besteht nunmal überwiegend aus PKW (klimabedingt?) und eine häufige schwere Unfallform ist der Frontalzusammenstoss auf eben diesen Schnellstraßen. Deshalb ist es im Zuge der Nollvisionen nur logisch, immer mehr dieser Strecken mit mitträcke (oder vajerräcke), so heissen die Zäune, auszurüsten. Und Liegenbleiben auf dem einspurigen Teil ist immer blöd, egal ob da nun eine deutsche Leitplanke oder ein schwedischer Drahtzaun steht.

Wenn das Verkehrsaufkommen nicht zu hoch ist, reichen 3 Fahrspuren (2+1) aus. Da diese aber nicht nur für Radfahrer, sondern auch für land- und vor allem forstwirtschaftliche Arbeiten (man kann ja nicht mal eben am Straßenrand Holz aufladen) sehr hinderlich sind, gibt es häufig parallel zu diesen bezäunten 2+1 Straßen einen Schotterweg/Radweg als Alternativstrecke. Dumm natürlich, wenn sie den nicht ausschildern ...

Hier gibt es ein Video über Testfahrten in diese Fangzäune, sie haben deutlich mehr als nur optische Leitwirkung! (Der Unterschied zu Leitplanke und Betonwand ist wohl vor allem ein "weicheres" Abfangen...)
http://www.youtube.com/watch?v=h6WwNRkxnJM
Natürlich ist das Auto Schrott, die Insassen haben sicher auch mehr als nur Schleudertrauma, und die herausgerissenen und herumfliegenden Autoteile sind auch nicht spaßig - aber immer noch besser als ein Frontalzusammenstoß bei 110km/h. Nicht weit von hier ist im Sommer eine Familie mit drei Kindern umgekommen, keine mitträcke, Auto auf die Gegenfahrbahn, unter einen Reisebus...

Gruß aus Nordschweden
Benjamin