Posted by: veloträumer
Re: Schweiz: Brig => Simplon - 05/10/10 04:54 PM
In Antwort auf: DrKimble
Was sollte ich an Zeit einplanen für die beiden Auffahrten ca. (bin eher gemütlich unterwegs, berghoch sowies...lach)
Es gibt so eine Faustregel: 400 Hm in einer Stunde bei üblichen Pass-/Bergstraßen (6-12 % Steigung). Besser ist, wenn du da selbst mal einen Erfahrungswert dir machst. Simplon sind ab Brig ca. 1300 Hm, ergo rechnest du mal 4 Stunden. Nach meiner Erinnerung war ich für mein Mittagsbrötchen auf dem Pass noch zu früh und habe irgendwo in Gondo mir eine Stärkung verpasst. Gestartet war ich in Brig vom Camping (etwas über der Stadt) und irgendwann gegen 7:30 Uhr +/- 1/2 Stunde. Gemütlich müsste man es von Brig zum Ortasee an einem Tag ohne Probleme schaffen.
Der Pass mit den großen Hunden hat schon einige Höhenmeter mehr. Da ich ihn über zwei Tage verteilt gefahren bin, kann ich dir auch keine Zeitangaben machen. Die Strecke Martigny - Bourg St-Pierre bin ich abends recht flott gefahren - hatte aber zuvor brachialen Gegenwind im Rhonetal, sodass ich den Berg als besonders leicht empfunden habe. In Bourg St-Pierre habe ich in einem Motel übernachtet. Es gibt auch Camping, es war damals aber arktisch kalt. Jenseits des Autotunnels bis zum Pass ist es steiler.
In Antwort auf: DrKimble
Was würdet ihr machen, welche Route würdet ihr pers. nehmen, von oben ins Aostatal einrollen wäre sicher auch schön, kennt jemand das Tal und ist schon mal Richtung Turin gefahren.
Während ich den Simplon mir von beiden Seiten ähnlich attraktiv vorstellen kann, würde ich den Bernard lieber von Nord nach Süd fahren. Gerade der Schlussteil im Norden mit den Serpentinen ist eigenlich besser zum Auffahren - es gibt auch Infotafeln zu Napoleons Weg über die Alpen. Im Süden gibt es längere Geraden, die ich mir aufwärts etwas zäh vorstelle. Das Einfahren in die Aostatal-Wiesen und die Wärme hat auch etwas von dem Effekt "endlich im Süden".
Das Aostatal bin ich im letzten Jahr auch unterhalb von Aosta bis Settimo Vittone gefahren (oberhalb schon zweimal) - allerdings mit Abstechern in Seitentäler. Es ist dort weitgehend eine große Verkehrsader und nur selten romantisch. Es gibt ein paar alte Ortskerne und Brücken, eine große Festung mit Engstelle in Bard. Die typischen Burgen sind weiter weg von der Straße als im oberen Aostatal, dass wesentlich enger ist. Nach dem Durchbruch bei Bard wird das Tal noch weiter. Da ich in Settimo Vittone bergauf gefahren bin, hatte ich einen Blick in die Ebene nach Süden Richtung Ivrea: Sehr bebaut und landschaftlich langweilig.
Näheres findest du in meinem Westalpenbericht 2009 (im Profil). Ich bin auch im Sesia-Tal und am Ortasee gewesen. Für die Besichtigung von Orta und Aosta solltest du dir Zeit nehmen. Den großen Bernard bin ich 2005 gefahren (Bericht auch im Profil), Simplon 2007 (Bericht musst du suchen unter "Unsere Touren").