Re: Vom Rheinland nach Sizilien

Posted by: Falk

Re: Vom Rheinland nach Sizilien - 11/12/09 05:46 PM

Ich bin eher kein Freund vom Lufttransport, gerade auf Strecken, auf denen es wirklich nicht notwendig ist. Einmal gibt es auch im nächsten Fahrplanabschnitt den Nachtzug 484 von Rom nach München, und da Du doch vorher weißt, wann Du wieder im Stell sein musst, sollte es auch machbar sein, eine preiswerte Fahrkarte mit Koje und Fahradstellplatz zu bekommen. Ansonsten ist in Italien der Fahrradtransport tatsächlich nur mit Regionalzügen möglich. Nur mit einem Blick auf Fahrzeiten und Zwischenhalte ist zu erkennen, ob der betreffende Zug nicht ein ehemaliger Eilzug (RE) oder »Interregionale« ist. Beide Zuggattungsbezeichnungen wurden abgeschafft, die entsprechenden Züge verkehren jedoch weiterhin als »Regionale«. Auch auf der Hinfahrt kannst Du doch fallweise den einen oder anderen Abschnitt mit dem Zug überbrücken. Die Po-Ebene fällt mir da als Erstes ein.
Die deutsche Fahrplanauskunft ist für Fahrten mit Fahrrad über den Stretto di Messina leider nicht aussagekräftig. Es liegt daran, dass die durchlaufenden Züge keine Fahrräder befördern (d.h. keine aufgerüsteten). Du musst also mit dem Fahrrad vom Bahnhof Messina Centrale nach Messina Marittima, mit dem Schiff über den Stretto und dann wieder mit dem Fahrrad hoch nach Vila San Giovanni.
Derzeit findet Hafas ab dem Fahrplanwechsel nichtmal Regionalverkehr zwischen Napoli und Rom. Die Fahrzeiten sind noch nicht eingepflegt. Trotzdem gibt es die betreffenden Züge auch weiterhin. Die Fahrzeiten, die Hafas derzeit ausgibt, sind mit günstigstenfalls 12 Stunden für Reggio di Calabria-Roma Termini ziemlich heftig. Ursache siind offenbar mal wieder die deutschen Mindestübergangszeiten von sechs Minuten, die aber Kante an Kante nicht notwendig sind. Um es genau auszuklamüsern, müsste man die einzelnen Abschnitte (Reggio bzw. Vila San Giovanni-Paola, Paola-Castiglione, Castiglione-Napoli C und Napoli C-Roma Termini) separat abfragen, was ein bisschen mühsam ist. Zehn Stunden halte ich für realistisch.
Beim Fliegen wird mit persönlich zuviel demoliert, und ehrlich gesagt, so, wie viele Luftfahrtbetreiber Fahrräder verkleinert und eingepackt haben möchten, ist so ein Paket auch fernbahntauglich. Meine persönliche Favoritenvariante von Palermo nach Leipzig sieht so aus: Über Nacht im Liegen von Palermo nach Rom, den Tag in Rom nutzen, in der zweiten Nacht von Rom nach München, natürlich wieder in der Horizontalen, der Rest mit einer Weißwurscht. Setzt allerdings Zerlegung voraus (oder einen faltbaren Rahmen, [gleich wird wegen dieser Bemerkung sicher jemand knurren]).

Falk, SchwLAbt