Posted by: Falk
Stromschiene - 07/12/06 12:01 AM
Zitat:
nach der Darstellung der Milchtransporte habe ich die Nahverkehrslinien mit seitlicher Stromschiene, die fast bis Dover fahren, als ehemalige Metropolitan-Strecken aufgefasst.
Nein, durchaus nicht. Die Met hat mit Dampf im Tunnel angefangen, sogar noch mit Dreischienengleis wegen der Great-Western-Breitspur (7 Füsse, 2134mm [!]). Die Met-Stammstrecke geht in Richtung Nordwesten und hat mit den Strecken zur Kanalküste nicht viel zu tun. Die Idee mit der Stromschine hatten mehrere Eisenbahnbetreiber, vor allem wegen des engen Lichtraumprofils und der niedrigen Brücken. Gerade im Südraum von London sieht es ja manchmal aus wie in einem Rattenbau. Südlich der Themse gab es auch mal Fahrleitung mit 1,5kV Gleichspannung. Die Stromschiene war praktisch bei jeder Gesellschaft anders angeordnet, es gab beispielsweise 2 symmetrisch im Gleis angeordnete. Die Bildung der "großen Vier" nach dem ersten Weltkrieg hat viel zur Vereinheitlichung beigetragen, indem die plötzlich gewachsene Southern ihr System durchgedrückt hat (eine seitliche, von oben bestrichene Stromschiene, Fahrschienen als Rückleiter). Bei der U-Bahn verwendet man von Anfang an potentialfreie Fahrschinen und zwei Stromschinen, wobei die für den Hinleiter jetzt mit der Bauart der südlichen Fernbahnstecken übereinstimmt. Potentialfrei, weil die Gusseisentübbings der Röhrentunnel empfindlich gegen elektrochemische Korrosion sind. Auf den Strecken mit Gemeinschaftsbetrieb (den gibt es zwischen Queens Park und Harrow & Wealdstone sogar mit den kleinen Röhrenbahnzügen) ist die Rückleitungsschine natürlich mit den Fahrschinen gebrückt. Wegen der besonders engen Tunnel auf der Central Line müssen (oder mussten) die Stromabnehmer bei Fahrzeugen auf dieser Strecke ein paar cm höher eingestellt sind sein.
Als letztes, das Lichtraumprofil der Ringbahn und der mit ihr verbundenen Strecken ist praktisch mit dem der Fernbahn identisch. Übergänge gab es früher dutzende.
Falk, SchwLAbt