Re: Als Frau schon allein zum Nordkap geradelt?

Posted by: atk

Re: Als Frau schon allein zum Nordkap geradelt? - 10/01/02 02:41 PM

Hallo Martina,
deine Bemerkungen haben mich veranlasst, mir diese Seite auch anzusehen. Und ich muss sagen, das ist schon sehr heftig. Irgendetwas müssen die beiden falsch gemacht haben. Der letzte Satz auf der "Erfahrungen"-Seite sagt einiges: "Wieder in der warmen Hütte angekommen, schworen wir uns, so eine Tour nie mehr zu fahren - vier Wochen später haben wir uns Unterlagen von Australien und dem Stuart-Highway besorgt."
Nach meiner ersten Nordkap-Tour (von Göteborg aus) habe ich mir fest vorgenommen, da nochmal hinzufahren, und zwar diesmal von "ganz unten" (Trelleborg).
Eigentlich kann ich nur dem "Schlusswort" irgendetwas dahingehend entnehmen, dass sie auch Freude während der Tour hatten.
Natürlich haben sie mit all den Widrigkeiten, die sie aufzählen, recht. Die können auftreten und werden auf so einer langen Tour auch auftreten. Regen, Berge, Mücken, Gegenwind,... jeder Skandinavienreisende weiß wohl, dass ihn so was erwartet. Aber das ist doch nicht das was die Tour bestimmt, insbesondere nicht die Erinnerung. Wenn man hinterher fast nur über so etwas erzählen kann, muss die Reise ja wirklich eine Qual gewesen sein.

Ein paar spezielle Punkte:
Unter Kommunikation steht z.B.
"So haben wir unsere akustische Kommunikation auf zwei Worte, nämlich 'Stopp!' und 'Langsamer!' und eine Lautfolge ähnlich 'Huuhu!' beschränkt. ... Wenn kein 'Huuhu' zurückkam, war es an der Zeit, sich umzublicken oder langsamer zu fahren..."
Also ich kann mich erinnern, dass ich mit meiner Begleiterin während der Fahrt viel gesprochen habe, man muss halt als der Schnellere manchmal warten oder sich im Tempo anpassen, dann geht das auch trotz Windgeräuschen. Und auf den einsamen Strecken kann man fast dauernd nebeneinander fahren. "Huhu" rufen (anscheinend als Vordermann nach vorne) ist schon etwas komisch. Warum nicht einfach umschauen, so hin und wieder mal, von selbst?
Die langen Baustellen können wirklich ein einprägsames Erlebnis sein. Aber auf die Gesamtstrecke gesehen machen sie doch einen verschwindend kleinen Anteil aus (die Rede ist von 70km bei 2600km Tourlänge). Und mir ging es immer so, wenn die Baustelle vorüber ist (aufgrund der Beschilderung weiß man ja auch immer schon am Anfang, auf was man sich gefasst machen muss), ist sie vergessen und ich freue mich, dass es wieder besser läuft. Im übrigen, wenn man von vornherein kleinere (und daher oft nicht geteerte oder seltener ausgebesserte) Straßen wählt, gibt es gar nicht sooo viele Baustellen.
"...das Nordkap liegt fast auf Meereshöhe". Hää? Ein Blick in eine Karte hätte geholfen, diesen Irrtum zu vermeiden. Und dass man gerade auf den letzten Kilometern nicht mehr weiterwill kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich hab diese Kilometer einmal bei Sonne und Hitze, und einmal bei Regen, Kälte und Nebel (und dunkel war's auch schon) erlebt. Und beide male habe ich sie genossen, sie waren wunderbar, obwohl sie anstrengend sind (es geht wirklich dauernd rauf und runter). Dieses Kap zieht irgendwie. Ich wäre zur Not die letzten beiden Tagesetappen noch zu Fuß gegangen, wenn es nicht anders möglich gewesen wäre. Meiner Begleiterin ging es da nicht anders.

Und irgendwann will ich da nochmal hin........

Andreas schmunzel