Re: Campen mit Tagestouren in Frankreich

Posted by: veloträumer

Re: Campen mit Tagestouren in Frankreich - 06/06/20 02:42 PM

In Antwort auf: UrbanCosmonaut
In Antwort auf: irg
Luberon und Provence sind ein weiterer Bereich, der für uns sehr interessant ist.
Da kommst Du aber auch nur mit fleißig HM um die Runden. Und im August würde ich da niemals wieder hin. Viel zu hohe Temperaturen - auch Nachts. Tagsüber ist man dann schon mal mehr auf Wassersuche als am genußvollen Radeln.

Ich werf dafür jetzt mal den Camping Les Deux Rives in Charmes-sur-Rhône als Basislager in den Raum: Da ist er.

Die hohen Temperaturen hast du überall, wo du auf niedrigem Meeresniveau bist - also auch an der Rhone, in Paris oder Grenoble oder oder. Es kommt dann evtl. auf eine gewisse Brise an und ob Wasser in der Nähe ist, auch zum Baden. Anderseits gibt es Gebiete, wo sich Hitze staut, Grenoble wäre ein solches Beispiel. Aber auch die Hitze etwa am Rhein meiner alten Heimat (Kölner Bucht) kann weit unangenehmer sein als die in der Provence. Das kann sein, dass du auf einer Strecke in der Sonne der Provence vor Hitze dahinschmilzt, aber wenn du an einem an einem See oder Fluss verweilst, kann es da auch sehr angenehm sein, sowie ich auch laue Sommernächte liebe. Es ist dann eher geschicktes Radl-Managment gefragt und nicht in der Mittagshitze durch eine offene Ebene zu fahren. Mnchaml reicht es nur ein wenig einen Berg mit Pinienwald zu fahren und man wird eigentümlich wohlwollend erlöst. Ich kenne da alle Facetten - von Hitze erschlagen bis zu wohltuend erfrischt.

Provence/Luberon hat etliche Hotspots, aber auch viele abgeschiedene Ecken, wo du kaum Versorgung hast. Da muss man sich etwas orientieren ud ich sage mal, wer Landkarten lesen kann, wird die Ecken auch finden. Zudem sehe ich nicht jede Ballung von Touristen gleich negativ, man kann das zuweilen auch gut ertragen - es sind nämlich Menschen. Das wird gerne etwas von Radtouristen dramatisiert, die sich nicht für Touristen halten. Jede Stadt in Deutschland hat ja auch ordentlich Betrieb und trotzdem kannst du im Park dein Eis genießen. Tageszeiten machen auch viel aus. Beliebte Orte früher am Morgen besuchen, abends schaut man auch mal gerne flanierende Leuten zu. Zudem ist Festivalhöhepunkt und es gibt ggf. was zu sehen oder zu hören, was man mag. Und Frankreichs Festivalszene ist noch mehr dezentralisiert als die deutsche - also bis in alle Landesecken.

Und ein Unterschied macht es auch, ob Auto oder Radl. Mit Radl ist man immer schnell aus der Flashzone raus. Wenn man im Autostau schwitzen muss, wirds halt unangenehm und stressig. Ich habe mich mal köstlich amüsiert, als einen Vorzeigeprovenceort die gesamte Druchfahrt blockiert war. Es hatte für mich Pedalfahrer gar keine Bedeutung.

Noch etwas, was mir etwas zu kurz kommt: Es gibt keinen Automatismus zwischen wenig besuchten Campings und Hinterland. Zwar ist es richtig, dass es mehr Campings in einsameren Regionen gibt, die weniger besucht sind als an Hotspots wie z.B. am Meer, aber es gibt auch ganz gegenteilige Erscheinungen. So finden sich sehr beliebte Feriencampings auch für Familien in ganz entlegenen Gebieten, die zur Saison voll ausgelastet sind. Genauso findet sich auch in Trubelgebieten mal eine Nische, wo man Campings noch mit gut Platz findet. Vielleicht nicht ganz leer, aber sowas gibts sogar in der Nähe von St-Tropez.